Nordwest

Internet-Challenge

Kühe erschrecken - ein gefährlicher Trend

Kühe auf einer Weide in Ostfriesland: Experten warnen davor, solch ein Idyll zu stören. Archivbild: Cordsen

In sozialen Netzwerken gibt es eine neue Challenge: Kulikitaka. Dabei werden Kühe erschreckt. Landwirte bringt das auf die Palme.

Ostfriesland - Nutzer sozialer Netzwerke haben offenbar einen neuen Zeitvertreib: Kulikitaka. Dabei werden Kühe erschreckt, indem eine Person schreiend und mit den Armen wedelnd in eine Herde läuft. Das wird dann gefilmt und in den sozialen Netzwerken gezeigt. Landwirte bringt dieser neue Trend auf die Palme. „Eine absolut dämliche und für Tier und Mensch lebensgefährliche Aktion“, so die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen in einer Facebook-Mitteilung.

Sowohl die unbekannte Person, die auf sie zustürmt, als auch deren Geschrei versetzten die Tiere in Panik, erklärte Dirk Albers, der Rinder-Experte der LWK in Oldenburg. Und weiter: „Durch das panische Wegrennen können sich die Kühe verletzen. Bei hochtragenden Tieren besteht durch die Freisetzung vieler Stresshormone die Gefahr des Verkalbens.“

Risiko für Eindringlinge

Für den Eindringling selbst könne die Aktion ebenfalls lebensgefährlich werden, so die LWK weiter. Rinder seien zwar normalerweise Fluchttiere: „Doch sollte ihnen die Flucht nicht so schnell gelingen, können sie aggressiv werden und greifen an.“ Das gelte insbesondere für Mutterkuh-Herden, die ihr Kalb verteidigen wollen. „Und wenn sich jemand mit dem Geschlecht der Tiere nicht so richtig auskennt, hat er Pech gehabt“, wird Dirk Albers zitiert: „Sollte ein Deckbulle in der Herde mitlaufen, wird dieser versuchen, die Herde zu verteidigen – und wird den Spieß umdrehen.“

Überdies bestehe die Gefahr, heißt es, dass die Tiere in ihrer Panik Zäune durchbrechen und auf umliegende Straßen stürmen.

Gerd Uken 03.07.2020
19:54 Uhr
Ich wünsche jedem Viel Erfolg das da ein Deckbulle in der Herde läuft- erkennbar am Ring= verheiratet
zur mobilen Webseite

Die Online-Angebote der Zeitungsgruppe Ostfriesland

© ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland GmbH - technische Umsetzung ActiView GmbH