Wahlwerbespot der SPD
Das Niveau bleibt unterirdisch
Die SPD erklärt es zum Skandal, dass ein enger Laschet-Vertrauter erzkatholisch ist. Mit fairem Wahlkampf hat das nichts zu tun.
Dieser Wahlkampf hält sich wacker auf unterirdischem Niveau. Dazu hat nun die SPD den neuesten Beitrag geleistet, obwohl die Genossen gelobt hatten, einen fairen Wettbewerb führen zu wollen. Daran halten sie sich erkennbar nicht, wenn sie Laschet nun als den Anführer eines als Gruselkabinett inszenierten Teams darstellen. Unter anderem skandalisiert die SPD, dass der Laschet-Vertraute Nathanael Liminski „erzkatholisch“ und gegen Sex vor der Ehe sei.
Ziemlich platt nutzt die SPD hier eine vermeintliche Steilvorlage, die Liminiski qua Familiengeschichte bietet. Sein Vater war sehr konservativ und Mitglied bei „Opus Dei“. Aber seit wann gilt in Deutschland wieder die Sippenhaft? Liminski hat mit Anfang 20 für den Verzicht auf Sex vor der Ehe geworben. Sein erstes Kind kam dann aber vor der Eheschließung zur Welt. Ganz so radikal kann Liminski also nicht unterwegs sein. Auch von früheren kritischen Äußerungen zu Homosexuellen hat er sich distanziert. Und dass ein bekennender Christ aus Sicht der SPD neuerdings des Teufels ist, darf angesichts der eigenen zahlreichen politischen Größen mit Verwurzelung im Glauben schon verwundern.
Der Spot trifft allerdings auch einen wunden Punkt Armin Laschets: Wer nicht klar für eigene Inhalte steht, dessen Umfeld wird eben umso genauer auf solche durchleuchtet.