Digitalisierung
Behördengänge online erledigen: Das sagen die Bürger
Das neue Portal OpenR@thaus ermöglicht Bürgern im Landkreis Leer und umliegenden Kommunen ein Angebot zur digitalen Bearbeitung von Verwaltungsdienstleistungen. Was sagen die Einwohner?
Leer - Der Aufschwung, den die Digitalisierung nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie erfahren hat, macht sich in immer mehr Bereichen des Alltags bemerkbar. Über das Portal OpenR@thaus können Einwohner im Landkreis Leer und sieben kreisangehörigen Kommunen Behördengänge seit August dieses Jahres online erledigen. Doch was sagen die Bürgerinnen und Bürger dazu?
Kara Hammerschmidt aus Leer arbeitet in einer Filiale einer amerikanischen Fast-Food Kette in der Leeraner Innenstadt. Wegen langer Arbeitszeiten schaffe die 21-Jährige es nicht während der Öffnungszeiten ins Rathaus. Sie werde das Angebot wahrnehmen. „Das ist eine gute Sache. Bei meinem Umzug vor einer Weile hätte ich das gut nutzen können.“
Das Zwischenmenschliche gehe verloren
Der 34-jährige René Munzel aus Moormerland ist dem digitalen Fortschritt skeptisch gegenüber. Der gebürtige Leeraner meint, das neue Portal sei eine schlechte Idee. „Manche lieben den Kontakt zwischen den Menschen.“ Auch der manchmal schwierige Kontakt zum Gegenüber sei wichtig. Mit Portalen dieser Art gehe das Zwischenmenschliche verloren. Er werde das digitale Angebot auf keinen Fall nutzen. „Es ist schön, dass die Technik immer besser wird, aber es ist nichts für mich“, sagt er. Schwierig sei es auch für die Menschen in Orten, in denen es schlechte Internetverbindungen gibt.
Anderer Meinung ist Christel Muthig aus Ostrhauderfehn. Sie ist gehbehindert und mache daher seit einigen Jahren fast alles online. „Ich komme nicht mehr viel raus, für mich wäre das optimal“, sagt die 81-Jährige.
Ähnlich sehen es Elke Quernhorst-Bükers und Gerd Bükers. Das Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen ist während seines Fahrradurlaubs zu Gast in Leer, kenne das Portal aber auch aus ihrer Heimat Xanten und ist von dem digitalen Angebot überzeugt. Jedoch hoffen beide, dass auch ältere Menschen das Angebot nutzen können und niemand auf der Strecke bleibe.