Hohe Erzeugerpreise
Es ist ein Teufelskreis
Erzeuger- wie Verbraucherpreise kennen momentan nur eine Richtung: nach oben. Die Folgen sind für den Bürger bereits ganz real – und das nicht nur, weil sich das Tanken spürbar verteuert hat.
Das ist schon ein Hammer: Die Preise für Rohstoffe und Industrieprodukte sind im Juli so stark gestiegen wie seit über 46 Jahren nicht mehr. Um gut zehn Prozent sind die sogenannten Erzeugerpreise gewerblicher Produkte binnen Jahresfrist nach oben geschossen. Damit ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sich dies auch bei den Preisen für Verbraucher niederschlägt. Nicht umsonst werden die Erzeugerpreise auch als versteckte Inflation bezeichnet.
Dabei wird der Kunde bereits heute gebeutelt – man schaue sich allein die aktuellen Öl- und Benzinpreise an. Von einer moderaten Teuerung, wie sie von Ökonomen durchaus gewünscht ist, um die Wirtschaft anzukurbeln, kann bei einer Inflationsrate von zuletzt 3,8 Prozent also keine Rede mehr sein.
Sicher, dass die Verbraucherpreise aktuell so stark steigen, hängt auch mit corona-bedingten Faktoren zusammen – wie der reduzierten Mehrwertsteuer. Aber die Tendenz ist eindeutig. Und die Folgen für die Verbraucher sind bereits ganz real: Bei Zinsen von null Prozent und einer Inflationsrate von fast vier Prozent sind die realen Zinsen negativ. Heißt: Sparer, die ihr Geld auf Spar- und Girokonten horten, verlieren an Vermögen. Entsprechend flüchten sie in Aktien und Immobilien, was wiederum die Preisblasen dort anwachsen lässt. Es ist ein Teufelskreis.