Verkehr
Bürgerverein fordert Ende des Emder Neutorstraßen-Versuchs
Auch Bewohner des Stadtteils Groß-Faldern kritisieren das Verkehrsexperiment in der Innenstadt. Die Verkehrssituation in Emden sei gegenwärtig „kaum noch zu ertragen“, meint der Bürgerverein.
Emden - Die Kritik an dem seit etwa zwei Wochen laufenden Verkehrsexperiment in der Neutorstraße im Zentrum von Emden wächst: Nach der CDU hat jetzt auch der Bürgerverein Groß Faldern ein Ende dieses Modellversuchs gefordert. „Die Leidtragenden sind die Stadtteile Groß und Klein Faldern“, so der Vorsitzende Gregor Strelow. Das sei „so nicht weiter akzeptabel“.
Die Kritik des Bürgervereins richtet sich gegen die Stadtverwaltung, die diese „Ad-hoc-Maßnahme“ im Vorfeld nicht ausreichend mit den Ratsgremien sowie den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt erörtert habe. Die Bürgerbeteiligung wäre bei einem so „gravierenden Eingriff in den Verkehrsfluss“ erforderlich gewesen, heißt es in der Stellungnahme. Die Stadtverwaltung sollte „zunächst ihre Hausaufgaben erledigen“ und „ein für alle tragfähiges Verkehrskonzept“ ebenso wie ein Parkraumkonzept vorzulegen.
„Situation ist äußerst angespannt“
Der Versuch in der Neutorstraße hat nach Ansicht des Vereins „drastische erkennbare Auswirkungen auf den gesamten Stadtverkehr“. Die Folgen seien beispielsweise Staus, Wartezeiten, Lärm und zusätzliche CO2-Emmissionen. Gegenwärtig sei die Situation „äußerst angespannt“ und „kaum noch zu ertragen“. Betroffen seien vor allem die Anlieger der Nordertorstraße und der Friedrich-Ebert-Straße.
Ebenso wie die CDU vertritt der Bürgerverein die Auffassung, dass die Verkehrsströme in der Stadt aktuell nicht repräsentativ sind, solange die Trogstrecke als wichtige Umgehungsstraße wegen der Sanierung gesperrt ist. „Hier hätte das Ende der Baumaßnahme abgewartet werden müssen“, so Strelow. Es sei bislang auch kein Verkehrsgutachten vorgestellt worden, aus dem sich ergibt, wie sich die Verkehrsströme durch die halbseitige Sperrung der Neutorstraße ändern und wo Mehrbelastungen entstehen.
Verein: Kein Mehrwert für die Innenstadt
Zudem könne der Bürgerverein nicht erkennen, welchen Mehrwert das Neutorstraßen-Experiment für die Attraktivítät der Innenstadt haben soll. Die jetzige Situation sei dort für Fußgänger, Rad- und Autofahrer „zum Teil sehr unübersichtlich“, und auch der Schilderwald wirke störend.
Der Bürgerverein Groß Faldern vertritt die Interessen von Anwohnern des Stadtgebietes, das zwischen der Bollwerkstraße und der Brückstraße liege. Durch dieses Viertel führt die Nordertorstraße, die als Umgehung der Innenstadt genutzt wird.
Das Neutorstraßen-Experiment soll nach dem Willen von Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) noch bis Mitte Januar gehen. So lange soll der Autoverkehr einspurig vom Rathausplatz in Richtung Agterum geführt werden. Für Kraftfahrzeuge gilt dort Tempo 30, Fußgänger und Radfahrer haben Vorrang.