Untersuchung
Wirdumer fürchten sich vor potenziellem Brandstifter
Nachdem es binnen zwei Wochen zweimal in Wirdum brannte, geht laut der Gemeinde die Angst vor einem möglichen Brandstifter um. Die Polizei geht davon aus, dass es Donnerstag Neues zu vermelden gibt.
Was und warum
Darum geht es: Seit dem vergangenen Jahr wird in Wirdum nach einem Brandstifter gefahndet. Nun gab es zwei weitere Feuer, bei denen noch unklar ist, wie sie ausbrechen konnten.
Vor allem interessant für: Einwohner von Wirdum sowie Leser, die sich für Feuerwehreinsätze interessieren.
Deshalb berichten wir: Unsere Zeitung hatte sich jetzt mit der Wirdumer Gemeindeverwaltung über verschiedene Themen unterhalten. Bei dieser Gelegenheit sprach der stellvertretende Bürgermeister die Angst vor einem Brandstifter in der Gemeinde an. Den Autoren erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Wiebke Baden, Sprecherin der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund, teilt am Mittwochnachmittag auf Nachfrage mit, dass eventuell an diesem Donnerstag neue Ermittlungsergebnisse zu den Fällen veröffentlicht werden. Zumindest nach derzeitigem Stand sei aber noch unklar, ob es sich um Brandstiftung handle und ob die beiden Fälle in Verbindung zueinander stünden. Auch könne man nicht sagen, ob die beiden Brände etwas mit einem weiteren Vorfall vom vergangenen Jahr zu tun haben.
Erinnerung an Fall vom 14. Oktober wird wach
So war in der Nacht zum 14. Oktober ein Feuer in einer Halle ausgebrochen, in der unter anderem ein Mähdrescher und eine Rundballenpresse standen. Das Feuer griff sowohl auf die Maschinen als auch auf die Photovoltaikanlage auf dem Dach über. Die damals von der Polizei geschätzte Schadenshöhe: rund 200.000 Euro. In diesem Fall handelte es sich um Brandstiftung und eine Belohnung von 10.000 Euro wurde für die entscheidenden Hinweise ausgelobt. Bis heute konnte der Täter jedoch nicht gefasst werden.
Anders sah es im Falle eines Brandstifters aus, der im Januar 2018 zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Er hatte zugegeben, im April 2015 ein vorwiegend von Rumänen bewohntes Mehrparteienhaus in Wirdum angezündet zu haben, in dem sich zu diesem Zeitpunkt 27 aufhielten – darunter auch viele Kinder. Der Verurteilte war zu diesem Zeitpunkt völlig betrunken gewesen und hatte anschließend sogar beim Retten und Löschen geholfen.
Ein Toter bei Feuern in den vergangenen fünf Jahren
Neben diesem Fall dürfte vielen Wirdumern auch noch der Hausbrand vom Januar 2017 in Erinnerung sein, bei dem ein Bewohner ums Leben kam. Bei weiteren Feuern, über die unsere Zeitung in den vergangenen fünf Jahren berichtet hat, wurden keine Menschen verletzt.
Das gilt auch für die beiden Fälle vom 24. auf den 25. Juli und vom 6. auf den 7. August dieses Jahres. Dabei brannte zunächst ein Wohnwagen aus, der auf einem ehemaligen Werkstattgelände abgestellt worden war. Vergangenes Wochenende ging dann der Dachstuhl einer Doppelhaushälfte in Flammen auf. Laut einem Anwohner, der sich am Mittwoch bei unserer Zeitung meldete, ist das Gebäude seit drei Jahren unbewohnt.