Emden

Greetsiel/Leybuchtpolder

Idee: Greetsieler Grundschüler gehen nach Norden

Was wird aus der Grundschule Greetsiel? Darüber will am 5. März der Bildungsausschuss sprechen. Bild: Wagenaar

In der Diskussion über die Zukunft der Greetsieler Grundschule hat jetzt die Norder SPD vorgeschlagen, die Greetsieler Kinder künftig in Norden-Leybuchtpolder unterrichten zu lassen. Eine Entscheidung müsste aber schnell fallen.

Greetsiel/Leybuchtpolder - Bislang werden vor allem zwei Varianten diskutiert, wenn es um das drohende Aus für die Grundschule Greetsiel geht. Die eine sieht vor, dass dort der Kindergarten mit einzieht, um eine höhere Auslastung des Gebäudes zu erreichen und die Schule dadurch zu erhalten. Bei der anderen würde die Greetsieler Einrichtung geschlossen werden und die Kinder kämen künftig in Jennelt unter. Nun ist jedoch auch noch ein weiterer Vorschlag im Gespräch, der aus der benachbarten Stadt Norden kommt.

So schlug die SPD-Ratsfrau Dorothea van Gerpen in der jüngsten Sitzung des dortigen Bildungsausschusses vor, die Greetsieler Kinder künftig in der knapp fünf Kilometer entfernten Grundschule des Norder Ortsteils Leybuchtpolder unterrichten zu lassen. Im Gegensatz zu der ebenfalls – allerdings langfristig – von der Schließung bedrohten Norddeicher Grundschule mangele es in Leybuchtpolder zwar nicht an Schülern, wie der städtische Fachdienstleiter für den Bereich Schulen, Hans-Georg Rahmann, im Ausschuss bestätigte. Van Gerpen sah die Zusammenlegung aber dennoch als Chance.

Bürgermeister wollen über das Thema sprechen

Immerhin gibt es bereits in anderen Bereichen, wie etwa der Feuerwehr, interkommunale Kooperationen, hieß es. Zudem ist das Schulgebäude laut Rahmann in einem guten Zustand – wäre also auch zukünftig eine geeignete Bildungsstätte. Schon vor etwa zehn Jahren habe es diesbezügliche Gespräche mit den Krummhörnern gegeben, sagte er.

Nordens Bürgermeister Heiko Schmelzle (CDU) kündigte anschließend auf Nachfrage an, das Thema mit seinem Krummhörner Amtskollegen Frank Baumann (SPD) anzuschneiden. Wie Fritz Harders, Sprecher der Gemeinde Krummhörn, am Donnerstag der OZ sagte, ist es jedoch bislang noch nicht dazu gekommen und Baumann wolle sich gegenüber der Presse nicht vorab dazu äußern.

Beide Grundschulen sollen in gutem Zustand sein

Ein Verfechter des Grundschulerhalts in Greetsiel ist der dortige Ortsvorsteher und Krummhörner SPD-Fraktionsvorsitzende Alfred Jacobsen. Erst Anfang dieser Woche hatte er sich in einem Schreiben für die Variante mit dem Kindergarteneinzug ausgesprochen und auch für den Erhalt der anderen drei Krummhörner Grundschulen plädiert, die sich in Jennelt, Pewsum und Loquard befinden. Auf die Idee seiner Norder Parteigenossen angesprochen, sagte er, dass diese ebenfalls Sinn machen würde, wenn sich die Grundschule Leybuchtpolder wirklich in einem guten Zustand befinde. Andernfalls müsse man bei einer interkommunalen Zusammenlegung gemeinsam einen Neubau errichten und sich die Kosten dafür teilen, betonte der Ortsvorsteher.

Allerdings befinde sich auch die Greetsieler Grundschule in einem baulich guten Zustand. Ebenso wie die Turnhalle. Erst vor ein paar Jahren sei beides grundsaniert worden, plädierte Jacobsen für die eigene Einrichtung. „Die Kernfrage lautet daher: ,Was ist auf beiden Seiten gewollt?‘“, so der SPD-Fraktionschef.

Egal welche Entscheidung getroffen wird: Es muss schnell gehen. Denn schon am 5. März soll im Krummhörner Bildungsausschuss darüber gesprochen werden, ob das Gremium dem Rat die Schließung der Greetsieler Grundschule zugunsten des Standorts Jennelt empfehlen soll.

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