Bauprojekte

Boom der Baubranche legt kommunale Projekte lahm

Christine Schneider-Berents
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Von Christine Schneider-Berents
| 03.08.2021 14:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf die Ausschreibung für die Erweiterung der Kinderkrippe in Stapel gab nur eine Firma ein Angebot ab – und bekam den Zuschlag. Foto: Schneider-Berents
Auf die Ausschreibung für die Erweiterung der Kinderkrippe in Stapel gab nur eine Firma ein Angebot ab – und bekam den Zuschlag. Foto: Schneider-Berents
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Die Baubranche boomt. Die Auftragsbücher sind voll. Wer etwas bauen lassen will, muss Geduld haben. Das gilt auch für Kommunen. Die Gemeinde Uplengen will nicht warten und geht einen anderen Weg.

Was und warum

Darum geht es: Die Auftragsbücher der Baufirmen sind voll. Das stellt Gemeinden vor ein Problem. Sie bekommen ihre Projekte nicht fertig.

Vor allem interessant für: Kommunen und andere Bauwillige. Deshalb berichten wir: Die Gemeinde Uplengen hat zwei Maurer eingestellt. Die Handwerker werden mit dem Erweiterungsbau der Kita in Hollen beginnen.

Die Autorin erreichen Sie unter: schneider-b@zgo.de

Uplengen - Der 30. Juni 2022 ist ein magisches Datum. Bis dahin muss die Erweiterung der Kindertagesstätte in Hollen fertig sein. „Sonst können wir die Zuschüsse, die wir beim Land und beim Landkreis Leer beantragt haben, vergessen“, sagt Heinz Trauernicht, Bürgermeister von Uplengen. Damit das nicht passiert, geht die Gemeinde einen für eine Kommune ungewöhnlichen Weg. Sie will die Bauhauptarbeiten mit eigenem Personal stemmen. Deshalb bekommt das Bauhofteam Verstärkung. Zum 1. September wurden zwei Maurer neu eingestellt.

Grund dafür ist der Bauboom. „Für die Branche brummt es. Das ist gut, keine Frage. Allerdings bekommen wir von den Firmen aufgrund der hervorragenden Konjunkturlage inzwischen kaum noch eine Antwort auf unsere Ausschreibungen“, erläutert Trauernicht das Problem der Gemeinde.

Die Kinderkrippe in Stapel wird um einen Gruppen Raum erweitert. Foto: Schneider-Berents
Die Kinderkrippe in Stapel wird um einen Gruppen Raum erweitert. Foto: Schneider-Berents
Auf die für die Erweiterung der Krippe in Stapel, die aktuell um einen Gruppenraum vergrößert wird, habe sich nur ein Unternehmen gemeldet. „Ein einziges, das muss man sich einmal vorstellen“, so der Verwaltungschef. So eine Situation habe er noch nicht erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus gehe man für das Projekt in Hollen nun einen anderen Weg.

Zuschüsse dürfen nicht verfallen

Dort sollen der Kindergarten und die Krippe um Räume für jeweils eine weitere Gruppe vergrößert werden. Außerdem ist der Bau einer Mensa geplant. Die Gesamtkosten dafür werden – Stand jetzt – rund 500.000 Euro betragen. Um diese Summe nicht allein stemmen zu müssen, hat die Gemeinde Zuschüsse beim Land Niedersachsen und beim Landkreis Leer beantragt. Das ist möglich, weil die Förderrichtlinien für Investitionen zur Tagesbetreuung für Kinder im Alter ab drei Jahren bis zur Einschulung (RIT) und die zur Tagesbetreuung von Kindern unter drei Jahren (RAT) überarbeitet worden sind. Vom Land erwartet Uplengen einen Zuschuss in Höhe von insgesamt rund 214.148 Euro und vom Landkreis Leer eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 62.000 Euro.

Die ehemalige Hollener Filiale der Raiffeisen-Volksbank Aurich wird zu einem Feuerwehrhaus um- und ausgebaut. Foto: Schneider-Berents
Die ehemalige Hollener Filiale der Raiffeisen-Volksbank Aurich wird zu einem Feuerwehrhaus um- und ausgebaut. Foto: Schneider-Berents
„Doch um das Geld zu bekommen, müssen wir unbedingt bis zum 30. Juni 2022 mit allem fertig sein. Das ist der Stichtag“, sagt Trauernicht. Deshalb müsse man auch so bald wie möglich mit den Arbeiten beginnen, unterstreicht er die Dringlichkeit. „Übrigens glaube ich nicht, dass wir mit unserer Vorgehensweise irgendeiner Baufirma auf die Füße treten. Deren Auftragsbücher sind voll. Wir machen sozusagen aus einer Not eine Tugend.“

Weitere Projekte geplant

Generell sei der Bauhof mit Handwerkern personell gut aufgestellt, erklärt der Leiter Focke Bontjer. Zum Team gehörten Elektriker, Schlosser, Tischler sowie Garten- und Landschaftsbauer. Auch Maurer habe man. „Insgesamt beschäftigt der Bauhof 14 Leute. Die jedoch sind mit Arbeit gut ausgelastet. Mehr geht nicht“, so Bontjer. Die beiden neuen Mitarbeiter, die zum 1. September kämen, seien für die zusätzlichen Aufgaben eingestellt worden, die beispielsweise mit dem Projekt bei der Kita in Hollen anfielen. „Ihre Verträge sind auf zwei Jahre befristet“, ergänzt Bürgermeister Trauernicht. Bontjer geht allerdings stark davon aus, dass die Männer nach Ablauf der zwei Jahre weiter beschäftigt werden. „Ich sehe da gar kein Problem. In den nächsten Jahren geht der eine oder andere Kollege in Rente“, begründet Bauhofleiter Bontjer seinen Optimismus. Außerdem habe die Gemeinde auch noch viel vor. Die Erweiterung der Kindertagesstätte in Hollen sei nicht das einzige Projekt.

In diesem Jahr will man auch noch mit dem Ausbau der Kindertagesstätte „Kinnertied“ in Remels beginnen. Dafür gibt es ebenfalls eine an eine Fertigstellungsfrist gebundene Förderung. Darüber hinaus soll alsbald mit dem Umbau der ehemaligen Raiba-Filiale in Hollen zu einem Feuerwehrhaus für die Freiwillige Feuerwehr Uplengen-Süd und danach mit dem Bau der neuen Feuerwehrhäuser in Remels (Uplengen-Mitte) und in Großoldendorf (Uplengen-West) begonnen werden.

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