Emder Seezeichen
Einst wurde er geköpft, bald ist er umgeben von Kaffeetrinkern
Rings um die Büste von Carl Schweckendieck war es lange Zeit eher schmuddlig. Jetzt strahlt nicht nur die Figur des Emder Ehrenbürgers, sondern auch das Umfeld. Das sollen Kaffeetrinker bevölkern.
Emden - Sie strahlt schneeweiß: die Büste am Emder Schweckendieck-Platz. Streng schaut die Abbildung von Carl Schweckendieck, einem Ehrenbürger der Stadt, in Richtung Delft. Er fällt auf - wieder. Lange Zeit nämlich war der Platz und mit ihm die Büste wenig beachtet worden. Die Ecke, die an die Ringstraße angrenzt, galt als schmuddelig. Das Gebäude im Rücken der Büste, in dem sich einst die Haifischbar befunden hatte, war heruntergekommen. Doch das Gesicht Emdens wird Stück für Stück weiter aufgehübscht - und Carl Schweckendiecks Abbild wurde sanft aus seinem Dornröschenschlaf erweckt.
Was und warum
Darum geht es: Die Geschichte der maritimen Wahrzeichen in Emden kennen nur wenige Bewohner, Bewohnerinnen und Gäste der Stadt.
Vor allem interessant für: Leute, die in Emden leben, die hier ihren Urlaub verbringen oder als Tagestouristen die Hafenstadt besuchen.
Deshalb berichten wir: In einer Sommerserie nehmen wir die „Emder Seezeichen“ näher in den Blick, erzählen ihre Geschichte und ihre Besonderheiten. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Ehrenbürger wurde geköpft
Bis dahin steht Carl Schweckendiek alleine auf seinem Posten. 1914 hatte die Stadt das Denkmal errichtet, 1902 war bereits die angrenzende Straße nach dem gebürtigen Emder benannt worden. Schweckendieck war Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat im preußischen Ministerium für öffentliche Arbeiten. Dort nutzte er seinen Einfluss im Ministerium und auch bei Kaiser Wilhelm I., um seine Geburtsstadt voranzubringen.
Im Dezember 1996 schrieb diese Zeitung, dass die Marmorbüste geköpft wurde. Zwei Verdächtige wurden noch in der Tatnacht aufgegriffen. Der abgeschlagene Kopf des Denkmals wurde damals bei einem Verwaltungsgebäude in der Nähe gefunden. Die Stadt wollte den Ehrenbürger nicht kopflos stehen lassen und ließ das Denkmal zügig reparieren.
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