Infrastruktur
Leer könnte einen Stadtstrand bekommen
Ein Strand in der Stadt mit Beach-Bar und Spielgeräten: So könnte der Ernst-Reuter-Platz bald aussehen. Die Stadt hat sich zumindest um Fördergelder für dieses Projekt beworben.
Was und warum
Darum geht es: Die Stadt hat sich um Fördergeld beworben, mit dem sie unter anderem einen Stadtstrand in Leer bauen möchte.
Vor allem interessant für: Leeraner und Besucher.
Deshalb berichten wir: Ein Strand in der Stadt ist attraktiv, daher ist es interessant, wie die Stadt das trotz klammer Kassen umsetzen möchte. Die Autorin erreichen Sie unter: n.nording@zgo.de
Damit soll eine ganze Reihe an Maßnahmen umgesetzt werden – sofern die Fördersumme bewilligt wird. Neben dem Sandstrand mitten in der Stadt könnten neue Grünanlagen entstehen, außerdem könnte der Spielplatz neugestaltet und Pavillons, zum Beispiel für eine Strandbar, errichtet werden, heißt es, heißt es. Die Idee ist nicht neu: Das Projekt Umgestaltung des Ernst-Reuter-Platz wurde 2016 auf Eis gelegt – aus Kostengründen. Nun holte man die Pläne wieder aus der Schublade.
Fertig bis April 2023
Eile ist mehr oder weniger geboten. Um das Fördergeld zum bekommen, müssten die Maßnahmen laut Stadtverwaltung bis April 2023 umgesetzt werden. Daher hofft die Stadtverwaltung auch, dass noch in diesem Monat eine Entscheidung der Landesregierung fällt, ob Leer mit dem Geld planen kann.
Mit dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ möchte das Land Niedersachsen nach eigenen Angaben Kommunen dabei unterstützen, ihre Innenstädte zukunftssicher aufzustellen. „Dabei geht es auch um den Einzelhandel, aber noch viel mehr: beispielsweise sollen neue Nutzungen und Aufenthaltsqualitäten ermöglicht und Digitalisierung und Klimaschutz vorangebracht werden. Kurzum: Ziel ist es, dass die Menschen sich den Lebensraum Stadt neu erschließen können“, teilt die Landesregierung dazu mit. Insgesamt sind 117 Millionen Euro aus einer EU-Aufbauhilfe dafür veranschlagt.
Viele Angebote
In einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Werbegemeinschaft Leer, des Altstadtvereins sowie des Einzelhandelsverband Ostfriesland, der IHK für Ostfriesland und Papenburg und Vertretern der Politik werden erste Ideen auf den Weg gebracht, die im Herbst konkretisiert werden, teilt die Stadtverwaltung weiter mit. „Erste Ideen aus Gesprächen sind die Erneuerung beziehungsweise Schaffung von Ruhe- und Erholungszonen, die Erneuerung und Errichtung von Spielgeräten, die Errichtung von Mitmach-Stationen und/oder die Einrichtung eines Wege- und Beschilderungssystems“, heißt es. Weitere Projektideen seien unter anderem die Entwicklung einer App für die Innenstadt, Poller und eine E-Bike-Ladestation. „Im ersten Schritt wäre die Realisierung nur auf den verfügbaren städtischen Flächen möglich“, wird Bürgermeisterin Beatrix Kuhl in der Mitteilung zitiert.
Werbegemeinschaft noch verhalten
Am Ernst-Reuter-Platz ist in der Vergangenheit immer mal wieder investiert worden. Die letzte größere Maßnahme war die neue, barrierefreie Pflasterung im Jahr 2018. In diesem Jahr hatte die Stadt entschieden, nach langem Streit, künftig Poller aufzustellen, weil das Parkverbot in dem Bereich, auf dem der Wochenmarkt stattfindet, immer wieder missachtet wurde. Das hatte den Effekt, dass die Marktbeschicker beim Platzieren der Stände und Verkaufswagen immer wieder in Schwierigkeiten gerieten.
Bei der Werbegemeinschaft schaut man positiv auf die Pläne. „Wir begrüßen alles, was die Besucherfrequenz in der Stadt erhöht“, sagte Werbegemeinschaftssprecher Carsten Mohr auf Nachfrage. Allerdings müsse man erstmal abwarten, ob das Fördergeld auch wirklich bewilligt wird. „Außerdem hätten wir uns gewünscht, dass der weitere Ausbau der Fußgängerzone vorangetrieben werden würde“, sagt Mohr. Auch das sei notwendig.