Infrastruktur

Sieben Millionen Euro für ostfriesische Innenstädte

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 08.09.2021 18:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Land Niedersachsen will die Innenstädte fördern – wie hier in Braunschweig. Foto: Frankenberg/DPA
Das Land Niedersachsen will die Innenstädte fördern – wie hier in Braunschweig. Foto: Frankenberg/DPA
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Zahlreiche Kommunen in Ostfriesland profitieren von einer Förderung für die Innenstädte durch das Land Niedersachsen. Einzelhändler haben bereits erste Vorstellungen, was mit dem Geld passieren soll.

Emden/Hannover - Mit 117 Millionen Euro aus EU-Geldern sollen die niedersächsischen Innenstädte auf Vordermann gebracht werden. Für 207 Kommunen und kommunale Verbünde wurden die Förderbescheide zugestellt, wie Europa- und Regionalministerin Birgit Honé (SPD) am Mittwoch mitteilte.

Mit dabei sind laut Mitteilung des Amts für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems mit insgesamt gut sieben Millionen Euro auch 14 Kommunen aus Ostfriesland: Jeweils 1.090.000 Euro gibt es für die Städte Aurich und Emden, 755.000 Euro für die Stadt Leer und jeweils 345.000 Euro für die Städte Wittmund, Norden, Wiesmoor und Weener, für die Gemeinden Ihlow, Südbrookmerland, Ostrhauderfehn, Rhauderfehn, Uplengen und Westoverledingen sowie für die Samtgemeinde Esens. Bunde und Jemgum erhalten zusammen 345.000 Euro, weil sie den Antrag gemeinsam gestellt hatten. Die Höhe der Förderung richtet sich nach der Einwohnerzahl.

Einzelhandelsverband: Städte sollen ihre Eigenheiten betonen

„Über 90 Prozent der antragsberechtigten Kommunen der Region Weser-Ems haben sich beworben und zugleich den Zuschlag erhalten“, so Talke Hinrichs-Fehrendt, stellvertretende Leiterin des ArL. „Das ist ein wichtiges Signal in Bezug auf den notwendigen flächendeckenden Erhalt von attraktiven Innenstädten und Ortszentren. Die zur Verfügung gestellten Mittel sind dabei ein wichtiger Baustein.“

Dieses Potenzial sieht auch Johann Doden, Chef des Einzelhandelsverbands Ostfriesland: „Ich glaube schon, dass das Geld sinnvoll eingesetzt werden und etwas bringen kann“, sagt er. Die Frage sei nun, wie dies geschehe. „Da sind die Städte und Gemeinden gefragt.“ Wichtig sei aber, die Eigenheiten der Städte zu betonen: Wer durch eine Innenstadt laufe, solle merken, ob er in Leer, Emden oder Norden unterwegs sei, findet Doden.

Handel leidet noch immer unter Folgen der Pandemie

Beim Verband habe man festgestellt, „dass sich in den Städten ein Umdenken breitmacht“, sagt er. Inzwischen habe man die Bedeutung der Innenstädte erkannt und sich von Ansiedlungen auf der „grünen Wiese“ abgewandt. Zu erkennen sei dies etwa an den Neutor-Arkaden in der Emder Innenstadt, wo vor etwa einer Woche mit einer Filiale der Drogeriekette Müller das erste Geschäft eröffnet hat. Hinzu komme die Pandemie, meint Doden: Lockdowns mit geschlossenen Läden hätten deutlich gemacht, wie wichtig die Innenstädte seien. „Das hat einigen Leuten die Augen geöffnet“, sagt Doden.

Mit dem Geld aus Hannover sollen aber auch die langfristigen Folgen der Corona-Krise aufgefangen werden: Viele Fußgängerzonen in Niedersachsen verzeichnen weiterhin weniger Kunden als vor der Pandemie. Die Frequenz sei noch immer niedriger als vor der Krise, sagt Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen. Kunden kauften zielorientierter ein und bummelten weniger durch die Straßen. Corona-Einschränkungen wie die Maskenpflicht seien noch immer für viele ein Hindernis.

Die Voraussetzungen in den Kommunen sind unterschiedlich

Positiv bewertet die Förderung deshalb auch die Fraktionschefin der SPD im Landtag, Johanne Modder (Bunde): „Das ist ein echter Schub, um die Folgen der Pandemie in den Kommunen abzumildern“, teilte sie mit. „Ich freue mich vor allem darüber, dass auch Gemeinden das Förderprogramm unser Regionalministerin Birgit Honé wahrnehmen. Denn es geht hier nicht nur um Großstädte, sondern gerade um kleinere Städte und den ländlichen Raum.“

Jetzt muss es an die Umsetzung gehen – und die Voraussetzungen dafür seien nicht überall gleich, sagt Doden: „Die ein oder andere Stadt in Ostfriesland ist schon weiter, was das City-Management angeht.“ In Emden etwa funktioniere das schon gut, andere Kommunen müssten noch aufholen.

Mit Material von DPA

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