Auf Störtebekers Spuren
Der legendäre Seeräuber ist in Ostfriesland noch allgegenwärtig
Der legendäre Seeräuber Klaus Störtebeker findet noch lange keine Ruhe. In Ostfriesland ist er allgegenwärtig. Das zeigt sich schon in der ersten Folge der neuen OZ-Serie „Auf Störtebekers Spuren“.
Was und warum
Darum geht es: Ostfriesland hat eine reiche und legendengefüllte Geschichte. Klaus Störtebeker ist ein Teil davon - und fasziniert noch heute die Menschen.
Vor allem interessant für: Piraten- und Geschichtsfans, Touristik-Interessierte
Deshalb berichten wir: Im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden stehen seit kurzem Pantoffeln, die Legenden zufolge von Klaus Störtebeker getragen worden sein sollen. Das hat uns angeregt, einmal den Spuren des Seeräubers zu folgen. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Es ranken sich noch heute zahlreiche Legenden um ihn - und es wird noch geforscht, was an diesen dran ist. Museen widmen ihm Ausstellungen oder zeigen Exponate, die Legenden zufolge dem Piraten gehört haben könnten. In einer neuen Serie dieser Zeitung begeben wir uns auf die Suche nach den Spuren von Störtebeker.
Wer war Klaus Störtebeker?
Wenn man den Legenden glauben mag, war er ein ein Seeräuber, der Ende des 14. Jahrhunderts in der Nord- und Ostsee sein Unwesen trieb, bevor er im Oktober 1401 in Hamburg mit 72 Gefährten enthauptet worden sein soll. Seinen Nachnamen könnte er sich selbst gegeben haben, der sich von dem plattdeutschen Ausspruch „Stört de Beker“ (Stürz den Becher) ableiten lassen und auf die Trinkfestigkeit des Freibeuters hinweisen könnte. Er soll einen vier-Liter-Humpen Wein oder Bier in einem Atemzug geleert haben. “
Außer anderen Schiffen soll er insbesondere auch solche der Hanse überfallen haben, die Vereinigung hauptsächlich norddeutscher Kaufleute. Seit 1396 sollen die Vitalienbrüder, eine Vereinigung aus Kapitänen, zu denen Störtebeker gehörte, auch Unterstützung aus Ostfriesland bekommen haben, das ebenfalls zum Teil mit der Hanse auf Kriegsfuß stand.
Willkommen im „Störtebekerland“
In Marienhafe soll der Pirat sogar eine Tochter des friesischen Häuptlings Keno ten Broke geheiratet haben. In der dortigen Kirche St. Marien soll ihm Unterschlupf gewährt worden sein, deswegen ist der Turm nach dem Piraten benannt. Die Geschichte lockt noch heute Touristen in den Flecken. Im ersten Stockwerk des Turms befindet sich die Störtebeker-Kammer. Klaus Störtebeker soll während seiner Aufenthalte in Marienhafe um 1400 darin gewohnt haben, heißt es von der Tourist-Info Marienhafe. Heute beherbergt sie das Turmmuseum mit einer Dokumentation der Baugeschichte. Auch die Kirche profitiert von den Legenden und wird von zahlreichen Gästen besucht. Die Störtebeker-Freilichtspiele in dem kleinen Ort lockten einst Zehntausende an.
Bei „Störtebeker“ isst es sich piratig?
Auf der Insel Borkum gibt es das Restaurant „Zum Störtebeker“. Der Name habe schon im 19. Jahrhundert zum Lokal gehört, sagt der heutige Pächter Christian Kortmann auf Nachfrage. Damals seien die Gäste noch zu Pferde auf ein kühles Bierchen vorbeigekommen. Diese Geschichte stehe noch heute in der Speisekarte. Weil das Haus schon so lange mit dem Namen etabliert sei, habe man diesen auch behalten, so Kortmann. Eine Piraten-Figur vor dem Eingang stimmt die Gäste ein. Ob diese extra kommen, weil sie mehr über die Historie des Freibeuters erfahren wollen, glaubt er nicht. Der Name schade aber auf jeden Fall nicht. Auf eine Insel passten nun mal Piraten.