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Bahnübergang für Autos komplett dicht

Am Bahnübergang Bremer Straße in Leer geht bald nichts mehr. Bild: Ortgies

von Nikola Nording

Der Bahnübergang in der Bremer Straße in Leer wird ab dem 19. Dezember für den Verkehr für viele Monate komplett geschlossen. Die Stadt sah sich zu diesem Schritt gezwungen.

Leer - Autofahrer in Leer müssen sich ab diesem Donnerstag andere Wege fahren: Der Bahnübergang an der Bremer Straße ist ab jetzt komplett gesperrt. Das teilte die Stadt Leer am Mittwoch mit und zieht damit Konsequenzen aus dem Verkehrschaos, das sich rund um die Baustelle des neuen Fußgängertunnels gebildet hat. Die Sperrung gilt voraussichtlich für ein dreiviertel Jahr.

Wegen der Baustelle war bisher nur die Fahrbahn stadtauswärts gesperrt. Seit ihrer Einrichtung spielten sich aber immer wieder gefährliche Szenen an dem Knotenpunkt ab. Fußgänger und Fahrradfahrer wechselten nach dem Öffnen der Schranken willkürlich die Fahrbahnseiten und schlängelten sich zwischen den noch wartenden Autos durch. Besonders eilige wichen sogar auf die Fahrbahn aus und standen Autos plötzlich im Weg. Die Gefahr für Unfälle stieg dadurch massiv. Deswegen beschlossen Stadt, Bahn und Polizei jetzt gemeinsam: Der Bahnübergang wird für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Nun solle der Verkehr bereits an der Spierkreuzung über Stadtring beziehungsweise Südring umgeleitet werden. Fußgänger und Radfahrer können weiter den Bahnübergang überqueren. Die veränderte Verkehrsführung betrifft nicht nur den Bahnübergang. Auch die Große Roßbergstraße ist davon betroffen. Die sei ab der Annenstraße nur noch für den Anliegerverkehr freigegeben werden.

Sicherheit geht vor

Bei der Stadt Leer ist man über die Entwicklung nicht glücklich: „Zusammen mit der Bahn bedauern wir die Schließung – gerade in der Adventszeit. Kontrollen haben die Unmöglichkeit der Situation vor Ort verdeutlicht. Und die Sicherheit für die Menschen geht vor“, erklärte Bürgermeisterin Beatrix Kuhl gegenüber der OZ.

Der Sperrung in der Adventszeit ist auch dem Werbegemeinschaftsvorsitzenden Johannes Poppen ein Dorn im Auge: „Es ist ein Unding“, sagte er. „Was sind denn da für Planer am Werke? Nach sechs Jahren Stillstand in diesem Bereich muss man im Dezember mit den Arbeiten anfangen?“, fragt er. Seit 2013 wird über die Sanierung des Fußgängertunnels in Leer gestritten. Die Sperrung sei aus Einzelhandelssicht nie gut, doch im Dezember besonders empfindlich. „Auch nach Weihnachten kommen die Menschen in die Städte und wollen einkaufen“, sagt Poppen.

Die nächste Eskaliationsstufe für den Verkehr in der Bremer Straße kommt dann am Wochenende 27. bis 30. Dezember: Wie Bahn und Stadt mitteilen, werden in dieser Zeit die großen Stahlteile für die Fußgängerunterführung eingebaut. Dafür muss jeglicher Verkehr am Bahnübergang ruhen. Das bedeutet: Die Züge können nicht fahren und Fußgänger sowie Radfahrer müssen auch einen Umweg fahren. Dort empfiehlt die Stadt den Tunnel in der Reimersstraße.

Stefan Albring 18.12.2019
16:27 Uhr
Eine kluge Entscheidung!
Stefan Albring 18.12.2019
20:08 Uhr
Herrn Poppens Meinung zu Verkehrsfragen sollte man sich schenken. Seine Aussagen sind so valide wie Abgaswerte von Volkswagen und so wechselhaft wie Ampelphasen. Was gab es für Sorgen ob der Perspektive, dass die Abbiegespur Ostersteg-Ledastraße für FaCit verengt werden könnte - aber eine fünfwöchige Vollsperrung für den Weihnachtsmarkt ist natürlich gar kein Problem. Total inkonsequentes Gejammer auf höchstem Niveau.
Stefan Albring 18.12.2019
20:13 Uhr
...und vielleicht gibt es bei der Bahn ein paar mehr Einflussfaktoren in Form hunderter Züge und tausender Pendler als die vorweihnachtlichen Umsatzfantasien eines wenig innovativen 08/15-Klamottenhändlers.
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