Trauer
Erste Bestattungen auf Emder „Linden-Begräbnishain“ gab es schon
Auf dem größten Friedhof in Emden sind jetzt Bestattungen bei den Wurzeln von Bäumen möglich. Die Nachfrage nach einem Platz auf dem „Linden-Begräbnishain“ ist groß, eine Erweiterung schon geplant.
Aufgrund der großen Nachfrage dürfen momentan nur Menschen auf dem „Begräbnishain“ bestattet werden, die bei ihrem Tod in Emden wohnten. Alle Gräber sind in etwa 2,50 Metern Abstand zu den jeweiligen Bäumen eingerichtet. An den Bäumen, zu denen die Gräber gehören, soll eine Plakette angebracht werden, auf der Name sowie Geburts- und Sterbedaten des Verstorbenen eingraviert sind. Trauernde können auf dem mit Waldcharakter gestalteten, rund 650 Quadratmeter großen Bereich spazierengehen und den Bestattungsbaum besuchen.
Baum-Bestattungsfläche soll vergrößert werden
Friedhofsleiter Gustav Kalms hatte den Begräbnishain federführend geplant und auch die Umgestaltung der Fläche durchgeführt. „Es war komplett verbuscht“, erklärte der Diplomingenieur der Landespflege. Nur einige Rhododendren hatten bei den Bäumen stehenbleiben dürfen, ansonsten sind etwa Farne, Stauden und Eiben nachgepflanzt worden. Baumstämme und Findlinge wurden verteilt. Es sollte „heimelig und natürlich“ aussehen, erklärte er. Derzeit fehlen noch ein Rabatten-Geländer rings um den Bereich, eine Bank zum Ausruhen sowie eine Fläche, auf der man Trauerbeigaben ablegen kann. Denn: Damit die Fläche insgesamt so natürlich wie möglich aussieht, dürfen diese Beigaben nicht lange bei den jeweiligen Bäumen liegen. Und: Trauerkränze und anderes müssen komplett ohne Plastik auskommen.
Langfristig soll zwischen dem Hain und dem jetzt noch sichtbaren Friedhofsbereich eine grüne Mauer wachsen. Und: Aufgrund der großen Nachfrage werde schon geplant, wie die Bestattungsfläche um weitere Bäume erweitert werden könne, so Kalms. Direkt angrenzend an die jetzigen 650 Quadratmeter sei noch Potenzial. Auch auf dem restlichen Friedhof, der immerhin rund 18 Hektar groß sei, werde geschaut, was sich noch umsetzen lasse. „Wir wollen versuchen, unsere Ressourcen zu nutzen“, betonte er.
Emder FDP beharrt weiter auf Bestattungswald
Die Stadt hatte einen Bestattungswald bislang als zu teuer und schwer umsetzbar bezeichnet. Die FDP wollte daraufhin Überzeugungsarbeit bei den anderen Fraktionen leisten. Außerdem hatten sie bereits Gespräche und eine Begehung des Stadtwalds mit dem Verwaltungsteam des Gedächtniswaldes in Leer-Logabirum geführt. Das Verwaltungsteam gehört zu Schloss Gödens in Sande. Die Beteiligten zeigten sich bei der Waldbegehung, bei der auch wir dabei war, überzeugt von der Umsetzbarkeit.
Stadtsprecher Eduard Dinkela indes hob am Mittwoch in Tholenswehr hervor, dass die jetzige Lösung auf dem Friedhof komfortabler und praktischer sei als eine Einrichtung im Stadtwald. Der Friedhof sei gut gelegen und leicht erreichbar, der Baumbestand „einzigartig“ in Emden. Die FDP hatte dagegen mehrfach argumentiert, dass auf dem Friedhof nicht dieselbe Naturnähe und Waldstimmung erweckt werden könne, wie man es sich für diese Bestattungsform wünsche. Die Menschen würden sich bewusst gegen einen Friedhof entscheiden wollen und – wenn in Emden keine entsprechende Möglichkeit gegeben sei – in andere Kommunen ausweichen.