Windkraftprojekt

Arbeiten für neue Trasse der Stromautobahn in Hesel

Christine Schneider-Berents
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Von Christine Schneider-Berents
| 16.08.2021 14:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gleichstrom-Erdkabel wie dieses sollen irgendwann in der Samtgemeinde Hesel verlegt werden. Foto: dpa/RehderV
Gleichstrom-Erdkabel wie dieses sollen irgendwann in der Samtgemeinde Hesel verlegt werden. Foto: dpa/RehderV
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Damit der von den Offshore-Windparks produzierte Strom ins Binnenland gelangt, müssen Kabel verlegt werden. Netzbetreiber Tennet bereitet das nächste Projekt vor. Es betrifft die Samtgemeinde Hesel.

Hesel - Für die Energiewende in Deutschland wird ein neues Projekt vorbereitet. Es geht um die Verlegung weiterer Stromleitungen, durch die der von den Windparks auf See produzierte Strom ins Landesinnere geleitet werden kann. Davon ist im Landkreis Leer unter anderem die Samtgemeinde Hesel betroffen.

Auf ihrer Internetseite weist die Kommune unter amtliche Bekanntmachungen auf Vermessungen und Fremdleitungserkundungen hin: „Im Rahmen des Landkabelprojektes BorWin5 ist es seitens der Vorhabenträgerin TenneT Offshore GmbH geplant, in dem Zeitraum vom 20. August bis etwa 4. Oktober auf dem Gebiet der Gemeinde Hesel, der Gemeinde Neukamperfehn und der Gemeinde Holtland Vermessungsarbeiten durchzuführen. Des Weiteren kann es in der Zeit von Oktober bis Dezember 2021 zu Fremdleitungserkundungen kommen.“ Diese seien für die weitere Planung erforderlich.

Es werden Erdkabel verlegt

Damit der von den Windparks auf See produzierte Strom ins Binnenland gelangt, muss das Stromnetz ausgebaut werden. Foto: Archiv
Damit der von den Windparks auf See produzierte Strom ins Binnenland gelangt, muss das Stromnetz ausgebaut werden. Foto: Archiv
BorWin5 sei neben den Projekten BorWin1, BorWin2 und BorWin3 das vierte Projekt, das vor der Küste Borkums in Höchstspannungsgleichstrom-Übertragungstechnik realisiert werde, teilt Tim Dampmann, Sprecher des Netzbetreibers Tennet, mit. Das Projekt befinde sich in der Ausschreibungsphase. „Gemäß den Zielen der Bundesregierung sollen bis 2030 insgesamt 15 Gigawatt Offshore-Windenergieleistung in Deutschland zur Verfügung stehen. Das Projekt BorWin5 ist mit 900 Megawatt Übertragungskapazität ein wichtiger Baustein, um diese Ausbauziele in Deutschland zu erreichen,“ so Dampmann.

BorWin5 habe eine Länge von rund 230 Kilometern. Startpunkt werde die Konverterplattform BorWin epsilon sein. Dort werde der auf See erzeugte Drehstrom in Gleichstrom umgewandelt und mit einem rund 110 Kilometer langen Seekabel bis zum Festland transportiert. Vom Anlandungspunkt in Hilgenriedersiel werde der Strom auf 120 Kilometer Länge per Erdkabel zur zukünftigen Konverterstation bei Garrel im Raum Cloppenburg übertragen.

Von See aufs Festland

In der Konverterstation werde der Gleichstrom wieder in Drehstrom umgewandelt und von dort aus in das Höchstspannungsnetz an Land eingespeist.

Wie bei den meisten Offshore-Netzanbindungssystemen für Windparks in der westlichen Nordsee verlaufe die Kabeltrasse von BorWin5 über die Insel Norderney. Um den sensiblen Naturraum im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu schonen und um die Deichsicherheit zu gewährleisten, führe TenneT Horizontalbohrungen auf der Insel durch, in die Kabelschutzrohre eingezogen werden. Darin wiederum werde das Seekabel verlegt.

Bei den geplanten Arbeiten in der Samtgemeinde Hesel gehe es darum zu erkunden, wo Ver- und Entsorgungsleitungen liegen, erläutert Dampmann weiter. „Wir müssen wissen, ob sie so verlaufen, wie uns gemeldet wurde, um sie bei den anstehenden Kabelverlegearbeiten nicht zu gefährden.“ Die Landeigentümerinnen und -eigentümer würden im Vorfeld der Vermessung informiert. Verhindern könne man die Arbeiten nicht. Gemäß § 44 des Energiewirtschaftsgesetzes seien diese Maßnahmen von den Eigentümerinnen und Eigentümerinnen und Nutzungsberechtigten der Grundstücke zu dulden.

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