Fußball

Ein Pokalcoup, zwei Elferkrimis und 49 Tore

Maren Stritzke, Georg Lilienthal und Hans Damm
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Von Maren Stritzke, Georg Lilienthal und Hans Damm
| 12.08.2021 18:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Holtlands Hauke Wilken (rotes Trikot) ist hier gegen Westrhauderfehns Felix Douwes zu sehen. Foto: Damm
Holtlands Hauke Wilken (rotes Trikot) ist hier gegen Westrhauderfehns Felix Douwes zu sehen. Foto: Damm
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Die ostfriesischen Fußballfans bekamen in der zweiten Runde des Bezirkspokals einiges zu bieten. Firrel und Esens gewannen jeweils im Elfmeterschießen. Holtland überraschte gegen Westrhauderfehn.

Ostfriesland - Ein Außenseiter-Sieg, zwei Elfmeterkrimis und insgesamt 49 Tore: In der zweiten Runde des Bezirkspokals am Mittwochabend bekamen ostfriesische Fußballfans einiges geboten. So gelang dem SV Holtland eine dicke Überraschung. Der gastgebende Bezirksligist kämpfte sich nach einem 2:3-Rückstand zurück und schoss den Landesligisten TuRa 07 Westrhauderfehn mit einem 4:3-Sieg aus dem Pokal. Der TuS Esens gewann ein kampfbetontes Duell gegen den Bezirksliga-Konkurrenten TuS Pewsum mit 6:5 im Elfmeterschießen. Für die Landesliga-Fußballer von GW Firrel wurde es ebenfalls ein langer Abend. Auch die Partie beim Heidmühler FC wurde vom Punkt aus entschieden.

Heidmühler FC – GW Firrel 7:8 n. E. (3:3; 2:2).

„Wir haben zu viele Geschenke verteilt“, sagte Firrels Trainer Bernd Grotlüschen. „Wir hatten das Spiel im Griff, aber die Gegentreffer resultierten jeweils aus unseren Fehlern.“ Firrel erwischte einen guten Start und ging durch Lasse Härtel in Führung (6.). Nach dem Ausgleichstreffer brachte Leon Zimmermann die Firreler erneut in Front (26.). Doch auch diese Führung hielt nicht lange. Bereits in der 30. Minute erzielte Keno Siebert das Tor zum 2:2. Der Heidmühler war es auch, der in der zweiten Hälfte zum 3:2 traf (63.).

Zu unschönen Szenen kam es gegen Ende des Spiels. Bei einem Zweikampf wurde Reinhard Grotlüschen am Knie verletzt, musste vorübergebend den Platz verlassen, kehrte aber schwer angeschlagen zurück. „Die letzten Spielminuten haben wir Zehn gegen Zehn gespielt“, berichtete Firrels Coach. Nach der Aktion im Zweikampf hatte der HFC-Spieler nämlich noch die Gelb-Rote Karte gesehen (80.). In der Nachspielzeit war es dann Manuel Suda, der die Firreler ins Elfmeterschießen rettete. Dank Firrels Torwart Nikolai Schöneich, der einen Schuss vom Punkt gehalten hatte, entschieden die Ostfriesen das Elfmeterschießen für sich.

Tore: 0:1 Härtel (6.), 1:1 Horn (19.), 1:2 Zimmermann (26.), 2:2, 2:3 Siebert (30., 63.). 3:3 Suda (90.+2).

SV Holtland – TuRa Westrhauderfehn 4:3 (2:2).

„Damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet“, strahlte Holtlands Trainer Jörn Janssen nach dem Pokalcoup. Bereits nach 100 Sekunden setzte sich Sönke Weßling durch und erzielte das 0:1. Als in der 8. Minute SVH-Akteur Tobias Schlink nach einem Zweikampf mit Matthias Malchus zu Fall kam, nutzte Andre Buss den folgenden Elfmeter zum 1:1. Dann ging der Außenseiter sogar in Führung. Tobias Schlink erzielte das 2:1. Aber auch dieses Resultat tauchte nur kurz an der Anzeigetafel auf. Dann glich Kevin Lüpkes zum 2:2 aus.

Der erste Höhepunkt der zweiten Hälfte sorgte für allerlei Diskussionen. In der 58. Minute attackierte SVH-Torwart Jörn Jacobs rustikal den TuRa-Stürmer Frank Waden. Beide blieben am Boden liegen und der Pfiff ertönte. Nach einer Unterredung mit dem Assistenten gab es aber keinen Strafstoß. Stattdessen sah Waden die Gelbe Karte und musste verletzt ausgewechselt werden. Wenige Minuten später hieß es dann doch 2:3. Nach einer Flanke von Malte Eucken köpfte Sönke Weßling TuRa in Führung. Hätte Benjamin Lünemann wenig später das Gastgebertor nicht um Zentimeter verfehlt, wäre die Partie vermutlich entschieden gewesen, so aber blieb der Außenseiter im Spiel und trumpfte am Ende groß auf.

