Aurich
Enercon stoppt Bahnausbau
Die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Strecke Aurich-Emden ist vom Tisch. Der Windenergieanlagen-Hersteller Enercon wollte die Gleise verbreitern lassen, um größere Teile in den Emder Hafen zu transportieren. Das ist nun doch nicht nötig.
Aurich - Der seit Jahren geplante Ausbau der Bahnstrecke Aurich-Emden ist vom Tisch. Die Stadt Aurich und der Auricher Windenergie anlagen-Hersteller Enercon haben das Projekt beerdigt – und damit auch die Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr. Begründung: Wegen des technischen Fortschritts braucht Enercon die angestrebte Lademaßerweiterung nun doch nicht. Die Firma wollte die Gleise von 3,50 Meter auf 5,05 Meter verbreitern lassen, um mit der Bahn größere Teile in den Emder Hafen transportieren zu können.
Das sei nicht mehr nötig, sagte am Donnerstag Hardwig Kuiper, Erster Stadtrat von Aurich und Aufsichtsratsvorsitzender der Eisenbahninfrastrukturgesellschaft Aurich-Emden (EAE). Gesellschafter der EAE sind die Stadt Aurich (51 Prozent) sowie die Firmen Enercon (48 Prozent) und Kerker (1 Prozent). Künftig werde Enercon in der Lage sein, „sperrige Güter etwas kleiner zu portionieren“, sagte Kuiper in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung.
Zugleich verkündete Kuiper das Aus für den Personenverkehr. Das Land Niedersachsen hätte zwar vorbehaltlich einer noch ausstehenden Kosten-Nutzen-Analyse 75 Prozent der Kosten übernommen, doch die EAE hätte trotzdem mindestens 28 Millionen Euro aufbringen müssen, um die technischen Voraussetzungen zu erfüllen. „Das ist nicht finanzierbar“, sagte Kuiper. Der Aufsichtsrat habe daher einstimmig beschlossen, auch diesen Teil des Projekts zu stoppen.
Dennoch will die EAE in die Bahnstrecke investieren. Für drei Millionen Euro sollen zwei Umfahrungsgleise in Südbrookmerland gebaut werden, damit mehrere Züge gleichzeitig die Trasse nutzen können. Außerdem soll die Verkehrssicherheit verbessert werden. Vertreter der Gemeinde Südbrookmerland, in der seit Jahren heftig über den Bahnausbau diskutiert worden war, reagierten erleichtert.