Justiz
Bunder soll eine Million Euro mit Drogen verdient haben
Vor dem Landgericht Aurich muss sich ein Bunder unter anderem wegen Drogenhandels verantworten. Er soll damit mehr als eine Million Euro verdient haben. Mitangeklagt sind die Ehefrau und die Mutter.
Bunde - Mehr als eine Million Euro soll ein Bunder mit dem Handel von Drogen eingenommen haben. Seit Mittwoch muss sich der 38-Jährige dafür vor dem Landgericht Aurich verantworten. Er sitzt seit März in Untersuchungshaft. Mitangeklagt sind seine 39-jährige Ehefrau, die bei den Drogengeschäften teilweise Hilfe geleistet haben soll, und seine 64-jährige Mutter. Ihr wird die Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte vorgeworfen.
Oberstaatsanwalt Helge Ommen hatte 101 Anklagepunkte zu verlesen. Demnach soll der Hauptangeklagte zwischen August 2017 und Februar 2021 systematisch und in erheblichem Umfang mit Drogen gehandelt haben. Mehrfach soll er Marihuana in der Größenordnung von bis zu 50 Kilogramm aus dem spanischen Barcelona einführen lassen haben, um es in Deutschland zu vertreiben. Dazu soll er Kuriere beauftragt haben, die die Drogen im Hohlraum eines umgebauten Pferdehängers transportiert haben.
Kunden auf Parkplätzen getroffen
Als Zwischenlager diente laut Anklageschrift eine Lagerhalle bei Quakenbrück. Die Abgabe der Drogen an die Kunden soll unter anderem auf Parkplätzen von Supermärkten in Oldenburg oder in der Wohnung des 38-Jährigen erfolgt sein. Zur Organisation seiner Geschäfte soll er verschlüsselte Mobiltelefone benutzt haben. In drei Fällen geht es um bandenmäßigen Handel. Zu den eingeschmuggelten Drogen gehörten auch ein Kilo Kokain aus Spanien sowie 25 Liter flüssige Amphetaminbase, die aus den Niederlanden stammen soll. Pro Beschaffungsfahrt soll der Hauptangeklagte mehrfach Erlöse von mehr als 200.000 Euro erzielt haben.
Seiner Ehefrau wird zur Last gelegt, die Qualität der Drogen überprüft zu haben und am Geldtransfer beteiligt gewesen zu sein. Mit dem Erlös aus dem Handel sollen sich die beiden ein luxuriöses Leben finanziert haben – eine edle Immobilie, Autos, teure Technikgeräte und Zahnbehandlungen. Ein Teil der Einnahmen soll in Kryptowährungen und Aktien angelegt worden sein.
Weiterer Anklagepunkt: Geldwäsche
Dem Ehepaar wird zusätzlich Geldwäsche vorgeworfen. Es soll die hohen Einnahmen durch Bareinzahlungen von unauffälligen Beträgen zwischen 200 und 2000 Euro auf ein gemeinschaftliches Konto verschleiert haben. Es geht dabei um 35 Taten mit einer Gesamtsumme von knapp 47.000 Euro.
Bei der Verschleierung soll die Mutter des 38-Jährigen geholfen haben. Ihr wird zur Last gelegt, in 25 Fällen Überweisungen für ihren Sohn getätigt zu haben. Gesamtsumme: 25.000 Euro. Das Geld soll sie in bar zurückerhalten haben.
Die beiden Anwälte des Hauptangeklagten versuchten, den Prozess zu unterbinden, indem sie der Vorlesung der Anklageschrift widersprachen. Sie sind der Ansicht, dass ein Teil der Beweismittel – insbesondere die Daten aus der Telekommunikationsüberwachung – nicht verwertbar sind. Die Vorsitzende Richterin konterte mit Verweis auf die Strafprozessordnung. Weiter stellten die Verteidiger einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens, verbunden unter anderem mit weiterer Akteneinsicht.
Der Prozess wird am Freitag um 9 Uhr fortgesetzt.