Tore: 0:1 Weßling (2.), 1:1 A. Buss (Foulelfmeter, 8.), 2:1 Schlink (15.), 2:2 Lüpkes (21.), 2:3 Weßling (65.), 3:3 Behmann (73.), 4:3 de Buhr (85.).

TuS Esens – TuS Pewsum 6:5 n.E. (1:1; 1:0).

„Es war ein intensives Fußballspiel“, sagte Esens-Trainer Ralf Backhaus. Thorsten Lettau, der Torjäger in den Reihen der Bärenstädter, sorgte kurz vor dem Pausenpfiff für die 1:0-Führung. Nach dem Seitenwechsel traf Luca Wolthoff zum 1:1. Dem Tor war ein kapitaler Fehler der Esenser im Mittelfeld vorausgegangen. Danach ging es im Spiel hin und her. Die Esenser Jens Backhaus und Thorsten Lettau konnten aus ihren Chancen kein Kapital schlagen. Die Pewsumer hatten hingegen mit einem Pfostenschuss Pech. Somit musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Esens‘ Torwart Michael Tolksdorf ließ sich zuvor auf eigenen Wunsch auswechseln. Jannes Havemann war es dann, der den dritten Elfmeter der Pewsumer hielt. Thorsten Lettau verwandelte den letzten Schuss vom Punkt.

Tore: 1:0 Lettau (44.), 1:1 Wolthoff (69.).

TV Bunde – SV Großefehn 5:1 (1:1).

Vor mindestens 250 Zuschauern erwischten die Gäste den besseren Start. „Zu Anfang sind uns zu viele Passfehler unterlaufen. Großefehn stand sehr tief und hat auf Konter gelauert“, sagte Bundes Trainer Matthias Schmidt. Großefehn ging durch Kevin Ageev, der per Distanzschuss in den Winkel traf, in Führung (15.). Der Bunder Ausgleich fiel kurz vor dem Pausenpfiff durch Keno Siemens, der aus rund 20 Metern abzog.

In der zweiten Hälfte lief es für die Rheiderländer wesentlich besser, wobei der Großefehner Yahya Berete noch eine gute Chance verpasste. Dann traf Joost Dirksen per Kopf zum 2:1 und drehte damit die Partie. In der Folge sorgten zwei Tore von Volker Wirtjes und das zwischenzeitliche 4:1 durch Tom Siemens für den verdienten 5:1-Erfolg der Bunder.

Tore: 0:1 Ageev (15.), 1:1 K. Siemens (45.), 2:1 Dirksen (64.), 3:1 Wirtjes (74.), 4:1 T. Siemens (83.), 5:1 Wirtjes (88.).

Germania Wiesmoor – FC Norden 5:1 (3:0).

„Es war ein gutes Spiel, in dem wir vor allem in der ersten Hälfte überlegen waren“, freute sich Wiesmoors Trainer Frank Löning über den 5:1-Sieg und das Weiterkommen im Bezirkspokal. Wiesmoor war von Beginn an hellwach und erarbeitete sich durch Henning Corell, Jan Lakeberg und Niklas Homes eine verdiente 3:0-Pausenführung. In der zweiten Hälfte erzielte Daniel Horn, der in der 65. Minute nur noch einzuschieben brauchte, den 1:3-Anschlusstreffer. Nachdem Wiesmoors Bertony Konda nach einer starken Einzelaktion am glänzend reagierenden Norder Torwart Jan Peters gescheitert war (79.), trug sich Hilko Aden in die Torschützenliste ein. Per Doppelpack erhöhte er auf 5:1.

Tore: 1:0 Corell (8.), 2:0 Lakeberg (27.), 3:0 Homes (45.), 3:1 Horn (65.), 4:1, 5:1 Aden (81., 87.).

SV Wallinghausen – TuS Weene 1:3 (0:2).

Weene erwischte einen guten Start und legte in der sechsten Minute das 1:0 vor. Nach einem langen Einwurf von Ralf Dorenbusch verlängerte André Grensemann per Kopf, und Sven Berghaus brauchte letztlich nur noch einzuschieben. Kurz vor der Pause erhöhte Dorenbusch auf 2:0. „Weene war in dem Spiel deutlich willensstärker und aggressiver“, sagte Wallinghausens Trainer Sven Bünting. Jens Ulferts traf in der 53. Minute zum 0:3. Die Gastgeber kamen in der Folge nur noch zum 1:3-Anschlusstreffer durch Bent Bogena. „Letztlich war es ein verdienter Sieg für Weene“, sagte Bünting.

Tore: 0:1 Berghaus (6.), 0:2 Dorenbusch (41.), 0:3 Ulferts (53.), 1:3 Bogena (59.).

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