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Emder „Ültje“-Gelände verwandelt sich in blühende Landschaft

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 02.06.2021 11:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Kinder der Grundschule sowie aus den Kitas im Stadtteil Transvaal säen Wildblumen auf der freier Fläche des „Ültje“-Geländes aus. Es ist eine Zwischenlösung. Bis zum Baubeginn wird es noch dauern.

Emden - Der Bau von neuen Wohn- und Geschäftshäusern auf dem Gelände der ehemaligen Erdnussrösterei „Ültje“ in Emden wird sich noch hinziehen. Stadtbaurat Andreas Docter rechnet erst in etwa zwei Jahren damit, dass die ersten Spatenstiche für Neubauten auf dem Areal gesetzt werden. Das sagte er jüngst im Ratsausschuss für Stadtentwicklung und dämpfte damit Hoffnungen, dass es auf dem Areal im Stadtteil Port Arthur/Transvaal schneller vorangeht.

Die Aussage Docters weicht erheblich von dem Zeitplan ab, den die Verwaltung zuletzt im März genannt hatte. Demnach sollte die Bauleitplanung, also die planungs- und bebauungsrechtlichen Verfahren, schon „bis zum 1. Quartal 2022“ abgeschlossen werden.

Der Turm wird gesichert

Das Konzept zur Wiederbelebung der Industriebrache liegt schon seit fast einem Jahr in der Schublade. Im Juli 2020 präsentierte die Stadt das Ergebnis eines Architekten-Wettwerbs. Als Sieger ging daraus das Auricher Büro Ulpts-Architekten hervor. Sein Entwurf sieht neben dem Erhalt des Turmgebäudes als Erkennungsmerkmal unter anderem den Bau von rund 200 Wohnungen vor.

Wie der Emder Chef-Stadtplaner David Malzahn während der Sitzung des Ratsausschusses mitteilte, laufen auf dem Gelände derzeit die letzten Arbeiten zur Sicherung des „Ültje“-Turms. „Die Kelleröffnungen werden zugemauert, und auch alle anderen Öffnungen vom Erdgeschoss bis zum dritten Obergeschoss werden gesichert“, so Malzahn. Zudem werde der Turm mit einer neuen Blitzschutzanlage ausgestattet.

Initiative geht vom Bürgerverein aus

Die inzwischen planierte Freifläche, die durch den Abriss der übrigen Fabrikgebäude entstanden ist, soll sich unterdessen schon bald in eine blühende Wiese verwandeln sowie Bienen, Faltern und anderen Insekten Nahrung bieten. Dort haben mehr als 150 Mädchen und Jungen der Cirksenaschule sowie der Kitas Transvaal am Dienstag gruppenweise und unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln eine Saatmischung aus Wildblumen und Kräutern ausgesät.

„Die Aktion soll am Mittwoch mit weiteren Gruppen aus der Schule fortgesetzt werden“, sagte Oliver van Grieken zum Auftakt. Er ist Vorsitzender des Bürgervereins Port Arthur/Transvaal, von dem die Initiative ausging. Dazu inspiriert worden sei der Verein von dem Projekt „Falterfreu(n)de“ des Emder Umweltbildungszentrums Ökowerk.

Beitrag zur biologischen Vielfalt

Unterstützung kommt von der Stadt, die mit dieser Zwischenlösung mehrere Ziele verfolgt. Es sei „sinnvoll und notwendig, den Boden bis zum Beginn der Erschließungsarbeiten zu binden und Sandverwehungen zu vermeiden“, heißt es.

Vor allem sollen aber die biologische Vielfalt und das Klima im Stadtteil verbessert werden. Die Saatmischung, die verwendet wird, heißt „Honigbrache“ und enthält unter anderem die Saat von Sonnenblumen, Klee und Dill. „Das sind Pflanzen, die für Bienen, aber auch für Schmetterlinge und andere Insekten attraktiv sind“, sagte Detlef Dunker vom Umwelt-Fachdienst der Stadt.

Schilder sollen aufgestellt werden

Die Wildblumenwiese entsteht entlang der Cirksenastraße. Dort sollen bald auch Schilder aufgestellt werden, die zeigen, welche Schulklassen welche Parzelle ausgesät hat. „So können Kínder später sehen, was aus den Samen geworden ist, die sie selbst ausgesät haben“, sagt van Grieken.

Unterdessen gehen die Planungen für das neue Wohnviertel auf dem Gelände weiter. Laut Stadtplaner Malzahn überarbeitet das Architektenbüro Ulpts derzeit seinen Entwurf. Es werde unter anderem noch Veränderungen beim geplanten Parkhaus, der Führung von Fuß- und Radwegeverbindungen sowie bei der geplanten Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bahnlinie geben. Erforderlich seien auch noch weitere Gutachten und ein Entwässerungskonzept.

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