Politik
Wahlkampf-Wurst: Stadt Norden sieht kein Problem
Nachdem Politiker und die Stadt Emden die GfE für ihre Bratwurst-Abgabe am Wahlkampfstand kritisierten, will nun auch die Norder SPD mit diesem Imbiss punkten. Dort sieht man die Lage jedoch anders.
Emden/Norden - Weil die Emder Wählergemeinschaft Gemeinsam für Emden (GfE) kürzlich an ihrem Wahlkampfstand Bratwürstchen verteilt hatte, musste sie sich viel Kritik anhören. So hatten sich die anderen Parteien sowie die neue Wählergemeinschaft UNS darauf verständigt, aus hygienischen Gründen darauf zu verzichten. Auch die Stadt Emden sah die Aktion der GfE in Zeiten der Pandemie kritisch. Immerhin sollen Bratwürste nicht direkt an Verkaufsständen gegessen werden und Wahlkampfstände sind dafür gedacht, dass sich die Besucher dort längere Zeit aufhalten, so die Stadt. In Norden scheint das hingegen kein Problem zu sein.
Dort will nämlich jetzt auch die SPD mit heißen Würstchen punkten, wie der Stadtverbandsvorsitzende und Bürgermeister-Kandidat Florian Eiben in einer E-Mail ankündigt. So soll unter dem Motto „Up een Wurst mit SPD“ immer mittwochs und freitags zwischen 16 bis 18 Uhr ein „mobiles Grillfahrrad“ verschiedene Ziele in der Stadt ansteuern. An diesem Mittwoch ging es an der Ecke Waldstraße/Kolklandstraße los.
„Ich gehe davon aus, dass das die SPD gut durchgeplant hat“
Nordens amtierender Bürgermeister Heiko Schmelze (CDU) sieht in der Aktion im Gegensatz zu seinen Emder Rathauskollegen kein Problem, wie er jetzt auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. „Ich gehe davon aus, dass das die SPD gut durchgeplant hat“, so der Verwaltungschef. Er habe Eiben jedoch sicherheitshalber noch einmal darum gebeten, Rücksprache mit dem Landkreis Aurich zu halten, um das abzustimmen. „Ich gehe davon aus, dass alle Regeln eingehalten werden können.“
Florian Eiben bestätigt das auf Nachfrage. Ein Lebensmittelkontrolleur habe sich das Verkaufsrad angesehen und sei sehr zufrieden gewesen. Allerdings sei es auch mit einem Heiß- und Kaltwasseranschluss, mit Kühlboxen, Desinfektionsmittel und mehr ausgestattet. Man erfülle quasi alle Anforderungen, die auch für einen Gewerbetreibenden gelten würden, versichert der SPD-Chef.
GfE: „Ballons und Bratwurst sind prinzipiell dasselbe“
Und was sagt der Fraktionsvorsitzende der GfE im Emder Rat, Jochen Eichhorn, dazu? „Eigentlich ist es egal, ob die an Wahlkampfständen typischen Luftballons oder Bratwurst verteilt wird“, sagt er auf Nachfrage. Er sehe da keinen wirklichen Unterschied, was den Coronaschutz angeht.
Zwar habe man auf Anraten der Stadt Emden erst einmal beschlossen, die eigene Bratwurst-Abgabe eine Weile zu pausieren und die Corona-Fallzahlen im Blick zu behalten. Man könne aber beim Grillen einen Tröpfchenschutz vorhalten und Mundschutz tragen. Von daher gehe man davon aus, dass man die Würste schon sehr bald wieder zubereiten werde. Auch die Stadt Emden hatte in diesem Zusammenhang zu einem entsprechenden Hygienekonzept geraten.