Emden

Bildung

Für rund 1800 junge Leute steht Corona-Abi an

Für 1800 Schülerinnen und Schüler steht bald das Abitur an – unter widrigen Umständen durch Corona. Symbolbild: Pixabay

Von Mona Hanssen und Heiko Müller

Ostfriesische Schülerinnen und Schüler bereiten sich in schwieriger Zeit auf Prüfungen und die Zukunft vor. Diese Zeitung begleitet eine Emderin und einen Hinteraner wöchentlich auf dem Weg zum Abitur.

Emden/Ostfriesland - Wechselunterricht, Distanzlernen, geschlossene Schulen: Die jungen Menschen, die demnächst in Ostfriesland Abitur machen, haben ein unvergleichbares Schuljahr hinter sich. Die Zeit, in der sie sich auf die so viel entscheidenden Prüfungen vorbereiten müssen, ist voll widriger Umstände. Es ist schwer, einen Ausgleich zum Lernen in der Freizeit zu finden, weil immer wieder mal lockere, mal strengere Kontaktbeschränkungen gelten. Sich mit Freunden treffen, mal tanzen gehen, mal in Café oder Kneipe zusammenkommen: oft unmöglich. Der Spaß der fast beendeten Schulzeit fehlt. Mottowochen, Abi-Gags, eine festliche Zeugnisvergabe mit der ganzen Familie und der Abi-Ball: Was wird möglich sein?

Auch ist der Blick auf die Zeit nach dem Abitur ein unsicherer. Gingen sonst Millionen junge Leute nach dem Abi ins Ausland, erweist sich das jetzt als schwierig. Ausbildungen, Jobs, Studium: Wo gibt es Gewissheit, dass auch bei steigenden Inzidenzwerten und wirtschaftlichen Krisen ein Platz ist? Wie erfolgreich und motivierend wird ein Studium, wenn auch da nur Distanzlernen und Video-Vorlesungen möglich sind?

Die genauen Abi-Zahlen in Ostfriesland

Diese Fragen dürften in Ostfriesland derzeit rund 1800 junge Frauen und Männer umtreiben. Sie sind für die Abitur-Prüfungen an Gymnasien und Berufsbildenden Schulen zugelassen, wie die Pressestellen der Kommunen mitteilen. So arbeiten in Emden 223 Schülerinnen und Schüler auf die Abschlussprüfungen hin. Die meisten von ihnen am Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG), gefolgt vom Max-Windmüller-Gymnasium (MAX). Im Landkreis Aurich sind es 746 Prüflinge – die meisten vom Gymnasium in Aurich, gefolgt vom Gymnasium in Norden.

Für den Landkreis Leer wurden dieser Zeitung 653 Abiturientinnen und Abiturienten genannt. Die meisten besuchen das Ubbo-Emmius-Gymnasium, gefolgt von dem Teletta-Groß-Gymnasium, die sich beide in Leer befinden. Im Landkreis Wittmund steht für 111 junge Leute am Niedersächsischen Internatsgymnasium Esens (Nige) und für 60 an der Kooperativen Gesamtschule in Wittmund an.

Abiprüfungen trotz Corona nicht verschoben

Die Abiturprüfungen werden in diesem Jahr anders als gewohnt ablaufen müssen. Symbolbild: Archiv
Trotz der Corona-Pandemie und der beschriebenen Widrigkeiten sollen die Abiturprüfungen nicht nach hinten verschoben werden. Das teilte das Kultusministerium des Landes Niedersachsen schon Anfang März mit. Der Erlass ging laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (DPA) an rund 450 betroffene Schulen. Demzufolge soll wie geplant die erste Abiturklausur am 19. April im Fach Geschichte stattfinden, die letzte am 11. Mai im Fach Physik. Vom 17. Mai bis 9. Juni sollen die Nachschreibeterminen sein.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte gegenüber der DPA, dass nur der Lernstoff abgefragt würde, der auch zuvor im Unterricht drangekommen sei. „Wir sichern faire Prüfungen zu, keiner muss Nachteile wegen Corona befürchten“, betonte er. Dem Terminplan vorausgesetzt ist aber weiterhin, dass die dann geltende Corona-Verordnung das Abhalten der Prüfungen auch zulässt. Eine Verordnung solle aber so verfasst werden, dass das Abi auch dann geschrieben werden könne, wenn der Schulbesuch selbst schon verboten sei.

Um der schweren Situation der vielen Prüflinge ein Gesicht zu geben, hat diese Zeitung zwei junge Menschen – Mareike Seewald aus Emden und Jonas Peschke aus der Gemeinde Hinte – gebeten, ihren Weg zum Abi zu schildern, ihre Probleme und Herausforderungen, Dinge, die gut klappen, und ihre Zukunftspläne. Immer sonnabends wird an dieser Stelle jeweils ein Beitrag von ihnen erscheinen.

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