Emden

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Emder Feuerschiff liegt seit 35 Jahren im Delft

Mithilfe von Schleppern wurde das Feuerschiff im August 1984 in den Ratsdelft gebracht. Archivbilder: Privat

Seit 35 Jahren liegt das Feuerschiff „Amrumbank“ im Emder Ratsdelft. Der Trägerverein lädt am Sonnabend zum „Open Ship“ ein. Es ist für längere Zeit eine der letzten Gelegenheiten für einen Besuch.

Emden - Seit 35 Jahren liegt das Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ als schwimmendes Museum im Emder Ratsdelft. Um diesen Jahrestag zu feiern, lädt der Trägerverein für Sonnabend, 3. August, zum „Open Ship“ ein. Der Eintritt ist frei, wie es in einer Ankündigung heißt. Von 10.30 bis 17 Uhr können Besucher sich auf dem Feuerschiff umsehen (siehe Infokasten) und sich einen Eindruck von der „Amrumbank“ und ihrer Geschichte verschaffen.

Vor dem Feuerschiff standen die Menschen im August vor 35 Jahren Schlange.
Die begann 1914 mit dem Bau auf der Papenburger Meyer-Werft. 1918 kam das Schiff erstmals zum Einsatz. Nach der insgesamt 65 Jahre langen Dienstzeit auf verschiedenen Positionen ging es 1983 an den Emder Verein. Dessen Gründer und heutiger Ehrenvorsitzender, Kapitän Adolf Janssen, habe vorgeschlagen, das Feuerschiff „Amrumbank“ in die Seehafenstadt zu holen, heißt es in einer Mitteilung. Dr. Erich Brüggemann habe die Menschen für diese Idee begeistert, während der Berufsschullehrer und ausgebildete Maschinist Hermann Kramer, dafür gesorgt habe, dass die Maschine im Schiff blieb.

Der Verein zahlte für das Schiff den Schrottpreis von 18 000 Mark

Damit der Verein das Schiff übernehmen konnte, sei im Vorfeld einige Verhandlungen mit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion notwendig gewesen. Der Verein habe schließlich für das Schiff den Schrottpreis in Höhe von 18 000 Mark gezahlt. Der letzte Kapitän der „Amrumbank“, Reinhold Völkel, übergab das Schiff am 19. Oktober 1983 in der Nesserlander Schleuse an Adolf Janssen. Der Vereinsgründer habe daraufhin das überraschende Kommando gegeben, das Schiff zunächst direkt an das Ostufer des Ratsdelfts – nahe dem heutigen Liegeplatz – zu steuern. Damit habe er den Beweis geliefert, dass die „Amrumbank“ dort ihren ständigen Platz finden könnte, heißt es vom Verein. Dies sei von Anfang an sein Plan gewesen.

„Open Ship“ auf dem Feuerschiff

„Open Ship“ auf dem Feuerschiff im Emder Ratsdelft ist am Sonnabend, 3. August, von 10.30 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Für Gruppen werden Führungen angeboten, teilt der Trägerverein mit. Das Restaurant an Bord ist an diesem Tag durchgehend geöffnet. Für die musikalische Untermalung sorgt vormittags die Emder Shanty-Gruppe. Als Gast wird auch der Vereingründer und Ehrenvorsitzende Adolf Janssen erwartet.

Am 27. Oktober ging es für das Feuerschiff aber zunächst in das Dock der damaligen Thyssen-Nordseewerke. Der Rumpf wurde von Algen und Muscheln befreit, anschließend erhielt die „Amrumbank“ einen neuen Anstrich. Neun Monate dauerte es letztendlich, sie zum Museumsschiff umzubauen.

Im Oktober soll das Feuerschiff in die Werft gehen

Nachdem trotz einiger Bedenken die Wahl auf den Ratsdelft gefallen sei, verließ die „Amrumbank“ am 2. August 1984 die Werft und wurde mithilfe von Schleppern zu ihrem heutigen Liegeplatz gebracht. Zwei Tage später hatten die Emder erstmals die Möglichkeit, die zu diesem Zeitpunkt neueste Attraktion der Stadt zu besichtigen. Tausende Menschen hätten das Schiff empfangen, schreibt der Verein in seiner Mitteilung.

Auf viele Besucher hoffen die Organisatoren auch beim „Open Ship“ am Sonnabend. Für Gäste und Einheimische ist es eine der letzten Gelegenheiten, das Feuerschiff vor der geplanten Sanierung zu sehen. Am 31. August soll die „Amrumbank“ laut Verein den Ratsdelft verlassen. Aufgrund der Sperrung der Eisenbahnbrücke über den Alten Binnenhafen werde es vorzeitig in den Außenbereich fahren, um dort auf einen Termin in der Werft zu warten, teilt der Verein mit.

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