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Ostfriesen nehmen Anteil an Schicksalen

Die Verantwortlichen der Vereine und der OZ freuen sich über die Spendensumme. Bilder: Ortgies

Von Vera Vogt

Die Leser der Ostfriesen-Zeitung haben bei der Weihnachtsaktion rund 34 800 Euro für Theartic und die Kontaktstelle Dwarsloopers gespendet. Die Verantwortlichen freuen sich über das Geld – aber nicht nur darüber.

Leer - Menschen mit psychischen Erkrankungen oder einer Behinderung erleben häufig Ausgrenzung oder Isolation. Die Theaterwerkstatt Theartic und die Kontaktstelle Dwarsloopers sind zwei Vereine, die sich dem entgegenstellen. Um sie ging es bei der vergangenen Weihnachtsaktion. Die OZ hat Geschichten von Menschen erzählt, deren Leben von den Vereinen verändert worden sind – die OZ-Leser haben gespendet. Die Schicksale scheinen die Ostfriesen berührt zu haben – insgesamt kamen für Theartic und die Kontaktstelle Dwarsloopers rund 34 858 Euro zusammen.

Darüber, was mit dem Geld der Weihnachtsaktion passieren soll, unterhielten sich die Verantwortlichen der OZ und der Vereine in Logabirum.
Die Verantwortlichen der OZ haben den Scheck nun übergeben. „Mit solch einer Summe haben wir nicht gerechnet – Wahnsinn“, sagte Sozialpädagogin Anne Bünting vom Landkreis Aurich. Sie berät bei der Kontaktstelle psychisch Erkrankte. „Wir möchten allen Verantwortlichen danken“, pflichtete ihr die Gründerin der integrativen Theaterwerkstatt Theartic, Ulrike Heymann, bei.

Wertvoll wie Geld: „Wir werden gesehen“

Nicht nur die Spenden sind für die Verantwortlichen ein Grund zur Freude. „Unsere Besucher haben nun das Gefühl: ‚Wir werden gesehen.‘ Das ist für uns genauso wichtig wie das Geld“, sagt Anne Bünting von der Kontaktstelle Dwarsloopers. In der Öffentlichkeit sei das Thema psychische Erkrankung noch immer ein Tabu. So habe man auch nicht damit gerechnet, für die Weihnachtsaktion in Frage zu kommen. „Die Beiträge in der OZ haben den Betroffenen das Gefühl gegeben, wahrgenommen zu werden. Und ich habe immer wieder gehört, dass sich die Menschen gut dargestellt fühlen“, sagt Bünting.

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Die Weihnachtsaktion hatte allerdings noch einen Effekt: Die Vereine werden sich vernetzen. „Wir laden alle Besucher der Kontaktstelle zu unserer nächsten Aufführung ein“, sagt Gründerin Ulrike Heymann. Bei Theartic stehen auch Menschen mit psychischen Erkrankungen auf der Bühne. „Ich hoffe, das inspiriert den ein oder anderen, sich auch mehr zuzutrauen“, sagt die Vereins-Gründerin.

Was passiert mit den Spenden?

Beide Vereine haben schon Ideen, für was sie die Spenden nutzen wollen. Bei den Dwarsloopers stehen mehrere kleine Investitionen an: „Wir wollen eine bessere Ausstattung für unsere Küche“, sagt Bünting. Bei den Dwarsloopers kochen die psychisch Erkrankten einmal die Woche gemeinsam. Das solle nun reibungsloser und einfacher werden. „Wir könnten auch neues Besteck gebrauchen“, fügt sie hinzu. „Jetzt können wir auch wieder Auflüge planen“, sagt der erste Vorsitzende des Fördervereins, Gunther Siebels-Michel.

Lange Zeit war es den Dwarsloopern nicht möglich, zum Beispiel zu den Ostfriesischen Inseln zu fahren – das ist dank der Spenden der OZ-Leser jetzt anders.

Auch bei der Theaterwerkstatt Theartic aus Emden laufen die Planungen dazu, was mit den Spenden passieren soll. Hier schaffen Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam Kunst. „Die Spenden fließen in die Ensembles und Produktionen, das steht fest“, sagt Heymann.

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