Justiz

Drogenhandel: Trio aus Emden vor Gericht

| | 23.08.2021 16:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Marihuana, Kokain und Amphetamin sollen die drei Emder aus den Niederlanden nach Ostfriesland gebracht haben. Symbolfoto: dpa/Leonhardt
Marihuana, Kokain und Amphetamin sollen die drei Emder aus den Niederlanden nach Ostfriesland gebracht haben. Symbolfoto: dpa/Leonhardt
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Drogen mit einem Gesamtwert von 283.000 Euro sollen drei Emder umgesetzt haben. Seit Montag stehen sie vor dem Landgericht Aurich. Polizei war Hinweisen nachgegangen, die zu den drei Männern führten.

Aurich - Ein Trio aus Emden soll Betäubungsmittel im Gesamtwert von 283.500 Euro umgesetzt haben. Der Stoff – Marihuana, Kokain und Amphetamin – stammt laut Anklageschrift aus den Niederlanden.

Seit Montag müssen sich drei Männer im Alter von 34, 29 und 35 Jahren wegen gemeinschaftlichen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen vor dem Auricher Landgericht verantworten. Weil sie im Zusammenhang mit den Geschäften ohne Führerschein unterwegs waren und der 34-jährige Hauptangeklagte eine spektakuläre Flucht vor einer Polizeikontrolle hingelegte, werden ihnen auch diverse Verkehrsdelikte vorgeworfen. Zu den insgesamt fünf Tatkomplexen mit rund 30 Anklagepunkten schweigen sie.

Mit Mietwagen und Motorrad unterwegs

Die Staatsanwaltschaft legt den drei Beschuldigten zur Last, im Zeitraum zwischen Mai 2019 und dem 5. Dezember 2020 in wechselnder Besetzung Drogen über die Grenze nach Deutschland gebracht zu haben. Der 34-Jährige soll die Fahrten mit niederländischen Lieferanten in Hoogezand und Delfzijl abgesprochen haben. Den Mitangeklagten wird vorgeworfen, jeweils „seine rechte Hand“ gewesen zu sein. Sie sollen die gefahrträchtigen Arbeiten, insbesondere die Kurierfahrten, übernommen haben. Dazu wurden teils Mietwagen, teils ein Motorrad eingesetzt. Oftmals war nach den Ausführungen der Staatsanwaltschaft beim Grenzübertritt ein Aufklärungsfahrzeug dabei, dessen Fahrer die Umgebung beobachtete. Die Übergabe der Drogen – mehrfach ein Kilogramm Marihuana, bis zu einem Kilogramm Koks sowie einmal eine kleine Menge Amphetamin – soll auf grenznahen Pendlerparkplätzen an der Autobahn erfolgt sein.

Laut Anklage wurden die Drogen anfangs von gesondert verfolgten Kurierfahrern direkt nach Emden geliefert. Daraufhin legte der 34-jährige Hauptangeklagte eine halsbrecherische Flucht durch die Stadt hin, als er im Juli 2019 mit frisch übernommenen Drogen im Auto von der Polizei kontrolliert werden sollte. Er flüchtete mit hoher Geschwindigkeit unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln bis ein Reifen seines Wagens durch eine Bordsteinkante platzte. Schließlich entkam er zu Fuß.

„Wir hatten Hinweise bekommen“

Bei einer Durchsuchung der Wohnungen der Beschuldigten am 5. Dezember vergangenen Jahres wurde insgesamt 5000 Euro Bargeld sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass die Summe aus dem Verkauf der Drogen stammt.

„Wir hatten Hinweise bekommen, dass Personen im Raum Hoogezand einen Betäubungsmittelhandel betrieben und Drogen nach Emden importiert wurden“, sagte der Ermittlungsleiter aus Oldenburg. Der Verdacht habe sich durch die Telekommunikationsüberwachung bestätigt. Man habe erfahren, dass eine große Personenzahl aus Ostfriesland und aus dem Emsland mit einer niederländischen Lieferantenfamilie, die Drogentransporte nach Deutschland organisierte, in Kontakt standen, berichtete der Zeuge. Es sei gelungen, den 34-jährigen Angeklagten trotz der Verwendung eines Decknamens anhand seiner markanten Stimme zu identifizieren. Zudem schilderte der Ermittler, wie er am Pendlerparkplatz Oudeschans aus einer Buschreihe heraus ein Treffen zwischen niederländischen Kurierfahrern und deutschen Abnehmern beobachtet hat.

Sechs weitere Verhandlungstermine vorgesehen

Ein maßgeblicher Zeuge wurde aus der Justizvollzugsanstalt Meppen vorgeführt. Er verweigerte die Abnahme seines Mund-Nasen-Schutzes, weil ihm sonst bei Rückkehr eine Quarantäne blühte. Dafür konnte eine Lösung gefunden werden: Der Mann soll zu einem späteren Termin aus der JVA per Videovernehmung zugeschaltet werden. In dem dafür vorgesehenen Raum kann er den Mundschutz ohne Konsequenzen abnehmen.

Der Prozess wird am 30. August um 9 Uhr in Saal 003 fortgesetzt. Sechs weitere Termine sind anberaumt.

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