Wohnen

Mehr altersgerechter Wohnraum in Hinte

Claus Arne Hock
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Von Claus Arne Hock
| 16.04.2021 06:59 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
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Am Alten Heerweg in Hinte entstehen 14 neue Wohnungen – für Jung und Alt. Die ersten Mieter können vielleicht schon Ende des Jahres in die zum Teil barrierefreien Wohnungen einziehen.

Hinte - Drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 14 Wohnungen sollen in den kommenden Monaten in Hinte entstehen. Dafür werden zwei Grundstücke am Alten Heerweg erschlossen. Das erste Mehrfamilienhaus soll bereits in diesem Jahr bezugsfertig sein.

Eigentümer der Grundstücke und der späteren Immobilien ist die neu gegründete Firma „GerBro Immobilien und Grund GmbH“. Hinter dem Namen stecken der Emder Bauunternehmer Stefan Gerjets und Mauritz Brons, Geschäftsführer des Emder Familienunternehmens Brons Gruppe. Beide haben sich zusammengetan, um künftig sowohl nachhaltigen als auch kostengünstigen Wohnraum in der Region zu bauen.

Acht barrierefreie Wohnungen

Die drei Häuser im Baugebiet „Alter Heerweg“ sind dabei so etwas wie die Premiere, wobei schon weitere, allerdings noch nicht spruchreife Vorhaben in Planung seien. Rund zwei Millionen Euro investieren Gerjets und Brons in den Hinteraner Wohnungsmarkt.

Acht der insgesamt vierzehn Wohnungen sollen barrierefrei sein. Dabei handele es sich um die Erdgeschosswohnungen, die jeweils zwischen 50 und 70 Quadratmeter haben. Die Wohnungen im Obergeschoss sind mit 80 bis 95 Quadratmetern etwas größer. Zu letzteren gehören noch Balkone, die Erdgeschosswohnungen bekommen Gartenanteile.

Bezugsfertig Ende des Jahres

„Wir wollen im Juni mit den Bauarbeiten beginnen“, so Gerjets. Das, wie Gerjets und Brons zugeben, ehrgeizige Ziel sei es, das mindestens eines der drei Häuser schon in diesem Jahr bezugsfertig ist. Die beiden Grundstücke, das eine rund 900, das andere rund 1200 Quadratmeter groß, haben die beiden Unternehmer schon gekauft. „Die Grundstücke wurden zuvor von der Gemeinde verwaltet“, so Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos).

Konzeptzeichnung der geplanten Mehrfamilienhäuser. Bild: GerBro
Konzeptzeichnung der geplanten Mehrfamilienhäuser. Bild: GerBro
Die Gemeinde wird allerdings noch weiter eng mit dem Projekt verbunden sein. Die Vermarktung soll nämlich über die Verwaltung laufen. „Uns ist an einer engen Zusammenarbeit gelegen“, so Brons. Die GerBro GmbH werde allerdings der Vermieter der Wohnungen sein, nicht die Gemeinde. „Darüber haben wir zuvor auch mit der Politik diskutiert“, so Redenius. Die Idee, dass die Gemeinde als Bauherrin und Vermieterin fungiere, sei aber verworfen worden.

Neun Euro pro Quadratmeter auf fünf Jahre fest

Die Wohnungen sollen für eine Kaltmiete von neun Euro pro Quadratmeter angeboten werden. „Das ist ein sehr guter Preis für die Lage mitten im Ort“, so Redenius. Gerjets und Brons haben sich verpflichtet, diesen Preis für mindestens fünf Jahre zu halten. „Aber auch danach wird es keine rapide Steigerung geben“, betont Gerjets. Das Firmenkonzept der GmbH sei vor allem auf kostengünstigen und nachhaltigen Wohnraum ausgelegt, betont Brons. „Aber länger als fünf Jahre können wir nicht garantieren, danach müssen wir uns die Marktsituation anschauen“, erläutert Gerjets.

Nachhaltig solle allerdings nicht nur die Preispolitik sein, auch die Bauart der Häuser sei auf dem neuesten Stand. Die mehr als 1000 Quadratmeter Wohnfläche sollen alle dem KfW-40-Standard entsprechen. Der KfW-Effizienzhaus-Standard setzt sich laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aus zwei Kriterien zusammen: „Wie hoch ist der Gesamt­energie­bedarf der Immobilie? Und wie gut ist die Wärme­dämmung der Gebäude­hülle? Das wird mit den Werten Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust angegeben.“ Im Vergleich zum angenommenen Referenzwert benötigt ein 40er-Effizienhaus demnach nur 40 Prozent des Primärenergiebedarfs und hat nur 55 Prozent Transmissionswärmeverlust. Geheizt werden die Neubauten am Alten Heerweg beispielsweise nicht über Gas, sondern über Luft-Wärme-Pumpen.

Wenn sich das Pilotprojekt bewährt, schließt Redenius weitere Zusammenarbeiten mit der neu gegründeten GmbH nicht aus. „Der Bedarf sowohl an seniorengerechten Wohnungen als auch an Wohnraum für junge Leute ist da“, ist Redenius überzeugt. „Seit meinem Amtsantritt werde ich immer wieder danach gefragt.“ Wer Interesse an einer der 14 Wohnungen habe, könne sich ab sofort unter 04925 / 92110 an die Gemeinde wenden. Gesucht würden sowohl Senioren als auch jüngere Generationen, gerne langfristige Mieter.

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