Handel
Verkaufsoffener Sonntag in der Schwebe
Der Antrag ist gestellt, nun warten alle, was die Gewerkschaft sagt: Am ersten Sonntag im September sollen in Aurich die Geschäfte öffnen. Die große Frage ist, ob der Anlass reicht.
Aurich - Am Sonntag, 5. September, sollen in Aurich aus Anlass des Kinder- und Familientags von 13 bis 18 Uhr die Geschäfte öffnen – sowohl in der Innenstadt als auch in den Fachmarktzentren am Stadtrand. Einen entsprechenden Antrag hat der Kaufmännische Verein Aurich (KV) am 19. Juli bei der Stadt gestellt. Der KV will den Tag unter das Motto „Auricher Stadtzauber“ stellen, wie der Vorsitzende Udo Hippen berichtet. Stelzenläufer, Puppenspieler und Straßenmusiker sollen für eine zauberhafte Atmosphäre sorgen. Auch die Schausteller seien eingebunden.
Die Genehmigung steht noch aus. „Wir haben den Antrag mit der Bitte um Stellungnahme an die Gewerkschaft Verdi weitergeleitet“, sagt Stadt-Pressesprecher Johann Stromann. Die Antwort stehe noch aus. „Wir haben keine Tendenz“, so Stromann.
Für sich genommen genug Strahlkraft
Die Gewerkschaft sieht verkaufsoffene Sonntage grundsätzlich kritisch. Diese brauchen einen echten Anlass, sonst werden sie vor Gericht regelmäßig zu Fall gebracht. Es muss eine Veranstaltung sein, die auch für sich genommen genug Strahlkraft hat, um Menschen in die Stadt zu locken.
Wenn alles rechtskonform ablaufe, werde die Gewerkschaft nicht juristisch gegen den verkaufsoffenen Sonntag vorgehen, hatte der zuständige Gewerkschaftssekretär Arne Brix (Oldenburg) bereits Anfang Juli im Gespräch mit der Redaktion gesagt. Zugleich hatte er Zweifel am Familientag als Anlass geäußert. Am Freitag war Brix nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
„Ich bin guten Mutes“
KV-Chef Hippen will das Gespräch mit Brix suchen. Der KV sei nicht auf Konfrontation aus, so Hippen. „Nach einem halben Jahr Lockdown wollen wir wieder Leben in die Stadt holen.“ Das Auricher Kinderfest werde „als echte Traditionsveranstaltung bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten jeweils Anfang September von den Kaufleuten veranstaltet“ und sei „weit über die Stadtgrenzen Aurichs hinaus bekannt“, heißt es in dem Antrag des KV an die Stadt.
Im vergangenen Jahr hatte die Gewerkschaft gegen die Genehmigung des verkaufsoffenen Sonntags zum Familientag geklagt. Die Stadt hatte sich daraufhin mit der Gewerkschaft auf einen Kompromiss geeinigt: Sie genehmigte die Geschäftsöffnung nur für die Läden im Innenstadtring, nicht für den Caro und die Fachmarktzentren am Stadtrand. Hippen sieht durchaus auch bei den Fachmarktzentren einen inhaltlichen Bezug zum Kindertag, etwa bei der Firma Rudnick. „Ich bin guten Mutes, dass es klappt.“