Verkehr

Emden, Krummhörn und Hinte radeln gemeinsam

Claus Arne Hock
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Von Claus Arne Hock
| 07.06.2021 07:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
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Die Stadt Emden sowie die Gemeinden Krummhörn und Hinte nehmen zur gleichen Zeit an der Aktion „Stadtradeln“ teil. Doch das könnte nicht die einzige Form der Zusammenarbeit sein.

Was und warum

Darum geht es: Hinte und Emden könnten bald zusammen den Hauptradweg zwischen der Gemeinde und der Stadt verbessern.

Vor allem interessant für: Diejenigen, die viel mit dem Rad unterwegs sind – oder sich dies vorgenommen haben.

Deshalb berichten wir: Der Landkreis Aurich und die Stadt Emden nehmen zeitgleich an der Aktion Stadtradeln teil. Das nehmen wir zum Anlass, um den Radverkehr in der Region genauer in den Blick zu nehmen.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Emden/Hinte - Die Aktion „Stadtradeln“ wirft nicht nur ein Licht auf die CO2-Emmissionen, auch die allgemeine Fahrradfreundlichkeit spielt eine Rolle, wenn man mehr Bürgerinnen und Bürger auf das Rad bringen und weniger Autos auf den Straßen haben will.

Doch wie ist es um die Fahrradfreundlichkeit der Stadt Emden bestellt – und wie schlägt sich der kleine Nachbar Hinte?

Kaum aktuelle Zahlen

Die Stadt Emden ist von der eigenen Fahrradfreundlichkeit und den Bemühungen um eben diese überzeugt. „Die Stadt Emden ist bereits seit 17 Jahren in Sachen „Steigerung der Fahrradfreundlichkeit“ gut unterwegs. Mit dem Projekt „Emders up Rad“ vor 15 Jahren begann die Stadt mit verschiedensten Maßnahmen und Aktionen die Fahrradfreundlichkeit in Emden erheblich zu verbessern“, heißt es auf Nachfrage seitens der Stadt. Hindernisse seien abgebaut worden, Klimaschutz- und Nahmobilitätsmanagerin eingestellt und an vielen Stellschrauben gedreht worden. „Im ADFC Fahrradklima-Test 2020 wurde die Stadt Emden von mehr als 250 Personen auf ihre Fahrradfreundlichkeit hin bewertet. Wir erreichten im Bundesvergleich in der Ortsgrößenklasse 50.000-100.000 Einwohner*innen einen guten Platz 8 mit einer Gesamtbewertung von 3,5 (Schulnote)“, so Stadtsprecher Eduard Dinkela.

Wie viele Emderinnen und Emder allerdings wie oft das Rad nutzen, darüber gibt es nur veraltete Zahlen. 2007 gab es eine Haushaltsbefragung für die Verkehrsentwicklungsplanung. „Dabei gaben 55,3 % der ca. 1.000 Befragten an, dass sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren“, so Dinkela. Bei Angestellten der Stadt, des Bau- und Entsorgungsbetriebes und des Klinikums Emden ergab eine Befragung im Jahr 2008, dass zwischen 34,9 Prozent (Klinikum) und 43,3 Prozent (Stadtverwaltung) der Befragten „hauptsächlich mit dem Fahrrad“ zur Arbeit gefahren sind. „Über neuere Zahlen zur Nutzung des Fahrrades auf dem Weg zur Arbeit verfügt die Stadt Emden aktuell nicht.“

Interkommunale Radweglösung?

Gleiches gilt für die Zahl der Einpendlerinnen und Einpendler, die beispielsweise aus Hinte mit dem Rad zur Arbeit nach Emden fahren. „Solche Zahlen haben wir auch nicht“, so Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos). Auch andere Zahlen seien bislang nicht erhoben worden, dennoch hält Redenius die Gemeinde für „sehr fahrradfreundlich“. Auch die Zahl der Pedelec-Fahrer habe, so sein Empfinden, deutlich zugenommen.

Unbenommen davon gebe es dennoch einige Wege, deren Qualität verbesserungswürdig sei. Als Beispiel nennt er den Sielweg, den „viele Hinteranerinnen und Hinteraner nutzen, um mit dem Rad nach Emden zu kommen“. Hier habe die Gemeinde schon angefangen, den Weg auszubessern. „Das ist noch nicht abgeschlossen, wir suchen da jetzt nach einer interkommunalen Lösung“, so Redenius. Das bedeutet: Es wird versucht, zusammen mit der Stadt Emden eine Lösung zu finden. Redenius sei zuversichtlich, dass sich da etwas tun werde, die bisherigen Gespräche seien „fruchtbar“ gewesen. „In der Vergangenheit gab es projektbezogen erste Gespräche bezüglich der Verbesserung der radverkehrlichen Beziehungen mit der Gemeinde Hinte und Krummhörn“, heißt es dazu seitens der Stadt. „Es ist angedacht diese Gespräche zu intensivieren, um die interkommunale Zusammenarbeit, was den Radverkehr betrifft, zu verbessern.“

OZ-Leserinnen und -leser sind gefragt

Auch mit der Gemeinde Moormerland habe es in der Vergangenheit Gespräche „bezüglich eines interkommunalen Radweges entlang der Bundeswasserstraße Ems-Seitenkanal“ gegeben. Hier arbeite man gerade an einer Umsetzung des Vorhabens.

Die Gemeinde Krummhörn antwortete auf eine Anfrage unserer Redaktion bezüglich interkommunaler Vorhaben nicht. Klar ist aber, dass viele Radwege in der Krummhörn auch über die sogenannten Wirtschaftswege führen. Diese sind oft Bestandteil des sogenannten Knotenpunktsystems, welches für Radtouristen entwickelt wurde. Erst Anfang des Jahres waren hier einzelne Radwege aus dem System herausgenommen worden. Andere Radwege allerdings wurden in der jüngeren Vergangenheit in der Krummhörn aufwendig saniert.

Bezüglich der Aktion „Stadtradeln“ habe die Stadt Emden derweil bewusst zusammen mit dem Landkreis Aurich einen gemeinsamen Zeitraum für die Aktion gewählt: der 5. bis 25. September dieses Jahres. „Das bietet Raum für gemeinsame Aktionen mit dem Landkreis. Zudem ist angedacht, mit den Gemeinden Hinte und Krummhörn Aktivitäten aufeinander abzustimmen“, so Dinkela. Hintes Bürgermeister bestätigte auf Nachfrage, dass er sich selbst schon zum Stadtradeln angemeldet habe. In der Krummhörn hat dies beispielsweise auch schon die Soziale Wählergemeinschaft Krummhörn kundgetan.

Die Ostfriesen-Zeitung nutzt die Gelegenheit und möchte wissen: Wie bewerten Sie die Radwege in Emden, der Krummhörn und Hinte? Speziell geht es uns um die schönsten und die schlimmsten Radwege in den drei Kommunen. Gerne machen wir uns auch direkt vor Ort ein Bild vom „schlimmsten“ und „besten“ Radweg. Schicken Sie uns Ihre „Nominierungen“ einfach an c.hock@zgo.de oder per Post an: Neuer Markt 28, 26721 Emden.

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