Emden
„Kapitän Bleeker“ hat neuen Eigentümer
In der Auktion erhielt ein Unternehmen aus Wulsbüttel den Zuschlag für das Lotsenschiff. Der Verkauf bringt der Schifffahrtsdirektion Nordwest mehr als 186 000 Euro ein. Über das Internet gingen insgesamt 15 Gebote ein. Wo und zu welchem Zweck das 55 Meter lange Schiff zukünftig eingesetzt werde, steht noch nicht fest.
Emden - Die „Kapitän Bleeker“ hat einen neuen Eigentümer. Die Firma Atlantic Marine Services aus Wulsbüttel im Landkreis Cuxhaven erwarb das im vergangenen Jahr außer Dienst gestellte Lotsenstationsschiff über das Verwertungsunternehmen des Bundes (VEBEG). Sie gewann die Online-Auktion mit einem Gebot von 186 000,60 Euro. Zum Kaufpreis hinzu komme laut VEBEG-Sprecher Volkmar Kunert noch die anfallende Umsatzsteuer. Cornelius Bockermann, Geschäftsführer von Atlantic Marine Services, bestätigte auf Anfrage der OZ den Kauf der „Kapitän Bleeker“. Dazu, wo und zu welchem Zweck das 55 Meter lange Schiff zukünftig eingesetzt werde, könne er jedoch noch keine Angaben machen. Atlantic Marine Services ist als Reederei auf die Beförderung von Frachten spezialisiert, beteiligt sich unter anderem aber auch an der Bergung von Schiffswracks vor der nigerianischen Atlantikküste.
Das Unternehmen hatte nicht als einziges ein Interesse an der 1963 in der Papenburger Meyer-Werft gebauten „Kapitän Bleeker“ bekundet. Wie Kunert sagte, seien bei der VEBEG neben der letztlich erfolgreichen noch vier weitere ernstzunehmende Offerten für das Schiff eingegangen. Insgesamt habe es 15 Gebote gegeben – angefangen schon bei wenigen tausend Euro. „Zum Abschluss des Geschäfts warten wir jetzt nur noch auf die Zahlung. Dafür hat der Käufer zehn Tage Zeit“, sagte Kunert.
„Es könnte zum Beispiel zur Überwachung in Offshore-Windparks eingesetzt werden“
Angetrieben von zwei Elektromotoren mit zusammen 1240 PS, war die „Kapitän Bleeker“ beinahe 50 Jahre lang vor Borkum stationiert. Von dort aus stiegen die Emder Lotsen mit Hilfe eines kleinen Tochterbootes auf andere Schiffe um, die sie die Emsmündung hinein geleiteten. Im September des vergangenen Jahres machte das Schiff schließlich seine letzte Fahrt. Inzwischen hat die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest (WSD) das Schiff durch drei moderne sowie kleinere Boote ersetzt, die direkt im Borkumer Hafen liegen. Schon seit einigen Jahren hatte die WSD Probleme damit, Ersatzteile für die in die Jahre gekommene „Kapitän Bleeker“ zu besorgen.
Gerhard Janßen, Ältermann der Emder Lotsenbrüderschaft, sieht dennoch zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für das Schiff: „Ich kann mir da viel vorstellen. Es könnte zum Beispiel zur Überwachung in Offshore-Windparks eingesetzt werden.“ Zunächst einmal bereitet sich Janßen aber auf den Abschied von der „Kapitän Bleeker“ vor. „Wir werden das Schiff irgendwann in den nächsten 14 Tagen an die VEBEG übergeben.“