Berlin

Warum Apps und Abos für Apple-Nutzer endlich günstiger werden dürften

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 02.09.2021 18:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Apple-CEO Tim Cook steht wegen des Umgangs mit strikten Appstore-Regeln seit längerem in der Kritik. Foto: imago images/ZUMA Wire
Apple-CEO Tim Cook steht wegen des Umgangs mit strikten Appstore-Regeln seit längerem in der Kritik. Foto: imago images/ZUMA Wire
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Apple hat sich mit seiner Sturheit und überzogenen Kontrolle beim Appstore in Schwierigkeiten gebracht. Davon dürften Apple-Nutzer jedoch bald profitieren. Das wird auch Zeit.

Apple-Nutzer können sich auf geringere Kosten für Abos und Käufe bei bestimmten Apps freuen. Ab kommendem Jahr fällt zunächst für Streaming- und Inhalte-Anbieter wie Spotify, Netflix oder Amazon der Zwang weg, ihre kostenpflichtigen Angebote im Appstore zu verkaufen  - und damit auch die Abgabe an Apple von bis zu 30 Prozent, die viele an die Kunden weitergeben haben. 

In Zukunft dürfen die Unternehmen Kunden endlich per Link zu Angeboten auf eigenen Webseiten und ohne Apple-Abgabe führen. Dann ist es an den Anbietern, dort auch wirklich günstigere Preise zu bieten. Tun sie das nicht, kommt der Gier-Vorwurf in Richtung Apple wie ein Bumerang zurück.

Apple braucht die Appstore-Einnahmen nicht

Die neue Regelung ist überfällig. Warum Apple-Chef Tim Cook überhaupt so lange und stur an bestehenden Abgabestrukturen und dem Verbot für Links auf Angebote außerhalb des Appstores festgehalten hat, ist nicht nachvollziehbar. Natürlich sind die Appstore-Einnahmen leicht verdientes Geld für den iPhone-Hersteller. Doch die wahren Gewinnbringer sind die verkauften Geräte und eigene Dienstleitungen, nicht die Zwangsabgaben der Entwickler.

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Sturheit bringt Apple zwei große Probleme

Diese Sturheit hat einen hohen Preis. Denn mit dem festen Appstore-Kontrollgriff hat sich der Konzern selbst und völlig unnötig zwei große Probleme geschaffen. Zum einen hat dieser die Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden rund um den Globus auf sich gezogen. Weiterer Ärger nicht ausgeschlossen.

Zum anderem sind die Wettbewerbshüter von wütenden und enttäuschten Entwicklern angestachelt worden, die dem Konzern zurecht eine bevormundende Monopolstellung vorwerfen. Doch das Unternehmen braucht motivierte und zufriedene Entwickler. Deren Apps und Inhalte sind die Basis dafür, damit Kunden Apple-Produkte kaufen und im Ökosystem des Unternehmens bleiben. Konkurrent Google lockt bereits mit geringeren Abgaben und mehr Freiheiten für Bezahlsysteme anderer Anbieter.

Bei Appstore dürfte es weitere Änderungen geben

Um weiteren Ärger mit Kartellrechtlern und Entwicklern zu vermeiden, dürfte Apple die nun getroffene Einigung bald auch auf andere App-Kategorien ausweiten, die aktuell davon ausgeschlossen, zum Beispiel Spiele. 

An dieser Front läuft bereits ein großer Prozess gegen den Fortnite-Entwickler Epic. Im Laufe des Verfahrens waren interne E-Mails öffentlich geworden, in denen sich bereits vor Jahren ranghohe Apple-Mitarbeiter für deutlich geringere Entwicklerabgaben starkmachten. 

Hätte Tim Cook damals auf seine Kollegen gehört, hätte der Konzern zwar weniger eingenommen, doch der Imageschaden und die durch die Wettbewerbshüter drohenden Risiken wären ihm erspart geblieben.

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