Konsum

Aurich: Verkaufsoffener Sonntag kommt im September – vielleicht

| | 06.07.2021 14:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Trotz der Pandemie war im vergangenen Jahr die Auricher Innenstadt zum verkaufsoffenen Sonntag am Familientag voll. Foto: Archiv/Ortgies
Trotz der Pandemie war im vergangenen Jahr die Auricher Innenstadt zum verkaufsoffenen Sonntag am Familientag voll. Foto: Archiv/Ortgies
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Die Kaufleute in Aurich blicken ein bisschen neidisch nach Leer, wo es am Wochenende einen verkaufsoffenen Sonntag gab. Sie planen Ähnliches für September. Doch es gibt Fallstricke.

Aurich/Leer - Ein verkaufsoffener Sonntag mit Sommerwetter und voller Fußgängerzone: Ja, er habe am vergangenen Wochenende ein bisschen neidisch nach Leer geschaut, sagt Udo Hippen. Der Vorsitzende des Kaufmännischen Vereins Aurich (KV) muss sich noch gedulden, bis auch in Aurich die Geschäfte an einem Sonntag öffnen. Wenn alles glatt läuft, wird das am 5. September der Fall sein, aus Anlass des Familientags mit Spiel und Spaß in der Innenstadt.

Verkaufsoffene Sonntage brauchen einen echten Anlass, sonst werden sie vor Gericht regelmäßig zu Fall gebracht. Es muss eine Veranstaltung sein, die auch für sich genommen genug Strahlkraft hat, um Menschen in die Stadt zu locken. Die Veranstaltung darf kein vorgeschobener Grund sein.

„Man muss ja anlassbezogen handeln“

Die Leeraner hätten mit ihrem Terminkalender Glück gehabt, meint Hippen. Anlass dort war der Töpfermarkt, der traditionell am ersten Juli-Wochenende begangen wird. Die Auricher Kaufleute hatten auf den Geranienmarkt spekuliert. Doch im Mai war wegen der hohen Infektionszahlen an eine solche Veranstaltung noch nicht zu denken.

Theoretisch könne man auch im Juli einen Pflanzenmarkt organisieren, sagt Hippen. „Händler würden wir vielleicht finden.“ Doch im Hochsommer könne es so heiß werden, dass die Pflanzen auf dem Marktplatz vertrocknen oder verbrennen. Das Risiko wolle man nicht eingehen. Auch die Sommerferien seien kein geeigneter Zeitpunkt für verkaufsoffene Sonntage. So sind die Auricher bei der Planung im September angekommen. „Wir hätten gerne vorher etwas gemacht“, sagt Hippen, „aber man muss ja anlassbezogen handeln.“

Verdi sieht verkaufsoffene Sonntag kritisch

Noch hat der KV keinen Antrag für den 5. September gestellt. Die Stadt muss bei der Genehmigung die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) anhören, die verkaufsoffenen Sonntagen grundsätzlich kritisch gegenübersteht. „Sie bringen keine Vorteile“, sagt Gewerkschaftssekretär Arne Brix (Oldenburg). Der Umsatz werde nicht gesteigert, sondern nur verlagert. „Das ist das Tragische.“ Wenn aber alles rechtskonform ablaufe, werde die Gewerkschaft nicht juristisch gegen den verkaufsoffenen Sonntag vorgehen, sagt Brix. „Mein Eindruck ist, dass die Kommunen dazugelernt haben.“

Allerdings habe er Zweifel am Familientag als Anlass, so Brix. „Was soll das sein? Ein Tag für Familien, die nicht im Einzelhandel arbeiten?“ Im vergangenen Jahr hatte die Gewerkschaft gegen die Genehmigung geklagt. Die Stadt Aurich hatte sich daraufhin mit der Gewerkschaft auf einen Kompromiss geeinigt: Sie genehmigte den verkaufsoffenen Sonntag zum Familientag nur für die Geschäfte im Innenstadtring, nicht für den Caro und die Fachmarktzentren am Stadtrand.

„Das Leben ist zurückgekehrt“

Der nächste verkaufsoffene Sonntag in Aurich soll nach den Plänen des KV im Oktober folgen, aus Anlass des Heidemarkts. Der fällt diesmal auf den 10. Oktober, also den zweiten Sonntag im Monat.

Grund ist das Verbot, an gesetzlichen Feiertagen wie dem Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) die Geschäfte zu öffnen. Eigentlich versuchen Kaufleute stets, verkaufsoffene Sonntage auf den Monatsanfang zu legen, weil die Leute dann mehr Geld in der Tasche haben.

Trotz des neidischen Blicks nach Leer: Wichtig ist KV-Chef Hippen etwas anderes. „Das Leben ist tatsächlich in die Innenstadt zurückgekehrt.“

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