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Mobilitätswende in Emden: Lasst sie mal machen!
In Emden proben sie die Mobilitätswende, zumindest im Kleinen. Die Volkswagen-Stadt hat ein Stückchen Hauptstraße durch die Innenstadt zur fußgänger- und fahrradfreundlichen Zone erklärt.
Der Aufschrei ist groß, jedenfalls dort, wo viele auf Knopfdruck auf Krawall gebürstet sind: in den Kommentarspalten von Facebook und Co. Aber warum eigentlich?
Neidisch blicken viele in die benachbarten Niederlande, wo in Groningen, Utrecht und anderen Städten schon vor langem erkannt worden ist, dass verkehrsberuhigte Innenstädte nicht nur lebenswerter sind, sondern schlicht mehr Umsatz versprechen. Die Ära der rein auf Einzelhandel ausgerichteten Zentren ist vorbei.
Experimente müssen allerdings sinnvoll sein und dürfen nicht ohne die Betroffenen umgesetzt werden. Es braucht Akzeptanz. Umso erfreulicher ist es, dass sich in Emden nicht nur Nörgler im Netz aufplustern, sondern Anlieger mit sachlichen Argumenten mitdiskutieren möchten. Sie haben eigene Vorschläge gemacht. Jetzt kommt es darauf an, wie die Stadt damit umgeht. Wenn das Beispiel Emden Schule macht, werden andere in Ostfriesland bei der Mobilitätswende schnell nachziehen.
@ Den Autor erreichen Sie unter g.paeschel@zgo.de