Norden

Norddeich/Emden

Influencer sollen Seehundstation retten

Seehund „Pumuckl“ ist eines der Tiere, die in Norddeich aufgepäppelt wurden. Archivbild: Ortgies

Von Michael Hillebrand

Timo Hommers aus Emden will mithilfe von Influencern die Seehundstation in Norddeich retten. Mehrere von ihnen haben schon zugesagt, seinen Spendenaufruf zu verbreiten. Einer der Helfer hat sogar eine eigene Fernsehsendung.

Norddeich/Emden - Schon seit seiner frühesten Kindheit sei Timo Hommers ein „totaler Tierfreund“. Darum will sich der Emder auch für die Rettung der Seehundstation in Norddeich einsetzen, der wegen der Corona-Krise die Einnahmen wegbrechen. Nun hat er einen Spendenaufruf gestartet und hofft auf prominente Unterstützung: Mehrere Influencer hätten ihm bereits zugesagt, seinen Hilferuf zu verbreiten, sagte er der OZ. Weil diese Personengruppe online einen hohen Bekanntheitsgrad genießt, sollen bestenfalls Millionen von Menschen angesprochen werden.

Timo Hommers will sich für die Einrichtung einsetzen. Bild: Privat
Durch Berichte in der Ostfriesen-Zeitung sei Hommers auf das Schicksal der Seehundstation aufmerksam geworden, die sich zu 97 Prozent durch Eintrittsgelder trägt. Davon wird sowohl die Forschung als auch die Aufzucht und die Auswilderung von zurückgelassenen oder verwaisten Seehunden und Kegelrobben finanziert. Damit das auch in Zukunft so bleibt, hat der 31-Jährige unter anderem Kontakt zu Detlef Steves aufgenommen.

Detlef Steves, Wilke Zierden und Keno Veith wollen mitmachen

Er und seine Frau sind regelmäßig in der vom Fernsehsender Vox ausgestrahlten Serie „Hot oder Schrott – Die Allestester“ zu sehen. Weil das im Internet viele Follower einbringt, hat Steves die Aktion „Meine Reichweite ist deine Reichweite“ ins Leben gerufen, um corona-geplagte Betriebe zu unterstützen. Indem er für sie Spendenaufrufe teilt, will er jeweils mehr als eine Million Menschen erreichen, verspricht der 51-Jährige auf Facebook. Der Aufruf des gebürtigen Bremers Hommers soll in diesen Tagen dran sein, habe es geheißen.

Außer von ihm bekomme Hommers aber auch noch lokale Unterstützung von Wilke Zierden und Keno Veith. Der aus Leer stammende Zierden betreibt zusammen mit Udo Tesch, dem Platzwart des SuS Steenfelde, einen populären Comedy-Videokanal auf Youtube, dem fast 200 000 Menschen folgen. Der Platt sprechende und Traktor fahrende Keno Veith, der sich auch „De schwatte Ostfrees Jung“ nennt, hat alleine auf Facebook knapp 100 000 Fans. Dazu kommen noch einmal ein paar tausend weitere Follower, die Hommers über sein eigenes Online-Format „Der Testfriese“ anspricht.

Alternativer Tipp zur Seehundstation

Dr. Peter Lienau ist der Leiter der Seehundstation und sagte der OZ: „Wir freuen uns ausgesprochen darüber.“ Kürzlich hatte das Land Niedersachsen seiner Einrichtung zwar eine einmalige Finanzspritze in Höhe von 375 000 Euro zugesagt: Wie lange das Geld reicht, sei aber unklar, so Lienau. Immerhin wären in dieser Zeit normalerweise 2000 Besucher pro Tag üblich. Wegen der Corona-Beschränkungen werde aber nur das Höchstlimit von knapp 500 Besuchern erreicht. Seit der Wiedereröffnung am 13. Mai seien neben einer 15 000-Euro-Spende des Windparkbetreibers Ørsted weitere rund 6500 Euro an kleineren Beträgen eingegangen, so Lienau. „Auch einige Patenschaften wurden abgeschlossen.“

Für diejenigen, die derzeit nicht in die Seehundstation reinkommen, hat er zudem noch einen Tipp: das ebenfalls in Norddeich gelegene Waloseum. „Auch dort gibt es jetzt einige Heuler zu sehen.“ Im Waloseum befindet sich nämlich die Quarantänestation, in der die Jungtiere die ersten Tage nach ihrer Ankunft untergebracht sind.

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