Landschaft
Auricher Blutbuche: Es droht Streit um Nachpflanzung
Die Blutbuche am Auricher Carolinengang ist gefällt. Jetzt geht es darum, welcher Baum dort als Ersatz in die Erde gebracht werden kann. Dabei möchten die Baumschützer auch mitreden. Ob das klappt?
Aurich - Fällt sie oder nicht? Monatelang ist die die Öffentlichkeit in Aurich durch das Tauziehen um die Zukunft einer rund 140 Jahren Blutbuche in Atem gehalten worden. Der Baum war vom Brandkrustenpilz befallen, die Standfestigkeit war nicht mehr gegeben. Baumschützer hatten drei Jahre lang um seinen Erhalt gekämpft. Andreas Block-Daniel, ein Sachverständiger aus Bremen, kam regelmäßig, um die Buche zu begutachten. Im Mai hatte sich der Pilz in seinen Augen so stark ausgebreitet, dass nur noch eine sofortige Fällung infrage kam. So geschah es. Jetzt droht ein neues Tauziehen, allerdings um die Nachnutzung des Grundstücks am Carolinengang, auf dem der Baum stand.
Die Bürgerinitiative Baumschutz Aurich (Biba) hatte bereits vor Wochen angekündigt, dass auf dem Areal entweder eine Eiche oder eine Linde gepflanzt werden soll. „Wir möchten, dass dort ein möglichst großer Baum in die Erde gebracht wird“, sagte Biba-Sprecherin Cornelia Beukenberg auf Anfrage dieser Zeitung. Das sei für sie und ihre Mitstreiter ein wichtiges Kriterium. Der Baum solle möglichst viel Sauerstoff spenden. Eine Buche könne man an diesem Ort nicht mehr pflanzen, weil immer noch die Gefahr einer Infektion bestehe. Dort könnten noch Sporen des Brandkrustenpilzes sein, die den neuen Baum gefährden könnten. Dieses Risiko wolle man nicht eingehen. Sie gehe davon aus, dass es zu einer Neupflanzung aber erst kommen werde, wenn die Gestaltung des Carolinengangs abgeschlossen sei, also frühestens in einem Jahr.
Das sieht Johann Stromann ganz anders. Der Sprecher der Stadt Aurich geht davon aus, dass bereits in diesem Herbst ein neuer Baum gepflanzt wird. Im Übrigen sei es jetzt an der Stadt darüber zu entscheiden. Die Biba habe keine Mitsprachemöglichkeit mehr. Das Grundstück am Carolinengang, auf dem die Blutbuche stand, sei nämlich vor einigen Wochen wieder an die Stadt rückübertragen worden. Das habe man im Vorfeld so vertraglich festgesetzt. Die Biba hatte die Fläche erworben, nachdem die Stadt das Risiko nicht mehr tragen wollte, dass der Baum umknickt. Die Versicherung der Stadt, der Kommunale Schadensausgleich, hatte die Verantwortung dafür abgelehnt.
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