Sicherheit

ABC-Halle Osterhusen „quasi fertig“

Claus Arne Hock
|
Von Claus Arne Hock
| 06.08.2021 20:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
DieABC-Halle in Osterhusen soll Ende September offiziell an die Feuerwehr übergeben werden. Die Bauarbeiten, hier ein Foto aus dem Juni, sind soweit abgeschlossen. Foto: Wagenaar
DieABC-Halle in Osterhusen soll Ende September offiziell an die Feuerwehr übergeben werden. Die Bauarbeiten, hier ein Foto aus dem Juni, sind soweit abgeschlossen. Foto: Wagenaar
Artikel teilen:

Ende September soll die neue Fahrzeughalle an die Feuerwehr Osterhusen übergeben werden. Der Neubau ist umstritten, eine endgültige Gerichtsentscheidung steht noch aus.

Osterhusen - Im März 2016 wurde der ABC-Zug des Landkreises Aurich dem Ortsbrandmeister von Suurhusen unterstellt. ABC, das steht in diesem Fall für „atomare, biologische und chemische“ Gefahren, der ABC-Zug der Feuerwehr gehört mit zum Katastrophenschutz. Was der Sicherheit der Bevölkerung dient, wird von Teilen der Osterhuser kritisch gesehen, denn: Auch die Fahrzeuge des ABC-Zuges müssen nach Osterhusen ziehen, dafür ist ein Neubau von Nöten. Die sogenannte ABC-Halle der Feuerwehr Osterhusen erhitzt seit Jahren die Gemüter – im kommenden Monat soll der Neubau an der Suurhuser Straße eröffnet werden.

„Die Bauarbeiten sind quasi abgeschlossen“, sagt Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) auf Nachfrage. Ende September, nachdem die Feuerwehr selbst noch die letzten vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen hat, soll die feierliche Übergabe, bei der auch noch ein neues Fahrzeug übergeben wird, stattfinden. Doch: Es sind noch mehrere Klagen anhängig.

Oberverwaltungsgericht muss entscheiden

Die Klagen stammen von Anwohnern einer Bürgerinitiative, die sich gegen den Standort an der Suurhuser Straße und somit direkt in einem Wohngebiet aussprechen. Die Diskussionen um den Standort gibt es seit rund drei Jahren, nachdem noch unter Redenius Vorgänger Manfred Eertmoed (SPD) die Vorbereitungen für den Neubau begannen. Die Bürgerinitiative kritisiert unter anderem, dass der Neubau nicht ins Dorfbild passe, die Zufahrtsstraßen durch die schweren Einsatzfahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen werden und die Anwohner durch Lärm belästigt werden. Laut den Anliegern gebe es genügend Alternativflächen. Im April vergangenen Jahres lehnte das Verwaltungsgericht in Oldenburg einen Einspruch gegen den Neubau abgewiesen.

Aktuell sind laut Else Benjamins von der Bürgerinitiative zwei Klagen beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg offen, eine weitere Klage eines Anwohners sei noch in Oldenburg offen. Die Initiative setzt vor allem auf ein sogenanntes Normenkontrollverfahren. Die Hoffnung: Das Projekt wird nachträglich als Schwarzbau deklariert – und könnte so nicht mehr benutzt werden. Dem hatte bereits Eertmoed während seiner Amtszeit widersprochen: Andere Flächen würden Außenstehenden zwar als geeignet erschienen, sie seien es aber nicht. So spielten auch das Baurecht und die Eigentumsverhältnisse eine Rolle.

Kein weiterer Protest geplant

„Außerdem blendet der Bau bei Sonne sehr“, sagt Benjamins im Gespräch mit unserer Redaktion. Das sei jetzt deutlich geworden. Doch wie und wann das Oberverwaltungsgericht entscheidet, das ist noch offen. „Wir haben noch keinen Termin“, sagt Benjamins, Redenius sagt: „Juristisch gibt es noch nichts Neues“.

Annäherungsversuche zwischen Gemeinde und Anliegern beziehungsweise zwischen Feuerwehr und Anliegern habe es in den vergangenen Wochen und Monaten nicht gegeben, sagt Benjamins. Weitere Protestaktionen, die Bürgerinitiative hat unter anderem Schilder aufgestellt, seien aber nicht geplant. Ebenso wenig der Besuch des Neubaus bei der Eröffnung. „Da wird keiner von uns hingehen“, so Benjamins. Es seien „sehr schlimme, laute und dreckige“ eineinhalb Jahre seit Baubeginn gewesen, sagt die Anwohnerin. „Jetzt hoffen wir einfach auf das Gericht.“

Ähnliche Artikel