Fußball

Auf Hochzeitsfreuden folgt Firreler Derbyfrust

Hans Damm und Niklas Homes
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Von Hans Damm und Niklas Homes
| 08.08.2021 21:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
TuRas Frank Waden (hinten rechts, vorne rechts Sönke Weßling) trifft hier zum 3:0. Firrels Torwart Nikolai Schöneich hatte keine Chance. Fotos: Damm
TuRas Frank Waden (hinten rechts, vorne rechts Sönke Weßling) trifft hier zum 3:0. Firrels Torwart Nikolai Schöneich hatte keine Chance. Fotos: Damm
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TuRa Westrhauderfehn hat das Derby in der Fußball-Landesliga gegen Firrel mit 3:0 gewonnen. Dabei fehlten TuRa vor allem Offensivspieler – ihre Vertreter machten es bravourös.

Firrel - Große Glücksgefühle am Sonnabend, Fußballfrust am Sonntag. So lässt sich das Wochenende von Landesligist GW Firrel treffend beschreiben. Nachdem am Sonnabend mit Kapitän Eike Tulke und Mittelfeld-Motor Reinhard Grotlüschen gleich zwei Spieler geheiratet hatten, gab es für Firrel tags darauf zum Start in die Landesliga-Saison eine ordentliche Derby-Niederlage gegen TuRa Westrhauderfehn. 0:2 hieß es zur Halbzeit, 0:3 nach Spielschluss. Alle drei Treffer erzielte Frank Waden.

„Alle Spieler haben über die 90 Minuten richtig Gas gegeben“, sagte TuRas Trainer Erhan Colak nach Spielschluss. „Wir haben Firrel beherrscht und auch in der Höhe verdient gewonnen.“ Diesen Worten konnte Firrels Trainer Daniel Franziskus nur zustimmen. „Wir waren erschreckend schwach“, kommentierte Daniel Franziskus sichtlich ratlos.

Westrhauderfehns Ole Eucken wird von Tom Drews (links) und Leon Zimmermann in die Zange genommen.
Westrhauderfehns Ole Eucken wird von Tom Drews (links) und Leon Zimmermann in die Zange genommen.

Firrel liegen Derbys nicht mehr

Ostfriesische Derbys in der Landesliga scheinen GW Firrel einfach nicht mehr zu liegen. Nachdem der Dorfverein am 23. November 2018 sensationell 1:0 bei Kickers Emden gewonnen hatte, folgten nun drei Landesliga-Derbyniederlagen am Stück. Und das jeweils zum Saisonauftakt. In der Saison 2019/20 hatte Firrel gegen Germania Leer nach 2:0-Führung noch 2:3 verloren. Das Rückspiel gab es aufgrund des coronabedingten Saisonabbruchs nicht. In der vergangenen, ebenfalls abgebrochenen Saison verlor Firrel gegen Germania Leer sogar mit 1:4. Nun gab es ein 0:3 gegen TuRa Westrhauderfehn.

Zuschauertechnisch war für ein Derby nicht viel los in Firrel. Etwa 200 Fußballinteressierte waren vor Ort. Sie sahen bei bestem Fußball-Wetter von Anfang an stark aufspielende TuRaner. Dabei musste Westrhauderfehn gleich auf mehrere Stammspieler verzichten – unter anderem auf die Offensivkräfte Marcel Hinz und Pascal Menken. Stattdessen begann in der Sturmspitze neben Frank Waden Kevin Lüpkes, der sonst zumeist als Linksverteidiger aufläuft. Das neue Sturmduo funktionierte prächtig.

Spieldaten

Firrel: Schöneich; Borgman, Schouwer, B. Grotlüschen (50. Härtel), Suda, Otto (73. Karius), Lücht, Steinheuser (87. Hemken), Schmidt, Drews, Zimmermann (46. Rei. Grotlüschen).

Westrhauderfehn: Gossmann; Meyer, Weber (73. Douwes), O. Eucken, Weßling, Buscher, Malchus (84. Barbicev), Waden (89. Mansholt), Flügge, Möhlmann, Lüpkes (73. Lünemann).

Tore: 0:1/0:2/0:3 Waden (7./33./Foulelfmeter/83.).

Schouwer und Otto verpassen Ausgleich

Bereits in der siebten Minute markierte Waden das 1:0. Nach einem langen Ball – getreten von Max Möhlmann an der eigenen Strafraumgrenze – enteilte er Firrels Innenverteidiger André Lücht. Erst scheiterte Waden an GW-Schlussmann Nikolai Schöneich, der Nachschuss fand den Weg ins Tor. TuRa blieb die bessere Mannschaft, spielte diszipliniert, kampfstark und zielstrebig nach vorne. Kapitän Ole Eucken hätte TuRa nach 15 Minuten bereits 2:0 in Front bringen können, doch sein Volleyschuss nach einer Kopfball-Ablage von Waden ging über das Tor. Das hätte sich beinahe gerächt, doch ein Kopfball von Tim Schouwer strich ebenfalls über den Kasten (27.). Auch ein Kopfball von René Otto bedeutete nicht das 1:1 (32.).

Im Gegenzug wurde Kevin Lüpkes von Lücht im Strafraum gefoult – den fälligen Elfmeter verwandelte Frank Waden zum 0:2. Waden wäre vor der Pause fast sein drittes Tor gelungen, doch André Lücht konnte für seinen bereits geschlagenen Torwart auf der Linie retten (38.).

Der Jubel bei TuRa (links Erhan Colak und Kevin Lüpkes) war nach Abpfiff groß.
Der Jubel bei TuRa (links Erhan Colak und Kevin Lüpkes) war nach Abpfiff groß.
Zur zweiten Hälfte wurde bei Firrel der frisch gebackene Ehemann Reinhard Grotlüschen eingewechselt, doch auch er konnte nicht für die Wende sorgen. Bis zur Schlussphase gab es keine Torszenen. Nach einem Sololauf spitzelte Sönke Weßling den Ball an Torwart Nikolai Schöneich vorbei und Frank Waden erzielte aus spitzem Winkel das 3:0 (83.). Es blieb der letzte Treffer des Tages, weil danach Weßling und Firrels Manuel Suda ihre Torchancen vergaben.

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