Geschäftsleben
Stadt schaltet Werbung für Auricher Beschicker
Während des Lockdowns hatten die Wochenmarktbeschicker sehr viel Zulauf. Der Einkauf in der frischen Luft erschien vielen sicherer als im Supermarkt. Jetzt ist wieder verstärkte Werbung erforderlich.
Aurich - Geduldig wartend standen sie monatelang an den Ständen der Beschicker, den Einkaufszettel in der Hand, den Weidenkorb oder Jutebeutel schon im Anschlag. Dieses Bild bot sich während des Corona-Lockdowns vielfach auf dem Auricher Wochenmarkt. Eine Umfrage dieser Zeitung ergab seinerzeit, dass viele Kunden den Einkauf an der frischen Luft mit reduzierte Keimbelastung dem Aufenthalt im Supermarkt bewusst vorgezogen haben. Lange Schlangen von wartenden Kunden sucht man seit Wochen auf dem Marktplatz häufig vergebens. Jörg Ripken hat eine Erklärung dafür: „Im Sommer ist die Frequenz immer geringer.“
Doch noch etwas anderes hat der Bäckermeister, der Sprecher der Wochenmarktbeschicker ist, im Hinblick auf seine Waren beobachtet: „Ausgeglichen wird dieses Defizit aber durch die vielen Urlauber, die während dieser Zeit in Aurich sind.“ Für sein Geschäft könne er ganz klar feststellen, dass der Besucherstrom nach Corona abgeebbt sei. Jetzt habe man wieder die normale Frequenz, darüber wolle er nicht klagen. Froh seien die Beschicker auch darüber, dass sie wegen der vielen ausgefallenen Veranstaltungen nicht mehr den Marktplatz räumen müssen.
Protest gegen Verlegung
Viele Jahre lang hatten die Händler dagegen protestiert, dass sie wegen des Weinfestes und anderer Großveranstaltungen auf den Georgswall oder andere Quartiere ausweichen mussten. Die Stadt hatte für dieses Problem keine Lösung gefunden, weil es an Alternativen mangelte. Es wurde aber ein regelmäßiger Austausch zwischen Mitarbeitern der Verwaltung und den Beschickern vereinbart und auch vollzogen. Ein Ergebnis dieser Besprechungen: Die Stadt investiert in das Marketing für den Wochenmarkt. „Die regelmäßige Präsenz der Händler an drei Tagen in der Woche ist für uns ein Frequenzbringer“, hatte die ehemalige Marktmeisterin Tanja Munzig immer wieder betont. Wenn sich mehr Kunden der Beschicker in der Stadt aufhielten, wirke sich das auch positiv auf die Frequenz in den Geschäften an der Burgstraße, Norderstraße und Osterstraße aus.
Die Stadt finanziert seit deshalb seit einigen Wochen Anzeigen in Lokalzeitungen, die auf den Wochenmarkt hinweisen. „Wir stellen immer einzelne Beschicker heraus und weisen auf deren Angebot hin“, sagt Stadtsprecher Johann Stromann. Wie hoch das Budget dafür ist, konnte er nicht sagen. Die Anzeigen würden in der Regel in der Montagsausgabe geschaltet. Flankierend mache man auch Werbung in den sozialen Medien, um auf den Wochenmarkt hinzuweisen. Schließlich gehe es auch darum, junge Menschen als Kunden für den Wochenmarkt zu gewinnen.
Jörg Ripken lobt das Engagement der Stadt ausdrücklich: „In Aurich wird mehr gemacht als anderswo. So viel Entgegenkommen können wir gar nicht erwarten.“ Der Bäckermeister aus Augustfehn verweist darauf, dass es sich bei den Wochenmarktbeschickern um selbstständige Unternehmer handelt. Im Grunde müsse jeder für seine eigene Firma Marketing machen und sich um die Außendarstellung kümmern.