Fußball
Erstes Oberligaheimspiel der „Emmerlinge“ nach 305 Tagen
Der BSV Kickers Emden erwartet heute im ersten Oberliga-Heimspiel den Rotenburger SV. Seit 305 Tagen haben die Emder Kicker kein Pflichtheimspiel bestritten.
Emden - Solch eine ewige Punktspielabstinenz hat das Stadion des BSV Kickers Emden vermutlich seit der Nachkriegszeit nicht erlebt. Seit 305 Tagen haben die Emder Kicker kein Pflichtheimspiel bestritten. Am Mittwochabend kehrt die Oberliga zurück in die Arena. Um 19.30 Uhr trifft der BSV Kickers auf den Rotenburger SV. „Nach dem Sieg in Heeslingen wollen wir natürlich nachlegen“, kündigt Trainer Stefan Emmerling an.
Am liebsten möchte der Coach dort anknüpfen, wo er mit seiner Mannschaft am 17. Oktober 2020 aufgehört hat. Damals bezwangen die Emder im Oberliga-Heimspiel den FC Hagen/Uthlede mit 3:0. „Ich habe mir die Rotenburger am Sonnabend beim 1:1 in Hagen live angeschaut“, sagt Emmerling. „Das wird nicht leicht. Rotenburg hat eine junge und spielstarke Mannschaft.“
Kickers auf Wolke sieben
Dafür schweben die „Emmerlinge“ gerade auf Fußball-Wolke sieben. Am Freitagabend gewannen sie das Finale beim Ostfrieslandcup, am Sonntag ließen sie beim Titelfavoriten SC Heeslingen einen 2:1-Triumph folgen. „Wir hoffen, dass das die Zuschauer honorieren und uns unter Flutlicht zahlreich unterstützen“, sagt Emmerling.
Trotz der Regenfälle scheint die Austragung der Partie nicht gefährdet. „Der Rasen befindet sich sogar in einem guten Zustand“, meint der Trainer. Weil der Landessportbund die Gelder für die Platzrenovierung noch nicht freigegeben hat, musste der BSV aber selber seit Juli noch einmal tief in die Vereinskasse greifen, damit im Stadion überhaupt noch Oberligafußball möglich ist.
Permanente Rasenarbeiten
Erst hat eine Fachfirma aus Bremen den Rasen belüftet und damit wasserdurchlässiger gemacht. Nach dem Wasser-Schlamassel vor dem geplanten Pokalspiel gegen Hagen/Uthlede musste auch noch eine verstopfte Drainage ausgetauscht werden. „Es wurde wieder unnötig Geld verschlissen“, sagt der Trainer. „Aber der Platz befindet sich jetzt jedenfalls in einem vernünftigen Zustand.“ Rasen okay, Form prima, Moral grandios – das lässt die Fans auf einen tollen Fußballabend hoffen. Die maximal zu Corona-Zeiten erlaubten 1000 Leute werden wohl nicht in die Arena strömen, aber die Hälfte davon könnte der Abendkick schon anlocken.
Für die Fans gilt nach wie vor die Registrierungspflicht per Formular oder Luca-App. Masken müssen nur auf dem Weg zur Tribüne getragen werden.
Gespannt auf neuen Torjäger
Die Zuschauer werden gespannt sein, wie sich Neu-Stürmer Darlin van der Werff nach seinen zwei Toren von Heeslingen präsentiert. „Das war ein Super-Einstand“, freut sich Emmerling über die Verstärkung aus den Niederlanden. Verzichten muss der Coach hingegen weiterhin auf die verletzten Yanic Konda und Sebastian Bloem sowie auf den frisch verheirateten Holger Wulff (Flitterurlaub). Wenn sich alle Akteure von der Doppelschicht am Wochenende erholt haben, könnte die Emder Startformation so ähnlich aussehen wie in Heeslingen.
Zur Regeneration verordnete der Trainer den Aktiven für Montag ein halbstündiges Radtraining und ließ am Dienstagabend ein schonendes Abschlusstraining folgen. Frische Kräfte sind nach den Strapazen der vergangenen Tage gefragt – damit das Oberliga-Comeback in Emden nach zehn Monaten Pause auch zu einer Erfolgsgeschichte wird.