Bildung
Eltern schlagen Alarm: Neue Mängel in Jennelter Grundschule
Mütter und Väter von Kindern der Jennelter Schule befürchteten, dass eine Klasse, deren Raum mit Schimmel befallen ist, nach Pewsum wechseln muss. Doch die Gemeinde kündigte überraschend Abhilfe an.
Was und warum
Darum geht es: Die Diskussionen um die Zustände in der Grundschule Jennelt reißen nicht ab.
Vor allem interessant für: Eltern und Lehrkräfte der Schule sowie alle, die an der Kommunalpolitik in der Gemeinde Krummhörn interessiert sind.
Deshalb berichten wir: Der Schulelternrat hatte Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Gemeinde Krummhörn kurzfristig zu einem Gespräch eingeladen. Anlass waren neue und akute Mängel im Schulgebäude. Wir haben die Sitzung verfolgt. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Es gibt nämlich neue Probleme. Sie sind zum Teil Folgen des Unwetters, das in der Nacht zum 18. Juni mit heftigen Niederschlägen über die Krummhörn gezogen war. Nach Angaben des Elternratsvorsitzenden Johannes Fleetjer war Wasser in mehrere Räume der Schule eingedrungen.
Bei Unwetter drang Wasser ein
Betroffen davon ist unter anderem der Klassenraum der künftigen Klasse 3 a. Dort hat sich in einigen Ecken schwarzer Schimmel gebildet, der für Menschen besonders giftig ist. „Damit ist nicht zu spaßen“, sagte Fleetjer. Zudem gibt es dort Probleme mit Oberlichtern, die sich nur schwer, nur auf Kipp oder gar nicht öffnen lassen. Stoßlüftungen, die als wichtige Hygienemaßnahme gegen die Verbreitung des Corona-Virus gelten, sind deshalb nicht möglich. Die Eltern befürchteten deshalb, dass dieser Klassenraum zum neuen Schuljahr nicht mehr zur Verfügung steht.
Die zuständige Fachbereichsleiterin der Gemeinde, Ina Droll-Dannemann, und deren Mitarbeiterin Marianne Folkerts sagten rasche Abhilfe zu. Demnach sollen noch vor Ferienende die Fenster des betroffenen Klassenraums komplett gereinigt und die von Schimmel befallenen Flächen neu gestrichen werden.
Mängel sollen abgestellt werden
Außerdem sei für die Herbstferien der Einbau eines neuen Oberfensters vorgesehen, damit künftig Stoßlüftungen möglich sind, sagte Folkerts. Es könne aber nur eine Behelfslösung sein, weil die Ursache des Schimmelbefalls damit nicht beseitigt werden. Zum neuen Schuljahr verfüge aber jede der sieben Klassen über einen eigenen Raum.
Eltern: Schulbetrieb muss gewährleistet bleiben
Der Schulelternrat gewinne ohnehin zunehmend den Eindruck, dass an der Schule mit Blick auf einen möglichen Neubau oder eine Kernsanierung nichts mehr gemacht werde, sagte der Elternratsvorsitzende. Solche Vorwürfe werden auch aus Teilen des Gemeinderates immer wieder laut. Der Betrieb müsse aber bis zur Fertigstellung eines Neubaus oder dem Abschluss einer Kernsanierung noch etwa drei Jahre im alten Gebäude aufrecht erhalten werden. Wenn weitere Mängel auftreten, müssten sie schnellstmöglich beseitigt werden. „Wir werden ein Auge darauf haben“, sagte Fleetjer.
Termin für Klausurtagung steht
Entfernt werden müssen auch die Unterrichtsmaterialien, die zurzeit zum Teil auf Fluren des Schulgebäudes zwischengelagert sind. Das entspricht nicht den Brandschutzbestimmungen. Die Materialien kommen aus einem Kellerraum, in den während des Unwetters im Juni ebenfalls Wasser eingedrungen war. Der eigentliche Medienraum der Schule sei bereits seit zwei Jahren gesperrt, hieß es. Wo die Sachen jetzt bleiben sollen, blieb zunächst ungeklärt.
Bei der Gesprächsrunde von Elternrat, Politik und Verwaltung kam am Montag auch die Debatte um einen Neubau oder eine Kernsanierung der Schule zur Sprache. Klarheit in dieser Frage soll eine Klausurtagung mit Politik, Gemeindeverwaltung, Lehrkräften und Eltern bringen. Nach längerer Suche ist dafür offenbar jetzt ein Termin gefunden worden.
Anberaumt wurde die Zusammenkunft demnach für den 2. Oktober. Fünfeinhalb Stunden sind dafür angesetzt. Damit wird aber immer fraglicher, ob noch der amtierende Rat über die Zukunft der Grundschule entscheiden wird. Die Wahlperiode endet am 31. Oktober.