Emden

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Sexuelle Belästigung: Mädchen fliehen panisch in ein Geschäft

Die Polizei sucht einen etwa 30 bis 35 Jahre alten Mann mit braunen Haaren. Bild: lassedesignen/Fotolia.com

Von Gordon Päschel

In der Emder Innenstadt sollen zwei Mädchen von einem Mann sexuell belästigt worden sein. Einer der beiden griff der Täter offenbar an den Oberschenkel. Die elf Jahre alten Opfer suchten in einem Schuhgeschäft Schutz.

Emden - Eine Mutter und die Polizei in Emden suchen nach einem Mann, der zwei Mädchen im Alter von elf Jahren sexuell belästigt haben soll. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Ermittler am Donnerstag gegen 16.30 Uhr in der Innenstadt. An einer Fußgängerampel fasste ein bislang Unbekannter einer der beiden Schülerinnen an den Oberschenkel und drückte zu. Das Opfer und ihre Freundin flohen in ein nahes Schuhgeschäft, wo ihnen Angestellte halfen und die Polizei riefen.

Obwohl sich die Beamten sofort um den Fall kümmerten, wendet sich die Mutter des Opfers via Facebook an die Öffentlichkeit: Es könne nicht sein, „dass das nachmittags einfach so passieren kann“ schreibt sie zusammen mit einer detaillierten Schilderung des Geschehens. Gegenüber der OZ sagte sie, dass sie hoffe, Zeugen zu finden, damit der Täter gefasst wird: „Kein Mensch egal ob weiblich oder männlich und egal wie alt, sollte so bedrängt werden.“ Ihr Facebook-Post wurde tausendfach geteilt.

„Es war ein richtiger Grapscher“

Die Mutter berichtet, dass die beiden Mädchen zusammen mit mehreren anderen an der Fußgängerampel standen, die über die Neutorstraße in die Einkaufsstraße „Zwischen beiden Sielen“ führt. „Meine Tochter hat eine Berührung gemerkt und die Hand an ihrem Oberschenkel gesehen“, berichtet sie. Ein Versehen schließt sie aus: „Sie ist nicht angerempelt worden, es war ein richtiger Grapscher.“ Dann ergriffen die Mädchen die Flucht in das besagte Schuhgeschäft, wie auch die Polizei bestätigt. Der Filialleiter, der nicht öffentlich mit seinem Namen genannt werden möchte, informierte die Beamten. „Die sind hier reingerannt. Eine hat die ganze Zeit geweint“, berichtet er der OZ. „Die beiden hatten Angst und haben sich nicht getraut, selbst die Polizei anzurufen.“

Er und eine Kollegin hätten versucht, die Mädchen zu beruhigen. „Sie haben gesagt, dass sie von einem Mann begrapscht worden sind“, so der Filialleiter. Er habe sich dann bei der Polizei gemeldet. Keine fünf Minuten nach dem Anruf sei ein Streifenwagen gekommen. Die Beamten leiteten sofort eine Fahndung ein. Sie nahmen die beiden Mädchen im Wagen mit. Die gemeinsame Suche im nahen Umfeld blieb ergebnislos.

Die Täterbeschreibung

Die Polizei beschreibt den Täter als etwa 30 bis 35 Jahre alten Mann mit braunen Haaren. Er soll ein weißes T-Shirt getragen haben. Die Mutter des Opfers nennt noch weitere Details, die ihre Tochter beobachtet habe: Demnach habe der Täter seine Haare „hochgegelt“ gehabt und eine schwarze Jogginghose der Marke Adidas getragen. „Das Gesicht hat meine Tochter nicht gesehen. Sie hat nur zur Hand geguckt und ist dann panisch weggelaufen“, sagt sie.

Wie groß die Resonanz auf ihren Facebook-Post bereits nach wenigen Stunden war, habe sie selbst überrascht. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so viral geht“, so die Mutter. Obwohl sie sich von der Polizei sehr gut betreut fühle, wie sie sagt, wolle sie nichts unversucht lassen und sei deswegen auch selbst aktiv geworden: „Es ist wahrscheinlich utopisch, dass der Täter mit dieser Beschreibung gefasst wird, aber ich will das nicht so einfach stehen lassen.“

„Hetzkommentare werden gelöscht“

In ihrem öffentlichen Aufruf schreibt sie aber auch, was sie nicht beabsichtigt: „Jegliche Hetzkommentare werden gelöscht“, ist dort zu lesen, „dem möchte hier keine Plattform geben“.

Obwohl der Eintrag große Kreise zog und sich etliche Nutzer zu Wort meldeten, gab es am Freitagnachmittag noch keine Mitteilungen, die zum Täter führen könnten. „Ich habe keine Hinweise bekommen“, sagt die Mutter.

Rene Bohm 27.06.2020
00:15 Uhr
Mal ganz ehrlich:

"Der Filialleiter, der nicht öffentlich mit seinem Namen genannt werden möchte"

Wieso will er nicht genannt werden? Die Mädchen haben in seinem Laden Schutz gesucht und gefunden. Wo ist das Problem?

"Das Gesicht hat meine Tochter nicht gesehen. Sie hat nur zur Hand geguckt und ist dann panisch weggelaufen"

Ja natürlich. Das hochgegelte Haar hat sie gesehen, aber nicht das Gesicht und die Mama verbietet sich "Hetzkommentare".

Der kundige Leser denkt sich seinen Teil.
Stefan Grensemann 28.06.2020
01:11 Uhr
Der kundige Leser Ihres Kommentars, Herr Bohm, denkt sich auch so seinen Teil.
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