Osnabrück

Keine Frage, der Inflationsdruck wächst

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 20.08.2021 16:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Erzeuger- wie Verbraucherpreise kennen momentan nur eine Richtung: nach oben. Die Folgen sind für den Bürger bereits ganz real – und das nicht nur, weil sich das Tanken spürbar verteuert hat. Ein Kommentar.

Das ist schon ein Hammer: Die Preise für Rohstoffe und Industrieprodukte sind im Juli so stark gestiegen wie seit über 46 Jahren nicht mehr. Um gut 10 Prozent sind die sogenannten Erzeugerpreise gewerblicher Produkte binnen Jahresfrist nach oben geschossen. Damit ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sich dies auch bei den Preisen für Verbraucher niederschlägt. Nicht umsonst werden die Erzeugerpreise auch als versteckte Inflation bezeichnet.

Dabei wird der Kunde bereits heute gebeutelt - man schaue sich allein die aktuellen Öl- und Benzinpreise an. Von einer moderaten Teuerung, wie sie von Ökonomen durchaus gewünscht ist, um die Wirtschaft anzukurbeln, kann bei einer Inflationsrate von zuletzt 3,8 Prozent also keine Rede mehr sein.

Sicher, dass die Verbraucherpreise aktuell so stark steigen, hängt auch mit einmaligen, corona-bedingten Faktoren zusammen wie der reduzierten Mehrwertsteuer. Und es muss auch nicht heißen, dass die höheren Erzeugerpreise eins zu eins an den Kunden weitergegeben werden. Vielmehr hat die Vergangenheit gezeigt, dass Verbraucherpreise bei starken Anstiegen der Erzeugerpreise meist nur abgeschwächt angezogen haben.

Aber die Tendenz ist eben doch eindeutig. Und die Folgen für die Verbraucher sind bereits ganz real − nicht nur, weil sich Tanken spürbar verteuert hat: Bei Zinsen von null Prozent und einer Inflationsrate von fast vier Prozent sind die realen Zinsen, sprich die Nominalzinsen abzüglich der Inflationsrate, negativ. Heißt: Sparer, die ihr Geld auf Spar- und Girokonten horten, verlieren an Vermögen. Entsprechend flüchten sie in Aktien und Immobilien, was wiederum die Preisblasen dort anwachsen lässt. Der Dax eilt bereits von Rekord zu Rekord und jeder Immobilienbesitzer und potentielle Käufer spekuliert inzwischen, wann denn nun womöglich die Blase platzt. Es ist ein Teufelskreis.

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