Aurich

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Legendäres Plattdeutsch-Wörterbuch digitalisiert

So kennen „den Buurman“ viele ostfriesischen Platt-Begeisterten: Als gedrucktes Nachschlagewerk. Nun aber gibt es das Wörterbuch auch im Internet. Bild: Ostfriesische Landschaft

Vor mehr als 50 Jahren hat der Rheiderländer Dr. Otto Buurman ein riesiges, zwölfbändiges Kompendium der ostfriesischen Mundart erstellt. Jetzt liegt das lange Zeit vergriffene Werk auch im Internet vor. Kostenlos.

Aurich - Wenn in Ostfriesland von „dem Buurman“ die Rede ist, denken zumindest viele „Plattprooter“ an das zwölfbändige hochdeutsch-plattdeutsche Wörterbuch von Dr. Otto Buurman auf der Grundlage der ostfriesischen Mundart. Das erschien in erster Auflage zwischen 1962 und 1975 und ist in gedruckter Form längst vergriffen und höchstens noch antiquarisch zu bekommen. Für die Ostfriesische Landschaft gilt das Kompendium „bis heute als Vermächtnis für die Pflege des Plattdeutschen“ – und jetzt steht das Lexikon des gebürtigen Rheiderländers auch im Internet zur Verfügung: kostenlos.

Die Projektpartner „Oostfreeske Taal – Vereen för oostfreeske Spraak un Kultur“ und die Ostfriesische Landschaft haben das digitalisierte Werk erstmals vorgestellt. „Mein Großvater hat ursprünglich das Wissen von den Menschen geholt – jetzt wird dieses Wissen wieder zu den Menschen gebracht“, wird Prof. Dr. Gerhard Buurman, Enkel von Otto Buurmann, in einer Mitteilung zitiert. Seine Familie gab für die Internet-Veröffentlichung die Rechte frei. Er bezeichnete das Werk seines Großvaters als einen Sprachschatz. Die Sprache sei ähnlich einer archäologischen Arbeit erkundet worden. Hans Freese, Vorsitzender von Oostfreeske Taal, ergänzt: „Otto Buurman hat den Menschen seiner Zeit aufs Maul geschaut.“ Er danke der Ostfriesischen Landschaft für die fruchtbare Zusammenarbeit.

Lange Diskussionen über eine Neuauflage

Dr. Otto Buurman (1890-1967) selbst, der als Philologe, Arzt und Ministerialbeamte arbeitete, erlebte den Abschluss der Veröffentlichung seines Lexikons im Jahr 1975 nicht mehr. Erarbeitet hatte er es seinerzeit zusammen mit Heye Coordes, Jacques und Wilhelm Groeneveld sowie Theodor Kuiper und Johann Schoon. Nachdem das zunächst im Wachholtz Verlag Neumünster veröffentlichte Werk vergriffen war, gab Oostfreeske Taal 1993 eine zweite Auflage heraus. Auch diese war nach Angaben der Ostfriesischen Landschaft bald ausverkauft. Da der Verlag jedoch keinen Nachdruck in Erwägung zog, fielen die Rechte an dem Werk zurück an den Sohn Dieter Buurman und liegen heute beim Enkel Prof. Dr. Gerhard Buurman.

Bereits 2009 war Johannes Diekhoff, der langjährige Vorsitzende des „Arbeitskreises ostfriesischer Autorinnen und Autoren“ an die Landschaft mit dem Gedanken herangetreten, „den Buurman“ noch ein drittes Mal aufzulegen. Davon hatte man seinerzeit aus Kostengründen Abstand genommen, entwickelte aber im Gespräch mit dem Leiter der Landschaftsbibliothek, Dr. Paul Weßels, die Idee, das Lexikon einzuscannen und digital im Internet zur Verfügung zu stellen. Die Rechte dafür habe man schnell bekommen, „aber mit der Umsetzung haperte es zunächst“, so die Landschaft. Martin Feldkamp, damaliger Vorsitzender von Ostfreeske Taal, habe schließlich erneut die Initiative. In Kooperation mit der Landschaftsbibliothek wurde im Februar 2016 Dietrich Meyer engagiert mit dem Auftrag, die Digitalisierung des 5500 Seiten umfassenden Zyklus umzusetzen. Mit Unterstützung des Jobcenters des Landkreises Aurich sei dies nun erfolgreich abgeschlossen worden, so die Landschaft. Das Wörterbuch von Buurman steht nun auf der Homepage des Vereins „Oostfreeske Taal“ zur Verfügung unter http://go.zgo.de/m2434 – und es ist zudem auf der Internetseite der Landschaft als komplettes PDF zu finden und herunterzuladen unter http://go.zgo.de/yv0hs.

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