Wirtschaft

Ostfriesland/Ammerland

Molkerei ist für „Kühe in Kurzarbeit“

Die Molkerei Ammerland - hier der Standort Wiefelstede-Dringenburg - zählt zu ihren Lieferanten viele ostfriesische Landwirte. Archivbild: Molkerei Ammerland

Wegen der Corona-Krise ist der Milchpreis unter Druck. Die Molkerei Ammerland spricht sich daher für eine freiwillige Milchmengenreduzierung gegen Entgelt aus. Doch nicht nur Corona bereitet Probleme.

Wiefelstede - Die Molkerei Ammerland tritt in der Corona-Pandemie für eine freiwillige Milchmengenreduzierung gegen Entgelt ein, finanziert aus dem EU-Milch-Pakt. Der Milchpreis sei unter Druck, weil ein hohes Angebot auf große Absatzschwierigkeiten stoße. Das teilte das genossenschaftliche Unternehmen in Wiefelstede (Kreis Ammerland) am Montag bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2019 mit. Gastronomie und Außer-Haus-Verzehr fielen als Abnehmer nahezu aus. Die Molkerei begrüßte deshalb die Aktion „Kühe in Kurzarbeit schicken“ der Bewegung „Land schafft Verbindung“ (LsV).

Die derzeit in Europa zu beobachtenden Tendenzen zur schrittweisen Lockerung der Restriktionen werden aus Sicht der Molkerei Ammerland zunächst nur zu einem sehr langsamen Anstieg der Nachfrage führen. „Eine Normalisierung der Situation ist aufgrund der nicht abzuschätzenden Folgen der Krise nicht absehbar“, heißt es. Trotz der schwierigen Lage rechne man damit, sich auch in Zukunft weiterhin eigenständig und unabhängig am Markt behaupten zu können, so die Genossenschaft, zu deren Lieferanten viele ostfriesische Milchbauern gehören.

Beim Milchpreis über dem Durchschnitt

2019 steigerte die Molkerei ihren Umsatz um 8,9 Prozent auf 998,6 Millionen Euro. Die verarbeitete Milchmenge nahm um 8,8 Prozent im Vergleich zu 2018 auf 1,96 Milliarden Kilogramm zu. Der ausgewiesene Jahresüberschuss blieb mit 6,03 Millionen Euro nahezu konstant. Die Mitgliederzahl der eingetragenen Genossenschaft stieg leicht auf 2104 Milchbauern. Die Dürre 2019 habe den Milchviehhaltern Probleme bereitet, das Futter sei teuer gewesen. Zwischen Ostfriesland und Wesermarsch schadete auch eine Mäuseplage dem Grünland.

Die Molkerei zahlte den Bauern 2019 durchschnittlich 34,68 Cent für ein Kilogramm Milch. Damit habe man regional und bundesweit wieder deutlich über dem Durchschnitt gelegen, so die Molkerei mit Produktionsstandorten in Wiefelstede-Dringenburg und Oldenburg.

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