Geschichte
Emder Bunkermuseum steht vor dem Aus
Seit Jahren geht es darum, wie und ob das Emder Bunkermuseum bestehen bleiben kann. Der Grund: Der Brandschutz wird nicht gewährleistet. Jetzt soll eine endgültige Entscheidung fallen.
Was und warum
Darum geht es: Nachdem das Bunkermuseum zwei Jahre lang provisorisch öffnen durfte, stellt die Stadt den Museumsverein jetzt vor eine Entscheidung: Umbau oder Schließung.
Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder, Geschichtsinteressierte
Deshalb berichten wir: Der Verein des Bunkermuseums steht aktuell vor einer schwierigen Entscheidung. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Die Schwierigkeiten schildert Marten Klose, Sprecher des Museumsvereins. 25 Jahre lang war das Museum problemlos geführt worden. 2016 dann hatte der Bund, dem der Bunker bis dato gehörte, das Kriegs-Überbleibsel „möglichst gewinnbringend“ verkaufen wollen. Der Museumsverein hätte das Geld niemals aufgebracht, so Klose. Die Schließung drohte – bis der Rat der Stadt Emden einsprang. Die Stadt kaufte das Gebäude.
Doch: Im Eigentum des Bundes habe für den Bunker noch als Sonderbau ein eigenes Regelwerk gegolten. Mit der Stadt Emden als Eigentümerin änderte sich das. „Dann galt das Niedersächsische Baugesetz“, so der Vereinssprecher. Damit musste aktuellen Brandschutzbestimmungen entsprochen werden, die deutlich kürzere Fluchtwege vorsahen.
Umbaukosten auf 600.000 Euro gestiegen
in Bunker aber ist natürlicherweise so gebaut, dass es möglichst wenige Ein- und Ausgänge, also Angriffspunkte, gibt. „Wenn in der sechsten Etage was passiert, ist das schon schwierig“, sagt Klose. Um kürzere Fluchtwege und vor allem einen Fluchtweg mehr zu schaffen, gilt als Lösung, dass auf der Rückseite des Bunkers Notausgänge geschaffen werden. Diese Arbeiten sind aber bei der meterdicken Wand und den zahlreichen Vorgaben sehr teuer, betont Klose. Anfangs waren 520.000 Euro dafür angedacht. Durch die Baupreissteigerung in Corona-Zeiten hat sich das jetzt auf rund 600.000 Euro erhöht.