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Eine Million Euro, um Corona-Folgen in der Innenstadt zu bekämpfen

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 09.09.2021 20:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein großer Teil des Geldes soll nach Vorstellung der Stadtverwaltung in die Umgestaltung des Ernst-Reuter-Platzes fließen. Foto: Nording/Archiv
Ein großer Teil des Geldes soll nach Vorstellung der Stadtverwaltung in die Umgestaltung des Ernst-Reuter-Platzes fließen. Foto: Nording/Archiv
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Mindestens 755.000 Euro kann Leer für Projekte bekommen, die helfen, die Corona-Folgen in der Innenstadt zu bekämpfen. Womöglich sind es 200.000 Euro mehr. Jetzt darf keine Zeit verloren werden.

Leer - Das tut der klammen Stadtkasse gut: Leer bekommt 755.000 Euro aus dem europäischen Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“. Das gab die Landesregierung am Mittwoch bekannt. Mit dem Geld sollen Maßnahmen gegen die Folgen der Covid-19-Pandemie in den Innenstädten unterstützt werden. Die Förderquote liegt bei 90 Prozent, das heißt, die Stadt müsste zehn Prozent der Kosten selber aufbringen.

Bis Ende März des kommenden Jahres müssen die ersten Anträge für Projekte, in die das Geld fließen soll, bei der N-Bank gestellt sein. Drei Monate später müssen sämtliche Anträge vorliegen, sonst wird die nicht verplante Summe wieder freigegeben und könnte anderen Kommunen zugute kommen, die mehr Bedarf hatten, als ihnen zunächst zugesprochen wurde. In Leer spekuliert man darauf, womöglich am Ende sogar 955.000 Euro zu bekommen. Mit dem Eigenanteil wären in diesem Fall also knapp 1,1 Millionen Euro im Topf. Die Stadtverwaltung stellt nun Vorschläge vor, was mit dem Geld gemacht werden könnte. Sie wurden von einer Arbeitsgruppe erarbeitet, die aus Vertretern von Werbegemeinschaft, Altstadtverein, Einzelhandelsverband Ostfriesland, IHK für Ostfriesland und Papenburg und sowie der Politik besteht.

Ernst-Reuter-Platz

Der zentrale Platz soll aufgewertet werden, schlägt die Verwaltung vor. Dazu sollen die Parkplätze am Wasser verschwinden und die so frei werdende Fläche umgestaltet werden. Die Rede war in der Vergangenheit immer wieder von einem Stadtstrand. Auf dem Platz selber könnte ein gastronomisches Angebot, beispielsweise in Form von Pavillons und einer Bühne entstehen. Der heute schon viel genutzte Spielplatz könnte zu einem Wasser-Spielplatz werden oder durch andere Ideen attraktiver werden. Neue Sitzgelegenheiten und Leuchten könnten die Aufenthaltsqualität erhöhen. Die Stadtverwaltung kalkuliert dafür rund 823.000 Euro brutto ein.

Ladestationen für Elektro-Fahrräder

In den vergangenen Monaten hatte die Politik wiederholt gefordert, mehr Ladestationen für Elektro-Fahrräder in der Innenstadt aufzustellen. Das rückt jetzt dank der Förderung sehr viel näher. Eine Doppelstation samt Fundament, Einbau und dem Stromanschluss kostet laut Stadtverwaltung 7.500 Euro brutto. Da nur Einzelprojekte gefördert werden, die mindestens 50.000 Euro kosten, könnten sechs bis sieben solcher Doppelstationen in der Innenstadt installiert werden.

Werbe-Displays für die Innenstadt

Vom Bahnhof über den Denkmalsplatz bis hin zur Altstadt könnte sich die Stadtverwaltung Stelen mit einem Bildschirm vorstellen, auf denen die Innenstadt beworben und präsentiert wird. Die Stadtverwaltung schlägt vor, dafür zwischen 100.000 und 150.000 Euro zu investieren. Der Kauf einer Stele koste netto 16.000 Euro, dazu kämen jeweils noch die Herstellung von Fundament, Stromversorgung, Netzwerk und Ähnliches.

Mehr Aufenthaltsqualität für die Altstadt

Um die Attraktivität der Altstadt zu steigern, sollen dort weiter Poller installiert werden, mit denen der Autoverkehr zumindest zeitweise ausgesperrt werden kann. Außerdem sollen zusätzliche Sitzgelegenheiten und andere Einrichtungsgegenstände den Aufenthalt dort noch angenehmer machen. Nach bisheriger Überlegung will die Stadtverwaltung es dafür bei 50.000 Euro belassen.

Innovationen für Lieferverkehr und Anbindung der Innenstadt

Damit nicht jeder Lieferant einzeln in die Innenstadt fahren muss, wurde in der Vergangenheit über Konzepte nachgedacht, wie man solche Fahrten bündeln kann. Denkbar wären Sammelplätze, von wo aus die Pakete gesammelt ausgeliefert würden. Auch bei der Personenbeförderung wurde über zusätzliche Angebote wie einen Einkaufs-Shuttle nachgedacht, um die Innenstadt besser erreichbar für die Bürger zu machen.

Die politische Diskussion, was von diesen Punkten tatsächlich umgesetzt werden soll, beginnt in der kommenden Mittwoch in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (WTKA), der ab 17 Uhr im großen Saal des historischen Rathauses tagt.

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