Traditionsschiffe

Streit zum Zuschuss für Emder Feuerschiff ist beigelegt

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 02.09.2021 17:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Heinz-Günther Buß (rechts) und Heinz Salewski vom Feuerschiffsverein hatten sich am Montag vor der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen symbolisch angekettet. Foto: Ortgies
Heinz-Günther Buß (rechts) und Heinz Salewski vom Feuerschiffsverein hatten sich am Montag vor der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen symbolisch angekettet. Foto: Ortgies
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Die Crew des Emder Museumsfeuerschiffs hat die schwarzen Flaggen wieder eingezogen. Der Konflikt um die späte Zahlung von Fördermitteln des Bundes sind ausgeräumt. Das Geld soll bald fließen.

Was und warum

Darum geht es: Der seit Tagen schwelende Streit zwischen den Betreibern des Emder Museumsfeuerschiffs und dem Bund ums Geld hat ein überraschend schnelles Ende gefunden.

Vor allem interessant für: Bewohner und Besucher der Stadt Emden, Schifffahrtskreise und politisch Interessierte.

Deshalb berichten wir: Am Donnerstag gab es ein Gespräch zwischen dem Feuerschiffsverein und der zuständigen Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen in Aurich. Wir haben beide Seiten nach dem Ergebnis gefragt.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Emden/Aurich - Die Crew des Emder Museumsfeuerschiffs „Amrumbank/Deutsche Bucht“ hat die schwarzen Flaggen wieder eingezogen: Der Konflikt zwischen dem Betreiberverein und dem Bund um einen Zuschusss für die Nachrüstung der Sicherheitseinrichtungen des Traditionschiffes ist beigelegt worden.

Drei Tage nach ihrer spektakulären Protestaktion verständigte sich die Vereinsführung am Donnerstag in einem Gespräch mit der zuständigen Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) in Aurich auf einen gemeinsamen Weg. Wie beide Seiten auf Nachfragen dieser Zeitung bestätigten, sind alle Fragen geklärt worden, die bis dahin noch offen waren.

Geld soll noch im September da sein

Nach Angaben des Vorsitzenden Heinz-Günther Buß hat die Behörde zugesagt, die bereits vor längerer Zeit zugesagten Fördermittel bis spätestens Ende September auszuzahlen. BAV-Sprecherin Eva Hülsmann wollte sich hingegen nicht auf einen Zeitpunkt für die Auszahlung festlegen. Der Vorgang werde aber zügig weiterbearbeitet, sagte sie.

Dafür fehlen allerdings noch Unterlagen, die der Verein laut Buß noch innerhalb dieser Woche nachreichen will. Es geht in dem für Außenstehende sehr komplexen Konfliktunter anderem um den Nachweis dafür, dass sich die Kosten für die Umsetzung der seit 2018 geltenden Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe im Fall der „Amrumbank“ auf rund 113.000 Euro erhöht hat. Zunächst hatte der Verein knapp 100.000 Euro dafür veranschlagt und als Fördersumme beantragt. Zudem gab es wohl Irritationen über die Eigenmittel, die der Verein zur Finanzierung neuer Sicherheitseinrichtungen und Rettungsmittel an Bord seines Schiffes eingebracht hat.

Behörde äußert sich nicht zu Details

Mit Hinweis auf das laufende Verfahren und auf Datenschutzgründen wollte sich Hülsmann zu Details der Verhandlungen nicht näher äußern. „Sobald uns die Unterlagen vorliegen wird die BAV den Förderbescheid an die ‚neuen Gegebenheiten’ anpassen, so dass einer baldigen Auszahlung nichts mehr im Wege steht“, teilte die Sprecherin mit.

Teestunde in Ketten: Auf ein Tässchen des ostfriesischen Nationalgetränks wollten Heinz Salewski (links) und Heinz-Günther Buß bei ihrer Protestaktion in Aurich nicht verzichten. Foto: H. Müller
Teestunde in Ketten: Auf ein Tässchen des ostfriesischen Nationalgetränks wollten Heinz Salewski (links) und Heinz-Günther Buß bei ihrer Protestaktion in Aurich nicht verzichten. Foto: H. Müller
„Wir sind insgesamt sehr zufrieden mit Ergebnis“, sagte Buß dieser Zeitung. Weitere Protestaktionen, die der Verein angekündigt hatte für den Fall, dass das Geld des Bundes nicht bald kommt, hätten sich damit erledigt. Buß und der Schatzmeister des Vereins, Heinz Salewski, hatten sich am Montag vor dem Sitz der BAV am Schlossplatz in Aurich in Rettungswesten symbolisch angekettet und dort sechs Stunden lang ausgeharrt. Sie wollte damit den Druck auf den Bund zur Zahlung des noch ausstehenden Zuschusses für mehr Sicherheit an Bord des Feuerschiffes erhöhen.

Diese medienwirksame Aktion der beiden 72 und 69 Jahre alten Emder hatte Aufsehen erregt, zumal diese Form des Protestes für ehrenamtlich wirkende Mitglieder eines Vereins in diesem Alter eher ungewöhnlich ist. Die BAV bearbeitet als Dienstleister des Bundesverkehrsministeriums die Anträge auf Fördermittel.

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