Nach der 1:9-Pleite  Wie geht es bei Germania Leer jetzt weiter?

| | 04.11.2024 16:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kapitän Nick Kaßmann (rechts) spielte gegen BV Garrel auf der Innenverteidiger-Position. Fotos: Doden/Emden
Kapitän Nick Kaßmann (rechts) spielte gegen BV Garrel auf der Innenverteidiger-Position. Fotos: Doden/Emden
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Germania Leer droht nach dem Aufstieg in die Fußball-Landesliga der direkte Wiederabstieg. Insgesamt 32 Spieler liefen in dieser Spielzeit schon auf, einige haben den Verein bereits wieder verlassen.

Leer - Der Garreler Julian Dwertmann konnte das so eben Erlebte kaum fassen: „Solch ein Spiel habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt. Mit so wenig Widerstand haben wir nicht gerechnet“, meinte der Fußball-Landesliga-Spieler nach dem 9:1-Sieg am Sonntagnachmittag bei Germania Leer.

Die Lage beim ostfriesischen Aufsteiger Germania Leer ist so gut wie hoffnungslos. Nach 14 Spieltagen und fast der Hälfte der Saison liegt die Germania ohne einen einzigen Sieg mit nur zwei Punkten, einem Torverhältnis von 18:51 und 13 Zählern Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz abgeschlagen am Tabellenende. Konnten die Leeraner zu Beginn der Saison auch gegen Topmannschaften oft noch teilweise mithalten, gab es in den letzten beiden Partien zwei richtige Klatschen. Nach der 2:7-Niederlage in Firrel folgte das 1:9-Debakel gegen Garrel. Wie kann es bei Germania Leer jetzt weitergehen?

So denkt Co-Trainer Xavier Rieger

„Dass es schwer werden würde, war uns vor der Saison schon klar. Wir haben leider während der Saison schon viele Spieler wieder verloren. Der Abstieg dürfte kaum noch zu verhindern sein, daher müssen wir jetzt perspektivisch arbeiten. Wir brauchen eine Vision für die Zukunft“, erklärte Xavier Rieger, der bei der Germania Co- und Torwarttrainer ist und sich um die Pressearbeit kümmert.

Xavier Rieger hofft auf eine Vision für die Zukunft von Germania Leer.
Xavier Rieger hofft auf eine Vision für die Zukunft von Germania Leer.

Im Spiel gegen Garrel stellte er zusammen mit Jörg Romanowski die Mannschaft ein, da sich Cheftrainer Erhan Colak noch von einer Blinddarm-OP erholen muss. Germania hofft, dass Colak in einigen Tagen wieder auf dem Trainingsplatz stehen wird.

Diese Spieler sind nicht mehr im Kader

Wie Rieger weiter ausführte, ist man mit einem sehr großen Kader in die Spielzeit gestartet. Nach der Aufstiegssaison gab es einen sehr großen Umbruch. Der Sportliche Leiter, Vitali Daniltschenko, der aufgrund seines beruflichen Netzwerkes vor allem Spieler aus Moldawien nach Leer holte, verließ den Verein aus privaten Gründen. Zahlreiche Leistungsträger sagten ebenfalls adieu wie zum Beispiel Valeriu Gaiu oder Piotr Gherman, die es in die Oberliga nach Wilhelmshaven zog.

Insgesamt 32 Spieler sind im Laufe der Landesliga-Saison bereits zum Einsatz gekommen. Viele Akteure haben den Verein im Laufe der Vorrunde aber bereits wieder verlassen. Darunter waren auch zahlreiche Leistungsträger. Nicht mehr mit dabei sind mittlerweile Steven Torres, Paolo Sanchez, Jean Mikins Charles (alle zurück in die USA), Danila Ichim, Alizade Carmanov, Viktor Martian (alle SG Collinghorst/Rajen), Oleksii Chaban, Vladislav Guzun (Moldawien) und Torhüter Oleksandr Kurylenko.

Es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer

Dieser Aderlass war offenbar viel zu groß, um noch ein Wörtchen im Kampf um den Klassenerhalt mitreden zu können. Die letzten Ergebnisse waren jetzt auch nicht gerade dazu angetan, dass sich in der Winterpause möglicherweise noch neue Spieler der Germania anschließen könnten.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es für die noch verbleibenden vier Spiele in diesem Jahr (in Mühlen, in Vechta, gegen Dinklage und in Dodesheide). Da sich die zweite Mannschaft SG Kickers Leer/Germania II in der A-Klasse bereits in der Winterpause befindet, könnte der ein oder andere Spieler demnächst für die Landesliga-Mannschaft auflaufen.

Kaßmann auf ungewohnter Position

Gegen Garrel waren die Personalprobleme so groß, dass gleich vier A-Jugendliche im Kader standen. Der 17-jährige Nachwuchstorhüter Florian Demhartner ist Stammtorhüter. Er musste nach einem Zusammenprall gegen Garrel ausgewechselt werden, gab aber mittlerweile Entwarnung und dürfte bald wieder auf dem Platz stehen. Dazu kam in der Startaufstellung noch Nilton Gertze. Erik Slacki und Bünyamin Karakurt wurden im Laufe der Partie dann eingewechselt.

Aufgrund der Personalnot kam der erfahrene Kapitän Nick Kaßmann gegen Garrel in der Innenverteidigung zum Einsatz, eigentlich ist er im zentralen Mittelfeld zu Hause. Bei Germania Leer gibt es aktuell sehr viele Baustellen. Ein Konzept muss ganz schnell her, wie es vermutlich demnächst wieder in der Bezirksliga einen Neuanfang geben kann.

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