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EEZ in Aurich fährt immer noch sehr hohe Verluste ein

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 09.09.2021 19:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im EEZ in Aurich können die Besucher spielerisch physikalische und chemische Zusammenhänge erkunden. Foto: OZ/Archiv
Im EEZ in Aurich können die Besucher spielerisch physikalische und chemische Zusammenhänge erkunden. Foto: OZ/Archiv
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Der Bund der Steuerzahler interessiert sich schon seit Jahren für die Bilanzen des Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrums in Aurich. Früher sind Anfragen nicht beantwortet worden, jetzt doch.

Aurich - Das Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrum (EEZ) in Sandhorst fährt aktuell jährlich hohe Verluste ein. Das ist durch eine aktuelle Anfrage des Bundes der Steuerzahler bekannt geworden. Konkret: Im vergangenen Jahr habe der Jahresabschluss einen Verlust in Höhe von 1,6 Millionen Euro aufgewiesen, für dieses Jahr sei ein Verlust von 1,8 Millionen Euro zu erwarten, teilte Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) mit. In den Beträgen seien jeweils die Abschreibungen eingerechnet.

Was und warum

Darum geht es: Der Steuerzahler muss viel Geld für ein Prestigeobjekt in Aurich, für das EEZ, hinlegen.

Vor allem interessant für: Steuerzahler

Deshalb berichten wir: Weil erstmals öffentlich das Defizit der Einrichtung in Sandhorst kommuniziert wurde.

Die Autorin erreichen Sie unter: g.boschbach@zgo.de

Das Interesse des Bundes der Steuerzahler kommt nicht von ungefähr: Bereits in den Jahren 2016 und 2017 hatte sich der Verein nach dem Defizit der Einrichtung erkundigt, die am 1. Juli 2015 in Betrieb genommen worden war und die hochgesteckten Erwartungen bisher nicht erfüllt hat. Man habe damals „keine zufriedenstellende Antwort erhalten“, schreibt der Bund der Steuerzahler in seinem Brief an die Stadt. Damals war die Anfrage noch an den ehemaligen Bürgermeister Heinz-Werner Windhorst gerichtet worden. In dessen Amtszeit war das EEZ entwickelt und errichtet worden. Jetzt wolle man gerne wissen, wie sich die Corona-Pandemie finanziell auf die Bilanz des EEZ ausgewirkt habe.

Stadt will EEZ nicht schlechtreden

Bürgermeister Horst Feddermann beschönigt die Fakten nicht. Das EEZ sei bisher finanziell tatsächlich nicht so gut gelaufen wie geplant. Es gebe allerdings eine strenge Kostenkontrolle und den festen Willen nachzubessern. Zwischen den Zeilen wird deutlich, dass die Stadt die Einrichtung in Sandhorst nicht schlechtreden möchte. Deshalb betont Horst Feddermann: Das Objekt suche als Ausstellungsort und als Bildungseinrichtung im Nordwesten seinesgleichen.

Trotz großangelegter Marketing-Kampagnen in den ersten Jahren ist es der Stadt nicht gelungen, die im Schnitt 23.000 Besucher pro Jahr nennenswert zu steigern. Diese Zahlen beziehen sich nur auf die Ausstellung. Alle Einrichtungen des EEZ, wozu unter anderem das Zentrum für nachhaltige Ernährung (ZNE) und das Zentrum für Natur und Technik (ZNT) gehören, hätten durchschnittlich 47.000 Besucher angezogen, teilte Horst Feddermann dem Bund der Steuerzahler mit.

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