Auf Störtebekers Spuren
Der Störtebeker-Wanderweg führt immer am Wasser entlang
Der Freibeuter Störtebeker spielt noch heute eine Rolle in Ostfriesland. Ein Wanderweg ist nach ihm benannt. Warum eigentlich? Und was macht Wandern zum neuen Trend?
Emden/Ostfriesland - Was viele nicht wissen, durch Ostfriesland führt der Störtebeker-Wanderweg. Geplant wurde der vom Wiehengebirgsverband Weser-Ems. Er startet in der Stadt Leer, verläuft über Emden und entlang der Küstenlinie bis nach Wilhelmshaven. Das sind immerhin rund 186 Kilometer. Etwa acht bis zehn Tage sollte man dafür einplanen. Warum der Weg nach dem legendären Freibeuter Klaus Störtebeker benannt ist, erklärt Verbands-Wegewart Benedikt Loheide. Ostfriesland sei das „Land des Seeräuberhauptmannes“: „Noch heute werden an der Küste die Geschichten und Taten dieses Mannes lebendig gehalten. Zwischen Leer und Wilhelmshaven fürchteten sich die Handelskapitäne vor seinen Überfällen.“
Flachland-Wandern ist voll im Trend
Gleichzeitig gebe es einige Herausforderungen, die Menschen auf dem Rad und zu Fuß in Ostfriesland geläufig sein dürften: Mal kommt man auf einen Deich, mal ist das Gatter dicht. „Dieser Weg ist einem ‚Hindernislauf’ gleichzusetzen, denn Gatter und Zäune sind in unregelmäßigen Abständen zu bewältigen. Der Deich kann auch mitunter für Fußgänger gesperrt sein, dann geht es neben dem Deich weiter“, so der Wegewart. Eine konkrete Beschilderung für den Wanderweg gibt es nicht, dafür wird die Strecke im Internet genau beschrieben. Der Verband betreue seine Wege ehrenamtlich. „Der Weg ist kaum bekannt und vermutlich auch selten begangen, aber diejenigen, die ihn gehen machen neue Erfahrungen“, betont er. Nachfragen von Wanderern kämen „immer wieder“.
Wandern liege ganz klar im Trend und habe in Corona-Zeiten noch einen Schub bekommen - auch im Flachland, sagt Wiebke Leverenz, Sprecherin der Ostfriesland Tourismus GmbH. Es sei eben eine Aktivität, die auf eigene Faust und corona-konform gehe. Man könne durchatmen und zu sich kommen. Hier gebe es zwar keine „spektakulären Schluchten“ wie beim Wandern im Gebirge, dafür können man die Küsten-Landschaft auf sich wirken lassen. Die Störtebeker-Route war ihr vorher nicht bekannt. In der Touristik sei es auch eher schwierig, Strecken zu empfehlen, die weniger gut ausgeschildert seien und teilweise über unwegsames Gelände führten. Beliebtere Routen seien etwa der Ostfriesland-Wanderweg, die Watten-Route oder der Ems-Dollart-Padd. Sie schlägt aber vor, Strecken zu kombinieren. Wichtig dabei: sich eine Karte mitnehmen und nicht nur aufs Handy verlassen.