Deutschland Gefahr bei In-Ear-Kopfhörern: So vermeiden Sie Ohren-Pilz
Für viele Menschen gehören In-Ear-Kopfhörer mittlerweile zum Alltag. Doch bei längerem Tragen ist Vorsicht geboten – denn sie können zu Ohren-Pilz führen. Wie Sie die Symptome erkennen und einer Infektion vorbeugen können.
Sogenannte In-Ear-Kopfhörer sind besonders praktisch: Oft kommen sie ohne lästiges Kabel daher und sie sitzen bequem und fest im Ohr. So werden Hintergrundgeräusche fast vollständig ausgeblendet. Ob beim Joggen, während einer Zugfahrt oder bei Online-Meetings auf der Arbeit: Viele Menschen wollen auf die kleinen Ohrknöpfe nicht mehr verzichten – und tragen sie oft stundenlang.
Doch In-Ear-Kopfhörer bergen auch gesundheitliche Risiken. Zum einen kann das Hören bei zu hoher Lautstärke das Gehör schädigen. Zum anderen sitzen sie mit ihren anschmiegsamen Silikonaufsätzen so fest im Ohr, dass sie den Gehörgang verschließen. Auf Dauer kann dadurch eine Pilzinfektion, eine sogenannte Otomykose, entstehen. Und das kommt immer häufiger vor, wie der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte dem WDR bestätigte.
Pilzsporen befinden sich überall in der Luft und auf der menschlichen Haut. Normalerweise sorgt der Ohrenschmalz dafür, dass sie sich nicht im Ohr festsetzen und ausbreiten können. Die weißgelbe Substanz transportiert Erreger und Bakterien in die äußere Ohrmuschel.
Wenn jedoch ein Fremdkörper, wie etwa ein In-Ear-Kopfhörer oder auch ein Hörgerät oder ein Ohrstöpsel, den Gehörgang verschließt, wird diese natürliche Funktion gestört. Außerdem entsteht im Inneren ein feucht-warmes Klima. Darin fühlen sich Pilzsporen besonders wohl. Für die Erreger wirke das „wie ein Brutkasten, sie breiten sich aus“, erklärt Professorin Antje Aschendorff, stellvertretende Direktorin der HNO-Klinik der Universität Freiburg, in der „Apotheken Umschau“.
Zudem drücken In-Ear-Kopfhörer den Ohrenschmalz tiefer ins Ohr. Das kann dazu führen, dass dieser sich dort verhärtet und einen Pfropf bildet. Das wiederum verschließt den Gehörgang zusätzlich und verstärkt den Brutkasten-Effekt.
In der Folge infizieren die Pilze den Gehörgang. Eine schmerzhafte Otomykose entsteht. Folgende Symptome können laut „Apotheken Umschau“ darauf hindeuten:
Pilzinfektionen im Ohr sind meist gut behandelbar. Für ältere Menschen oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise Diabetikern, können sie laut „Apotheken Umschau“ jedoch zu weiteren Entzündungen führen. Bei Verdacht auf eine Gehörgangsmykose sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Dieser bestimmt die Art der Infektion, reinigt das Ohr und verschreibt gegebenenfalls Medikamente. Nach zehn bis 14 Tagen ist eine Otomykose normalerweise abgeheilt.
Wer einer Pilzinfektion entgehen möchte, muss aber nicht gänzlich auf das Tragen von In-Ear-Kopfhörern verzichten. Wichtig ist jedoch, dass diese regelmäßig gereinigt werden. Auch das dazugehörende Etui sollte dabei ausgewischt werden, da sich dort ebenfalls Erreger ansammeln können. Nach längerem Tragen, vor allem im Sommer oder beim Sport, sollte man dem Ohr außerdem eine Pause gönnen. So wird der Gehörgang wieder ausreichend belüftet.