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Kabul (dpa)

Zahl der Toten nach Anschlag in Kabul steigt auf über 50

Blick über die afghanische Hauptstadt Kabul (Archivbild). Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB

Der Unterricht ist gerade zu Ende, als nahe einer Schule in Kabul eine Autobombe und zwei Minen explodieren. Berichten zufolge sterben viele junge Mädchen. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist unklar.

Die Zahl der Toten bei einem Anschlag nahe einer Schule in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist auf über 50 gestiegen. Zudem gebe es mindestens 100 Verletzte, teilte das Innenministerium mit. Bei dem Angriff am Samstag seien eine Autobombe und zwei Minen eingesetzt worden.

Nach ersten Erkenntnissen des Bildungsministeriums hatte sich der Anschlag rund 100 Meter entfernt von einer Schule mit 7000 Schülerinnen und Schülern ereignet, als die zweite Schulschicht gerade zu Ende gegangen war. Berichten zufolge waren viele der Opfer junge Mädchen.

Der Stadtteil, in dem der Anschlag verübt wurde, wird mehrheitlich von schiitischen Hasara bewohnt. Dort fanden in der Vergangenheit immer wieder folgenschwere Angriffe auf zivile Einrichtungen wie Bildungszentren und Sportclubs statt. Viele davon reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich. Sunnitische Extremisten wie die Mitglieder der IS-Miliz bekämpfen Schiiten als Abtrünnige, obwohl es sich auch bei ihnen um Muslime handelt.

Zu dem Angriff am Samstag bekannte sich bislang niemand. Die militant-islamistischen Taliban bestritten eine Beteiligung. Das Innenministerium teilte hingegen mit, der Anschlag sei zweifellos eine Aktion der Taliban gewesen. Auch der afghanische Präsident hatte die Taliban beschuldigt.

© dpa-infocom, dpa:210508-99-519803/9

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