Geschichte

Emder Bunkermuseum steht vor dem Aus

| | 10.08.2021 19:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Emder Bunkermuseum muss umgebaut werden - oder für immer schließen. Foto: Archiv
Das Emder Bunkermuseum muss umgebaut werden - oder für immer schließen. Foto: Archiv
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Seit Jahren geht es darum, wie und ob das Emder Bunkermuseum bestehen bleiben kann. Der Grund: Der Brandschutz wird nicht gewährleistet. Jetzt soll eine endgültige Entscheidung fallen.

Was und warum

Darum geht es: Nachdem das Bunkermuseum zwei Jahre lang provisorisch öffnen durfte, stellt die Stadt den Museumsverein jetzt vor eine Entscheidung: Umbau oder Schließung.

Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder, Geschichtsinteressierte

Deshalb berichten wir: Der Verein des Bunkermuseums steht aktuell vor einer schwierigen Entscheidung.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Emden - Ab 1940 wurden in Emden 35 Luftschutzbunker errichtet. Viele davon gibt es heute nicht mehr, andere sind jetzt bewohnt oder werden für Kultur und Musik genutzt. Ein Bunker aber, der an der Holzsägerstraße steht, enthält ein Museum, das an die Schrecken des Kriegs und die Folgen der Bombardierung Emdens erinnert. Es ist ein wichtiges Mahnmal. Ein Besuch hinterlässt einen bleibenden, bedrückenden Eindruck. Doch das Museum darf nicht mehr öffnen – und könnte nun endgültig vor dem Aus stehen.

Die Schwierigkeiten schildert Marten Klose, Sprecher des Museumsvereins. 25 Jahre lang war das Museum problemlos geführt worden. 2016 dann hatte der Bund, dem der Bunker bis dato gehörte, das Kriegs-Überbleibsel „möglichst gewinnbringend“ verkaufen wollen. Der Museumsverein hätte das Geld niemals aufgebracht, so Klose. Die Schließung drohte – bis der Rat der Stadt Emden einsprang. Die Stadt kaufte das Gebäude.

Doch: Im Eigentum des Bundes habe für den Bunker noch als Sonderbau ein eigenes Regelwerk gegolten. Mit der Stadt Emden als Eigentümerin änderte sich das. „Dann galt das Niedersächsische Baugesetz“, so der Vereinssprecher. Damit musste aktuellen Brandschutzbestimmungen entsprochen werden, die deutlich kürzere Fluchtwege vorsahen.

Auch die Schutzausrüstung der damaligen Zeit lässt sich normalerweise im Bunker bestaunen. Foto: Bunkermuseum
Auch die Schutzausrüstung der damaligen Zeit lässt sich normalerweise im Bunker bestaunen. Foto: Bunkermuseum

Umbaukosten auf 600.000 Euro gestiegen

in Bunker aber ist natürlicherweise so gebaut, dass es möglichst wenige Ein- und Ausgänge, also Angriffspunkte, gibt. „Wenn in der sechsten Etage was passiert, ist das schon schwierig“, sagt Klose. Um kürzere Fluchtwege und vor allem einen Fluchtweg mehr zu schaffen, gilt als Lösung, dass auf der Rückseite des Bunkers Notausgänge geschaffen werden. Diese Arbeiten sind aber bei der meterdicken Wand und den zahlreichen Vorgaben sehr teuer, betont Klose. Anfangs waren 520.000 Euro dafür angedacht. Durch die Baupreissteigerung in Corona-Zeiten hat sich das jetzt auf rund 600.000 Euro erhöht.

Die Ausstellung im Bunker zeigt, wie Menschen zur Kriegszeit in Emden gelebt haben. Foto: Bunkermuseum
Die Ausstellung im Bunker zeigt, wie Menschen zur Kriegszeit in Emden gelebt haben. Foto: Bunkermuseum
Der Verein aber kann das kaum stemmen und die Stadtkasse ist klamm. Zwei Jahre lang hatte das Museum daher „provisorisch“ öffnen dürfen, wenn es die Pandemie-Bedingungen zuließen. Die Vorgabe der Verwaltung: Ab dem zweiten Obergeschoss ist der Bunker abgesperrt und eine Brandwache, also ein in der Feuerabwehr geschulter Mensch, ist während der Öffnungszeiten vor Ort, um regelmäßig die Lage zu kontrollieren. „Das geht jetzt nicht mehr“, so Klose. Die Stadt habe deutlich gemacht, dass jetzt nur noch der Umbau eine Lösung sei – oder die komplette Schließung. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) habe allerdings signalisiert, dass die Stadt – trotz der eigenen prekären, finanziellen Lage – die Hälfte der Kosten für die Baumaßnahmen tragen wolle.

Im Innern des Bunkers sind tausende Objekte aus Emder Familien aus der Kriegszeit ausgestellt. Foto: Bunkermuseum
Im Innern des Bunkers sind tausende Objekte aus Emder Familien aus der Kriegszeit ausgestellt. Foto: Bunkermuseum
Die andere Hälfte aber – immerhin 300.000 Euro – soll der Verein aufbringen und Fördermittel von Bund und Land könne er nicht abrufen. Der Bunker sei kommunales Eigentum, erklärt Marten Klose. In der Überlegung sei nun, dass die Stadt das Gebäude an den Verein übertrage. Dann könnte es leichter sein, an Gelder heranzukommen. Gleichzeitig wäre die Verantwortung für den Verein dann deutlich größer. „Wir müssen das mit den Mitgliedern besprechen“, sagt er. In den kommenden Wochen werde sich die Sache entscheiden. Leichtfertig werde das nicht beschlossen, denn: „Wir haben hier tausende Objekte aus Emder Familien“, hebt Klose hervor. Das sei ein kulturelles Pfund für Emden – und das Interesse von Gästen sei weiterhin groß. „Es stehen immer wieder viele Leute vor der Tür“, sagt er. Auch kämen ständig Anrufe für Gruppenbesuche – etwa von Schulen.

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